Sep 222017
 
Stark_Kurt_Blog

Herr Dr. Kurt Stark studierte Chemie an der Universität Bayreuth, mit den Schwerpunkten Polymer- und Kolloidchemie.

1999 begann er seine berufliche Laufbahn bei Wacker Polymer Systems in Burghausen. Als Laborleiter war er für die Entwicklung neuer Polymerprodukte, für die Optimierung bestehender Produkte und für die Produktionsunterstützung verantwortlich.

Von März 2005 bis September 2011 arbeitete Herr Dr. Stark bei Huhtamaki in Forchheim, einem Hersteller und Veredler von Polymerfolien. In seiner Funktion als Leiter der Abteilung Forschung & Entwicklung für die Marktsegmente Technische Folien und Verpackungsfolien befasste sich Herr Dr. Stark dort unter anderem mit erneuerbaren und biologisch abbaubaren Folien, in erster Linie basierend auf PLA. Er entwickelte komplett neue Blas- und Gieß-PLA-Foliensysteme für maßgeschneiderte Kundenlösungen.

Seit Oktober 2011 bekleidet Herr Dr. Kurt Stark bei BUERGOFOL GmbH, Siegenburg, die Positionen des Leiters der Produktentwicklung Technischer Folien und des Business Development Directors. In dieser Funktion wird er auch die Entwicklung neuer Verpackungslösungen und technischer Folien der nächsten Generation bei BUERGOFOL vorantreiben.

Was hat Sie bewogen, der Einladung von Innoform zu folgen?

Die Innoform-Veranstaltungen zählen inzwischen zu den bekanntesten und insbesondere qualitativ hochwertigsten in Deutschland. Was Karsten Schröder hier aufgebaut hat, ist erstklassig! Die Themen der Innoform Tagungen und Meetings sind stets aktuell und sehr interessant. Gern nimmt man da teil oder wirkt mit einer Präsentation sogar aktiv mit. Zudem ist das Rahmenprogramm hervorragend: Beste Möglichkeiten zum Netzwerken und Austausch mit Kollegen der Branche, abgerundet von dem fantastischen Beisammensein im Rampendahl bei Grünkohl und Pinkel.

Ihr Thema gehört zu einer Reihe verschiedener Blickwinkel auf den Fokus, den Innoform dieses Jahr gesetzt hat:  Veredelung. Was ist Ihre Kernaussage, bezogen auf diesen Themenkomplex?

Im Wort Veredelung steckt das Wort „edel“. Das hat mich auch einst, seit der allerersten Chemiestunde in der 9. Klasse, dazu bewogen, Chemie zu studieren. Aus einfachen Rohstoffen und Materialien etwas Hochwertiges, Edles zu schaffen, ist nicht nur meine Berufung, es erfüllt mich auch mit viel Freude. Da passe ich ein Zitat von Goethe gern wie folgt an: „Edles schaffe der Mensch, es sei hilfreich und gut.“

Sie referieren über „Veredelung im Spannungsfeld zwischen Mehrwert und Kostendruck“. Was bewegt Sie besonders in diesem Zusammenhang?

Das ist irgendwo das Dilemma, dass man auf Veredelung heutzutage gar nicht mehr verzichten kann, doch man muss sich eben auch im globalen Wettbewerb behaupten können, da man ja nicht der einzige Veredler auf der Welt ist. Also gilt es, die Prozesse zu optimieren, möglichst kostengünstig zu produzieren und dabei höchste Qualität zu liefern. Das gelingt einerseits durch langjähriges Know-how, andererseits muss man bei den Anlagen und Technologien stets auf dem Laufenden sein und gewillt sein, flexibel zu sein und zu investieren.

So viel Aufwand für ein Produkt, das irgendwann im Abfall landet. Wird es mit der Veredelung vielleicht ein bisschen übertrieben? Wo sehen Sie die Vorteile?

Übertrieben, ja, manchmal, aber man kann ja eigentlich alles übertreiben, wenn man will. Die Verpackungskultur ist ein Spiegel unserer Gesellschaft, insbesondere  aber auch der Flexibilität des Einzelnen. Die Verpackung muss immer komplexere Aufgaben erfüllen, von der Herstellung des Lebensmittels bis zum Point of Sale im Handel. All das zu erfüllen, ist nur mit Veredelung möglich. Anders geht das heute doch gar nicht mehr. Im Supermarkt ist man von der Vielfalt der Verpackungen inklusive derer Veredelungen regelrecht überwältigt.

Wo sehen Sie für die Verpackungsdrucker momentan besonderen Handlungsbedarf?

Besonderer Handlungsbedarf besteht im Bereich Personal und Mitarbeiter. Ausbildungsplätze können leider nicht mehr besetzt werden und kein Produktionsleiter kann heutzutage behaupten, genügend und ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu haben. Aber das wäre sehr erforderlich. Früher war das deutlich einfacher; da war der Beruf des Druckers attraktiv und damit beliebt. Man müsste heutzutage wieder verstärkt in Erinnerung rufen, dass die Veredelung etwas Künstlerisches und Kreatives hat und man hier auf äußerst vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten zurückgreifen kann.

Innoform ist bekannt für technisch orientierte Tagungen. Besucher sind in der Regel Fachleute aus der Branche, ihren Kunden und Lieferanten. Was erwarten Sie persönlich von der Zuhörerschaft?

Dass Interesse besteht, die Themen reflektiert werden, man sich eine Meinung dazu bildet und diese dann mit den Kollegen austauscht und bespricht. Oder dass man viele Fragen stellt und passendes Feedback erhält. Doch da habe ich – siehe oben – bei den Innoform-Veranstaltungen immer positive Erfahrungen gemacht.

Konferenzen zum Thema Verpackungsdruck erfreuen sich größerer Beliebtheit als noch vor einigen Jahren. Woher kommt Ihrer Meinung nach dieses gesteigerte Interesse an Wissen und auch Kontakten?

Der Verpackungsdruck wächst stetig und bekommt immer größere Bedeutung. Es wachsen damit auch die Erwartungen der Konsumenten (Verpackungskäufer) und die Anforderungen an die Verpackung selbst. Daher besteht auch die Notwendigkeit, weiteres Wissen aufzubauen. Mit anderen Worten, besonders in diesem Bereich wird sich der Stand der Technik ständig und schnell verbessern. Man muss einfach up-to-date bleiben.

Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach das Zusammenwachsen von verschiedenen Druckverfahren – nicht nur in einem Unternehmen oder einer Marke – sondern sogar in einer Maschine?

Hier sehe ich die Zukunft. Wo es heute Flexo-, Tief- oder Offsetdrucker gibt, wird es in Zukunft Verpackungsdrucker geben, die die verschiedenen Druckverfahren dort einsetzen, wo sie die meisten Vorteile bieten. Und das auch in einer Maschine. Weiter ist zu berücksichtigen, wie man auf sinkende Losgrößen reagiert oder wie man Funktionalitäten durch den Druck einbringt, etwa gedruckte Elektronik oder RFID-Chips etc. Wenn kombinierte Anlagen mit modularem System dieses erfüllen, so ist das für die Produkte sehr wertschöpfend.

Wie schätzen Sie auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (schlecht) die Zukunftschancen für den Verpackungsdruck im Vergleich zu anderen Druckbereichen ein und warum?

Sehr gut. Aber nur in Zusammenhang mit der notwendigen Wertschöpfung in der Prozesskette der Verpackungshersteller. Wie schon oben genannt, wächst die Anforderung an die Verpackung stetig. Dem kann bzw. muss man unter anderem mit dem Bedrucken bzw. dem Veredeln begegnen.

Unsere Teilnehmer möchten Referenten auch gern persönlich besser kennenlernen. Deshalb eine persönliche Frage: Wofür begeistern Sie sich neben Ihren beruflichen Aufgaben besonders?

Abgesehen von der Familie, die ja die größte Begeisterung bringt, „veredle“ bzw. verbessere ich in meiner Freizeit meine Modelleisenbahnanlage (Spur N), vervollständige und betrachte meine Münzsammlung oder spanne beim Lesen von Comics (Asterix, Lucky Luke, Tim & Struppi) aus. Wichtig ist mir auch, Musik zu hören oder spannende Filme zu schauen. Damit die Bewegung nicht zu kurz kommt, fahre ich gern Rad, spiele Fußball und Tischtennis.

Sep 182017
 
Rommel_Christian_1_Blog

Christian Rommel wurde 1965 in Verl, Ostwestfalen, geboren und studierte nach seiner Ausbildung zum Druckformhersteller Verpackungstechnik in Stuttgart, Tokyo und West-China. 1994 schloss er das Studium ab und war bis 1997 am Print-Projektmanagment in Süostasien und an einem Fabrikaufbau in China beteiligt. 1998 wanderte er nach Hongkong aus und gründete die ROX Asia Consultancy Ltd., eine Design- und Produktionsagentur und Unternehmensberatung für Druck und Verpackung.

Christian Rommel ist Organisator von 18 internationalen Ausstellungen für asiatisches Verpackungsdesign und ein gefragter Key Note Speaker auf internationalen Kongressen und Symposien (Thema Innovation, Design, Marke, Verpackung und Neue Medien). Mehr als 120 Publikationen sind in mehr als 20 internatinalen Fachzeitschriften veröffentlicht worden. Außerdem ist er als Autor, Co-Autor und Verleger für fünfzehn Fach-, Sach- und Lehrbücher tätig.

Was hat Sie bewogen, der Einladung von Innoform zu folgen?

Die Innoform-Veranstaltungen sind sehr professionell organisiert und prominent besetzt. Die Qualität der Vorträge ist hoch und die Themen immer aktuell. Berichterstattung im Vorfeld samt Live-Interviews während der Events sind vorbildlich. Die räumliche Nähe zum Standort Osnabrück ist für mich zudem von großem Vorteil. Dadurch lernt man auch Teilnehmer und Referenten aus der Region kennen, die man vorher nicht auf dem Radar hatte. In der Masse der Fachveranstaltungen liegt Innoform klar im oberen Drittel.

Ihr Thema gehört zu einer Reihe verschiedener Blickwinkel auf den Fokus, den Innoform dieses Jahr gesetzt hat:  Veredelung. Was ist Ihre Kernaussage, bezogen auf diesen Themenkomplex?

Veredelung ist mehr als nur die Applikation von zusätzlichen Farben, Lacken, Folien oder Prägungen. Es geht um Multisensorik. Wie können wir möglichst viele Sinne des Verbrauchers ansprechen, um eine Verbindung zwischen ihm und dem Produkt herzustellen. Die gedruckte Elektronik in und auf Verpackungen bietet hier ungeahnte Möglichkeiten. Wir stehen erst am Anfang einer ganz neuen Generation von intelligenten Verpackungen. Mein Interesse gilt der kritischen Auslotung aller Möglichkeiten und Grenzen neuester Technologien, die die Qualität der Verpackung insgesamt voranbringt.

Sie referieren über eine Weltpremiere: „OLED-Technologie im Verpackungsmarkt“. Was bewegt Sie besonders in diesem Zusammenhang?

Mich begeistert immer der Blick über den Tellerrand. Was können wir von anderen Ländern und Kulturen lernen? Seit zwanzig Jahren beschäftige ich mich intensiv mit dem chinesischen Markt und den fantastischen Chancen, die sich dort bieten. Mit gewisser Sorge konstatiert man jedoch auch die zunehmende Abhängigkeit vom Reich der Mitte als Werkbank der Welt. Mit der OLED-Technologie hat man seit langer Zeit erstmals wieder eine bahnbrechende Lösung, die in Deutschland entwickelt wurde und auch hierzulande gefertigt wird.

Bislang gewannen Sie über 20 Branchenpreise mit einer selbstleuchtenden Gin-Verpackung, die innerhalb weniger Tage weltweit über 50.000 Mal verkauft wurde. Solche Verpackungen braucht doch eigentlich kein Mensch, oder?

Der Wunsch nach Individualität ist in uns allen verankert. Um Begehrlichkeit zu wecken, muss sich die internationale Markenartikelindustrie klar abheben. Intelligente Technik aktiviert den Spieltrieb und garantiert einen hohen Spaßfaktor. Das ehrgeizige Ziel, eine solche Packung zu kreieren, wurde in allen Bereichen sogar übertroffen. Der Erfolg gab uns recht und wir sind stolz auf dieses gelungene Ausnahmeprodukt. Trotzdem wird Mies van der Rohes berühmter Ausspruch, „Weniger ist mehr!“ auch im Verpackungsdesign immer seine Gültigkeit behalten.

Und inwieweit rechtfertigen solche Applikationen das Kosten-Nutzen-Verhältnis?

Die Bombay-Gin-Packung vereint alle Aspekte, die man sich als Verpackungshersteller, Markenartikler und Endverbraucher nur wünschen kann: geniales Design, tolle Optik, technische Innovation mit WOW-Effekt und dazu brillant umgesetzt. Es ist eine bisher so nie dagewesene Verpackung mit extrem hohem Wiedererkennungswert, die die Menschen begeistert. Die vergleichsweise hohen Produktionskosten rechtfertigen in jeder Hinsicht den unglaublichen Imagegewinn für die Marke.

Avancieren diese Verpackungen irgendwann zu Sammelobjekten?

Obwohl es nicht unser Ziel war, ist diese Bombay-Packung tatsächlich zu einem extrem begehrten Objekt avanciert, das auf Sammlerbörsen dreistellige Beträge erzielt. Interessiert daran sind nicht nur kreative Produktdesigner. Das Beispiel zeigt, wie auch Menschen außerhalb der Verpackungsindustrie der Faszination derartiger Innovationen erliegen. Das sollte als Ansporn dienen, weiter in dieser Hinsicht zu denken und ein klares Marktbedürfnis zu befriedigen, selbst wenn es nur ein Nischenmarkt ist und immer bleiben wird.

Wo sehen Sie für die Verpackungsdrucker momentan besonderen Handlungsbedarf?

Das größte Potential sehe ich im Zusammenwachsen standardisierter Druckverfahren wie Offset- oder Tiefdruck mit dem Digitaldruck. Der Wunsch nach Individualisierung und Personalisierung ist tief in uns verwurzelt. Bei der Wahl des Druckverfahrens steht man heute überwiegend vor der Frage des „entweder – oder“. Ziel der Verpackungsdrucker muss lauten, ein „sowohl – als auch“-Angebot im Portfolio zu haben.

Innoform ist bekannt für technisch orientierte Tagungen. Besucher sind in der Regel Fachleute aus der Branche, ihren Kunden und Lieferanten. Was erwarten Sie persönlich von der Zuhörerschaft?

Ein Fachmann sollte wissen, was für Produkte, Technologien und Veredelungsarten in seiner Branche möglich sind. Um seine Kunden adäquat beraten zu können, sollte er die Möglichkeiten und Grenzen sowie die Vor- und Nachteile derartiger Innovativen zumindest rudimentär kennen. Ein solches Interesse erwarte ich von den Teilnehmern dieser Konferenz, ungeachtet dessen, ob sie bestimmte Produkte oder Technologien nun gut finden oder nicht, sie selbst anbieten können oder wollen oder nicht.

Konferenzen zum Thema Verpackungsdruck erfreuen sich größerer Beliebtheit als noch vor einigen Jahren. Woher kommt Ihrer Meinung nach dieses gesteigerte Interesse an Wissen und auch Kontakten?

Die Welt wird immer komplexer und die Informationsdichte nimmt zu. Eine Konferenz bietet den unschlagbaren Vorteil des persönlichen Austausches, um sich auf den aktuellen Stand zu bringen. Es geht um Kompetenz, Erfahrung und um Glaubwürdigkeit. Was muss man heute wissen oder können, um auch zukünftig am Markt bestehen zu können? Man kann sich nicht um alle Innovationen kümmern, sondern muss Prioritäten setzen. Als wertvolle Hilfe zur Orientierung und Entscheidungsfindung bieten Konferenzen ein hervorragendes Forum.

Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach das Zusammenwachsen von verschiedenen Druckverfahren – nicht nur in einem Unternehmen oder einer Marke – sondern sogar in einer Maschine?

Wachsender Kostendruck war und ist immer ein entscheidender Faktor in der Notwendigkeit technologischer Weiterentwicklung. Die Inline-Fertigung hat zeitlich und damit finanziell entscheidende Vorteile. Eine Entscheidung zugunsten einer zusätzlichen Veredelung, wie z. B. Hybrid-Lack, fällt damit leichter. Hier geht es um die sinnvolle Kombination von Optik und Haptik in einem Fertigungsschritt. Modular aufgebaute Maschinen mit multiplen Druck- und Veredelungsverfahren werden von daher eine zunehmend bedeutendere Rolle einnehmen.

Wie schätzen Sie auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (schlecht) die Zukunftschancen für den Verpackungsdruck im Vergleich zu anderen Druckbereichen ein und warum?

Ich sehe den Verpackungsdruck nicht isoliert an, sondern als elementaren Teil der äußerst dynamischen Druckbranche, die sich im fortwährenden Wandel befindet. Genau das macht unsere Arbeit auch so interessant. Wir müssen und werden uns der Herausforderung stellen, auch in Zukunft immer neue Impulse zu setzen und die hohen Chancen zu nutzen, die uns der Verpackungsdruck in vielerlei Hinsicht bietet.

Wofür begeistern Sie sich neben Ihren beruflichen Aufgaben besonders?

Seit 30 Jahren führen mich Expeditions- und Abenteuerreisen in die entferntesten Winkel unserer Erde. Ob Wüsten, Dschungel oder Hochgebirge – per Jeep, zu Fuß oder im Kanu besuche ich am liebsten ethnische Minderheiten, die ihr Leben fernab unserer sogenannten Zivilisation meistern. Diese physischen und psychischen Herausforderungen und manchmal sehr grenzwertigen Erfahrungen haben meinen Charakter und meine Persönlichkeit geprägt. Aus diesen Reisen ziehe ich zusätzlich große Energie, die für die Qualität und den Erfolg meiner Arbeit hier in Deutschland von großer Bedeutung sind.

 

Kontakt:

www.roxasia.com sowie www.christianrommel.com.

 

 

Sep 182017
 
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Dieter Hauser (Dipl.-Designer), geboren 1962 in Saabrücken, ist verheiratet und hat 3 Kinder. Er studierte Kommunikations-Design an der FH in Trier. Im Sommer 1986, direkt im Anschluss an das Studium, macht er sich selbstständig. Die ersten 6 Monate arbeitete er tagsüber als „fester freier Mitarbeiter“ in der damals größten Werbeagentur in Trier, abends in seiner eigenen Agentur HS Design, zu Beginn eine 1-Mann-Firma. Bereits im Frühjahr 1987 bearbeitete er die ersten Aufträge im Bereich Packungsdesign und POS-Materialien für einen Tabak- und Zigaretten-Produzenten. Diese Firma ist bis heute ununterbrochen Kunde von HS Design. Viele weitere Kunden werden schon seit 15 – 20 Jahren betreut. HS Design ist heute ein Team von 8 festangestellten Mitarbeitern, 2 Freelancer unterstützen bei Bedarf das Team.

Was hat Sie bewogen, der Einladung von Innoform zu folgen?

Innoform hat hochwertige Veranstaltungen, lehrreiche Inhalte und bietet gute Networking Möglichkeiten.

Ihr Thema gehört zu einer Reihe verschiedener Blickwinkel auf den Fokus, den Innoform dieses Jahr gesetzt hat:  Veredelung. Was ist Ihre Kernaussage, bezogen auf diesen Themenkomplex?

Veredelung ist ein hervorragendes Mittel zum Transport von Wertigkeit, zur Erregung von Aufmerksamkeit. Sie macht Produkte interessant, bedient ein menschliches Urbedürfnis und ist definitiv verkaufsfördernd. Sie ist ein seit Jahrzehnten wachsendes und sich stetig weiter entwickelndes  Markstsegment.

Sie referieren über „Neue Märkte und Verpackungen systematisch gestalten“. Was bewegt Sie besonders in diesem Zusammenhang?

Dass es immer Chancen gibt für Neues, auch wenn viele es oft kaum für möglich halten.

Wo setzen Sie bei der Gestaltung neuer Märkte und Verpackungen an, damit die Verpackung zu einem glaubwürdigen Medium für das entsprechende Produkt wird?

Beim Kern, dem Produkt selbst und der Zielsetzung der Marke bzw. des Markeninhabers.

Wo sehen Sie für die Verpackungsdrucker momentan besonderen Handlungsbedarf?

In der Schere zwischen wachsendem Kosten- und Innovationsdruck nicht zerschnitten zu werden, fokussiert zu denken und zu handeln.

Innoform ist bekannt für technisch orientierte Tagungen. Besucher sind in der Regel Fachleute aus der Branche, ihren Kunden und Lieferanten. Was erwarten Sie persönlich von der Zuhörerschaft?

Ein kompetentes und themeninteressiertes Publikum.

Konferenzen zum Thema Verpackungsdruck erfreuen sich größerer Beliebtheit als noch vor einigen Jahren. Woher kommt Ihrer Meinung nach dieses gesteigerte Interesse an Wissen und auch Kontakten?

Nach und nach setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Packung ein Haupt-Leit-Medium ist. Viele erkennen „Packaging sells!“ In Märkten mit mehr vergleichbaren Produkten ist die Packung DAS Medium mit höchstem Differenzierungspotential.

Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach das Zusammenwachsen von verschiedenen Druckverfahren – nicht nur in einem Unternehmen oder einer Marke – sondern sogar in einer Maschine?

Eine große, weil nur so die wachsenden Anforderungen erfüllbar sind bzw. sein werden. In manchen Bereichen ist das schon länger üblich, z. B. Hybrid-Maschinen bei Rollen-Haftetiketten.  Vor allem das Zusammenwachsen in einer Maschine bietet größtmögliche Flexibilität und gleichzeitig effiziente Inline-Produktion.

Der Bereich „digital plus konventionell“ steht meines Erachtens noch fast ganz am Anfang.

Wie schätzen Sie auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (schlecht) die Zukunftschancen für den Verpackungsdruck im Vergleich zu anderen Druckbereichen ein und warum?

1-2 – hauptsächlich aus 2 Gründen:

  • Verpackung wird es voraussichtlich immer geben und geben müssen, allen „Unverpackt-Trends“ zum Trotz.
  • Der Individualisierungsgrad und die Notwendigkeit für immense Vielfalt sind sehr viel größer als z. B. im Akzidenz-Bereich.

Unsere Teilnehmer möchten die Referenten auch gern persönlich besser kennenlernen. Deshalb eine persönliche Frage: Wofür begeistern Sie sich neben Ihren beruflichen Aufgaben besonders?

Abgesehen von meiner Familie: für Musik! Hören und selbst machen! Ich kann ohne nicht sein und spiele seit vielen Jahren Schlagzeug, aktuell in 2 Bands, in erster Linie in einer Bluesband.