{"id":3516,"date":"2015-08-13T10:07:03","date_gmt":"2015-08-13T10:07:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=3516"},"modified":"2016-01-25T09:46:54","modified_gmt":"2016-01-25T09:46:54","slug":"folienpruefungen-der-zugversuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2015\/08\/13\/folienpruefungen-der-zugversuch\/","title":{"rendered":"Folienpr\u00fcfungen: Der Zugversuch"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kurzzusammenfassung <\/strong><\/p>\n<p>In dieser Ausgabe n\u00e4hern wir uns dem scheinbar einfachen Zugversuch und seiner Aussagekraft f\u00fcr den Praktiker. Kernaussage ist: \u201eLegen Sie weniger Wert auf alte Bekannte aus dem Zugversuch wie Zugfestigkeit und Rei\u00dfdehnung und mehr Wert auf den Startpunkt des Zugversuches im Messbereich des s.g. Sekantenmoduls bei 1 bis 2 % Dehnung. Genau dieser Bereich ist es, der in der Praxis h\u00e4ufig \u00fcber gute oder weniger gute Laufeigenschaften oder sogar eine grunds\u00e4tzliche Eignung eines Materials entscheidet. Trennen Sie sich von Pr\u00fcfwerten, die f\u00fcr ihren Anwendungsfall keine Relevanz haben, wie in vielen F\u00e4llen die Zugfestigkeit oder Rei\u00dfdehnung. Diese belasten nicht nur die Speichermedien Ihrer Serverinfrastruktur sondern auch Denkkapazit\u00e4t ihr Mitarbeiter. (Das f\u00e4llt besonders dann schwer, wenn die Werte doch ohnehin anfallen \u2013 aber dadurch eben trotzdem nicht relevanter werden.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Festigkeiten mit dem Zugversuch bewerten \u2013 wie geht das?!<\/strong><\/p>\n<p>Nun geht es ans Eingemachte: Zugversuch nach DIN EN ISO 527 \/ ASTM D 882.<\/p>\n<p>Wer hat die Norm eigentlich wirklich schon einmal richtig gelesen und wer hat sie dann noch verstanden und hat sich mit der Auswahl der richtigen Kenngr\u00f6\u00dfen f\u00fcr seine Anwendung besch\u00e4ftigt und wer kann diese dann auch reproduzierbar pr\u00fcfen?<\/p>\n<p>Viele Fragen, die aber von gro\u00dfer Bedeutung in der Folien-Verpackungsindustrie sind.<\/p>\n<p>Denn: Der Zugversuch liefert uns Messwerte \u00fcber das Verhalten eines Materials unter<\/p>\n<ul>\n<li>quasistatischer ,<\/li>\n<li>einachsiger (daher ist eine Pr\u00fcfung l\u00e4ngs und mindestens zus\u00e4tzlich quer notwendig),<\/li>\n<li>stetig steigender Zugbeanspruchung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Genau die Zugbeanspruchung ist es, die hier gepr\u00fcft wird. Und eben die Zugbeanspruchung ist es auch, die man damit bewerten, vergleichen und spezifizieren kann. In der Praxis sind Werte aus dem Zugversuch in fast allen Spezifikationen enthalten, weil sich die Vermutung aufdr\u00e4ngt, dass man daraus alle relevanten Eigenschaften wie:<\/p>\n<ul>\n<li>Robustheit<\/li>\n<li>Laufeigenschaften<\/li>\n<li>Spr\u00f6digkeit,<\/li>\n<li>Siegelverhalten etc.<\/li>\n<\/ul>\n<p>ableiten k\u00f6nnte. Aber dieser Anspruch ist leider h\u00e4ufig \u00fcberh\u00f6ht und kann sogar in eine v\u00f6llig falsche Richtung lenken bzw. scheinbare Sicherheit vorgaukeln, die der Zugversuch als alleinige Pr\u00fcfmethode einfach nicht bieten kann.<\/p>\n<p>Der Zugversuch gibt z.B. keine oder nur sehr begrenzte R\u00fcckschl\u00fcsse \u00fcber Verhalten wie:<\/p>\n<ul>\n<li>Schockbeanspruchung<\/li>\n<li>Widerstand gegen Einrei\u00dfen und Durchrei\u00dfen<\/li>\n<li>Langzeitbeanspruchung (Creep)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Relevante Normen<\/strong><\/p>\n<p>Die Normen, die in Europa und der Welt f\u00fcr Folien (Verpackungen) relevant sind, lauten heute:<br \/>\n<strong>DIN EN ISO 527 Teil 1-3 (Ersatz f\u00fcr DIN 53455 in D)<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Teil 1: Allgemeine Grunds\u00e4tze (Begriffsdefinitionen)<\/li>\n<li>Teil 2: Pr\u00fcfbedingungen f\u00fcr Form- und Extrusionsmassen (Spritzguss etc.)<\/li>\n<li>Teil 3: Pr\u00fcfbedingungen f\u00fcr Folien und Tafeln<\/li>\n<li>Teil 3\/ Berichtigungen: betrifft Probek\u00f6rperabmessungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Teile 1 und 3 sind hier besonders relevant.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Sekantenmodul, auf den sp\u00e4ter noch eingegangen wird, nutzen wir auch in Europa die amerikanische Norm:<\/p>\n<p><strong><br \/>\nASTM D 882<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>F\u00fcr Folien besonders interessant: Secant- Modulus<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich der Messung der Foliendicke sind folgende Normen zu ber\u00fccksichtigen:<strong><br \/>\nISO 4593 bzw. DIN 53370 <\/strong><\/p>\n<p><strong><br \/>\nKunststoffe &#8211; Normalklimate f\u00fcr Konditionierung und Pr\u00fcfung<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt mindestens 20 weitere Normen, die im weitesten Sinne mit dem Zugversuch zu tun haben, die aber entweder ungeeignet oder un\u00fcblich sind. Auch passiert es in der Praxis gelegentlich, dass eine veraltete Norm zu Rate gezogen wird.<\/p>\n<h4>1.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Pr\u00fcfung an sich<\/h4>\n<p>Wir wollen an dieser Stelle nicht zu sehr auf die Durchf\u00fchrung eingehen, sondern auf einige typische Fehler aus der Praxis hinweisen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>1.2.1\u00a0\u00a0\u00a0 Der Probek\u00f6rper<\/h4>\n<p>Wie werden Folienstreifen eigentlich nach Norm hergestellt? Im Innoform Testservice in Oldenburg werden die Probek\u00f6rper durch Schneiden oder Stanzen hergestellt. Das h\u00f6rt sich leichter an als es ist \u2013 insbesondere, wenn man sich die unterschiedlichen Eigenschaften weicher Polyethylenfolien, steifer Polyesterfolien, z\u00e4her Polyamidfolien und empfindlicher Aluminiumfolien einmal vor Augen f\u00fchrt. Individuell unterschiedliche Messer und angepasste Verfahren sind n\u00f6tig, um die Normvorgaben zu erf\u00fcllen und \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume reproduzierbare Ergebnisse liefern zu k\u00f6nnen. Hier nur mal ein kleiner Auszug aus der Norm DIN EN Iso 527:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Empfehlung: Probek\u00f6rper Typ 2, d.h. 15 <\/strong><strong>\u00b1 0,1 mm Breite<\/strong><\/p>\n<p>Das h\u00f6rt sich leichter an, als es ist, denn nur 0,1 mm Toleranz gesteht uns die Norm f\u00fcr die Breite des Probek\u00f6rpers zu.<\/p>\n<p>Weiterhin hei\u00dft es in der Norm:<\/p>\n<p>\u201e5 Probestreifen l\u00e4ngs und quer zur Bahn ausschneiden, [\u2026] Probek\u00f6rper mit Fehlern an den Schnittkanten verwerfen\u201c<\/p>\n<p>Werden wirklich immer alle Probenstreifen begutachtet und werden immer l\u00e4ngs 5 und dann noch quer ebenfalls 5 Proben gemessen und daraus das Ergebnis berechnet? Wenn es normgerecht sein soll, muss das so sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Einspannl\u00e4nge<\/strong><\/p>\n<p>\u00c4hnlich sieht es bei der Einspannl\u00e4nge (im Laborjargon auch \u201eProbenl\u00e4nge\u201c), also bei der Bezugsl\u00e4nge zur Berechnung der Dehnung, aus:<\/p>\n<p>\u00dcblich f\u00fcr gereckte Folien und Verbundfolien (etB (Bruchdehnung) &lt; 100 %)<\/p>\n<p><strong>L<sub>0<\/sub>= (Ausgangs-)Messl\u00e4nge <\/strong>(bei Traversenmessung= \u201efreie Einspannl\u00e4nge (entspricht z.B. bei<br \/>\nZwick- Pr\u00fcfger\u00e4ten der parallelen Probenl\u00e4nge)<\/p>\n<p><strong>L<sub>0<\/sub>= 100 <\/strong><strong>\u00b1 0,5 mm<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcblich f\u00fcr Polyolefinfolien, ungereckt (etB (Bruchdehnung) &gt; 100 %)<br \/>\n<strong>L<sub>0 <\/sub><\/strong>(Einspannl\u00e4nge zu Beginn der Pr\u00fcfung)<strong> = 50 *** <\/strong><strong>\u00b1 0,5 mm<br \/>\n<\/strong>(***lt. DIN EN ISO 527 T3 Pkt. 6.1.1 erlaubt f\u00fcr Folien mit hoher Dehnung, entspricht auch ASTM D 882)<\/p>\n<p>Auch bei der Einspannl\u00e4nge muss Wert auf Genauigkeit gelegt werden. Noch entscheidender ist, dass beim Ergebnis gekennzeichnet wird, mit welcher Probenl\u00e4nge gepr\u00fcft wurde. Andernfalls ist eine Vergleichbarkeit wieder nur bedingt oder gar nicht gegeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1.4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Pr\u00fcfgeschwindigkeit<\/strong><\/p>\n<p>Gleiches gilt f\u00fcr die Pr\u00fcfgeschwindigkeit. Auch hier l\u00e4sst die Norm, entsprechend der Vielzahl der unterschiedlichen Kunststoffe mit verschiedenen Eigenschaften, ein breites Band an M\u00f6glichkeiten zu. \u00dcblich in der Praxis der Folienpr\u00fcfung und unbedingt im Pr\u00fcfprotokoll oder Bericht anzugeben sind:<\/p>\n<ol>\n<li>Sekantenmodul (z.B. 2% oder 1 %):<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Einspannl\u00e4nge: l<sub>0<\/sub>=100 mm: <\/strong><\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfgeschwindigkeit V<sub>pr\u00fcf<\/sub>= 10 <\/strong><strong>\u00b1 1 mm\/min (ASTM D 882)<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Einspannl\u00e4nge l<sub>0<\/sub>=50 mm: Pr\u00fcfgeschwindigkeit <\/strong><\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfgeschwindigkeit V<sub>pr\u00fcf<\/sub>= 5 <\/strong><strong>\u00b1 1 mm\/min (ASTM D 882)<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>Zugfestigkeit\/Dehnung bei Bruch:\n<ol>\n<li>gereckte Folien und Verbundfolien (etB &lt; 100%):<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Pr\u00fcfgeschwindigkeit <strong>V<sub>pr\u00fcf<\/sub>= 100 <\/strong><strong>\u00b1 10 mm\/ min<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Polyolefinfolien, ungereckt (etB &gt; 100%)<\/li>\n<\/ol>\n<p>Pr\u00fcfgeschwindigkeit <strong>V<sub>pr\u00fcf<\/sub>= 500 <\/strong><strong>\u00b1 50 mm\/ min <\/strong>(entspricht auch ASTM D 882)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1.5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Spannbacken<\/strong><\/p>\n<p>Das Thema Probeneinspannung\/Spannbacken allein k\u00f6nnte einen ganzen Artikel f\u00fcllen. Hier nur so viel: Es werden \u00fcblicherweise glatte (planparallele) Backen eingesetzt oder konvexe gegen plane Backen gespannt. Diese Abbildung hier zeigt, wo der Haltepunkt in etwa bei konvex \/ planen Backen liegt.<\/p>\n<div id=\"attachment_3517\" style=\"width: 306px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Spannbacken.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3517\" class=\"wp-image-3517 size-full\" src=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Spannbacken.png\" alt=\"Spannbacken\" width=\"296\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Spannbacken.png 296w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Spannbacken-260x300.png 260w\" sizes=\"auto, (max-width: 296px) 100vw, 296px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3517\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: Konvex \/ plane Backenpaare \u2013 Kreidestrich zeigt Haltepunkt des Probenstreifens<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><\/h1>\n<h1><\/h1>\n<h1><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Auswertung des Zugversuchs &#8211; einige Hinweise f\u00fcr \u00a0Praktiker<\/h3>\n<p>Ein bisschen Kunststoffphysik muss sein, Genaueres findet sich hinreichend in der Fachliteratur. Aufmerksam machen m\u00f6chte ich hier auf den vorderen Bereich des Spannungs\/-Dehnungsdiagramms.<\/p>\n<div id=\"attachment_3518\" style=\"width: 518px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Verformungsverhalten_teilkristalline_Thermoplaste.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3518\" class=\"wp-image-3518 size-full\" src=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Verformungsverhalten_teilkristalline_Thermoplaste.png\" alt=\"Verformungsverhalten_teilkristalline_Thermoplaste\" width=\"508\" height=\"357\" srcset=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Verformungsverhalten_teilkristalline_Thermoplaste.png 508w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Verformungsverhalten_teilkristalline_Thermoplaste-300x210.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 508px) 100vw, 508px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3518\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 2: Die ersten drei Phasen der Verformung beim Zugversuch an Kunststofffolien.<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In fast allen Folienverpackungsanwendungen spielen der linear-elastische sowie der linear-viskoelastische Bereich eine Rolle. Genau in diesen leichten Verformungsbereichen (1 \u2013 2 % z.B.) werden Folien belastet. Zum Beispiel verformt eine Druckmaschine \u00fcber die Bahnspannung eine PP-Folie weniger als 1 %, gereckte Folien sogar noch weniger (&lt;0,05%).<\/p>\n<p>Auch Abpackmaschinen \u00fcben nicht wesentlich gr\u00f6\u00dfere Kr\u00e4fte auf Folien aus. Zum Beispiel wird eine Deckelfolie f\u00fcr die Versiegelung einer Schalenverpackung f\u00fcr K\u00e4seprodukte nie mehr als 1 % in die L\u00e4nge gezogen, damit der Rapport zum Schalenformat passend gemacht werden kann.<\/p>\n<p>Das sind nur zwei Gr\u00fcnde, warum es sich lohnt, gerade den unteren Dehnungsbereich beim Zugversuch anzusehen. Man bestimmt hiermit die Zugsteifigkeit eines Materials, die mit dem s.g. 1 % oder 2 % Sekantenmodul beschrieben wird.<\/p>\n<p>Das Tolle daran: Wenn man solch eine Pr\u00fcfung beherrscht und ohnehin die Zugfestigkeit etc. durch einen Zugversuch bestimmen m\u00f6chte, k\u00f6nnen diese Werte (Sekantenmodul, Bruchdehnung)mit ausgewertet werden. Es ist keine zus\u00e4tzliche Pr\u00fcfung n\u00f6tig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der Sekantenmodul \u2013 wie er bestimmt wird<\/strong><\/p>\n<p>Im vorherigen Abschnitt habe ich schon erw\u00e4hnt, warum gerade die unteren Verformungsbereiche f\u00fcr Folienverpackungen, insbesondere aus weichen ungereckten Folien, relevant und interessant sind. Nun hier noch einige wenige Hinweise zur Pr\u00fcfung selbst.<\/p>\n<p>Woher kommt eigentlich der Name Sekantenmodul? Nun, eine Sekante ist eine Gerade, die einen Kreis(bogen) in zwei Punkten schneidet. Und genau das tun wir bei der Auswertung. Wir legen eine Sekante durch den 0-Punkt (in Spezialf\u00e4llen beginnt diese auch etwas sp\u00e4ter) des Spannungsdehnungsdiagramms und schneiden den leicht gebogenen Kraftkurvenverlauf bei z.B. 2% Dehnung des Materials. Die Auswertung ist dann denkbar einfach, wie die folgende Skizze nebst Rechnung zeigt. Das Sekantenmodul entspricht somit der Steigung der Sekante, d.h. je h\u00f6her das Sekantenmodul ist, desto \u201csteiler\u201d verl\u00e4uft der Kraftverlauf und somit die Gerade.<\/p>\n<div id=\"attachment_3521\" style=\"width: 518px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Sekantenmodul.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3521\" class=\"wp-image-3521 size-full\" src=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Sekantenmodul.png\" alt=\"Sekantenmodul\" width=\"508\" height=\"357\" srcset=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Sekantenmodul.png 508w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Sekantenmodul-300x210.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 508px) 100vw, 508px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3521\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 3: Der Pr\u00fcfbereich des Sekanten-Moduls<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_3522\" style=\"width: 518px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Standardwerte_Zugversuch.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3522\" class=\"wp-image-3522 size-full\" src=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Standardwerte_Zugversuch.png\" alt=\"Standardwerte_Zugversuch\" width=\"508\" height=\"357\" srcset=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Standardwerte_Zugversuch.png 508w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Standardwerte_Zugversuch-300x210.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 508px) 100vw, 508px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3522\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 4: Skizze zur Auswertung des Sekanten-Moduls<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Folgendes hat sich in der Folienindustrie bew\u00e4hrt<\/p>\n<p>(ASTM D 882)<\/p>\n<p>e<sub>1<\/sub>= 0 % Dehnung<\/p>\n<p>e<sub>2<\/sub>= z.B. 2 % Dehnung (z.T. auch 1 %) =&gt; in jedem Fall unterhalb der Streckgrenze (= erstes relatives Zugspannungsmaximum)!<\/p>\n<p>Desto h\u00f6her <strong>e<\/strong><sub>2 <\/sub>gew\u00e4hlt wird, desto niedriger wird derZahlenwert des Sekanten-Moduls, da die Steifigkeit mit zunehmender Dehnung des Materiales abnimmt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Typische Werte aus unserem Pr\u00fcflabor<\/h3>\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich Ihnen noch ausgew\u00e4hlte Diagramme mit an die Hand geben, die einige typische Werte von unterschiedlich steifen und festen Folien zeigen. Diese habe ich unver\u00e4ndert einer unserer Seminarmappen entnommen, die in vielen unserer Kurse verwendet werden, um mehr Klarheit \u00fcber die Bedeutung des Zugversuches zu bekommen.<\/p>\n<div id=\"attachment_3523\" style=\"width: 569px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Zugversuch_typische-Werte.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3523\" class=\"wp-image-3523 size-full\" src=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Zugversuch_typische-Werte.png\" alt=\"Zugversuch_typische-Werte\" width=\"559\" height=\"391\" srcset=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Zugversuch_typische-Werte.png 559w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Zugversuch_typische-Werte-300x209.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 559px) 100vw, 559px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3523\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 5: typische Werte aus dem Zugversuch (Maximalkraft)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die ersten beiden S\u00e4ulenpaare zeigen Verbundfolien, wie sie h\u00e4ufig verwendet werden (PA-BO\/PE bzw. PET-BO\/PE. Beide mit Pr\u00fcfgeschwindigkeit 100 mm\/min, sodass sie geringe Rei\u00dfdehnungen haben. Es folgen S\u00e4ulenpaare von Standard-PE Folien mit unterschiedlichen Pr\u00fcfgeschwindigkeiten (V=100 bzw v=500 mm\/min). Hier sieht man deutlich, wie mit h\u00f6herer Geschwindigkeit die Maximalkraft sinkt.<\/p>\n<p>Die letzte S\u00e4ule zeigt im Vergleich noch einmal den Einfluss der Pr\u00fcfbacken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit dem folgenden Diagramm wird deutlich, dass man die Zugsteifigkeit prima mit dem 2 % Sekantenmodul zeigen kann: Die wesentlich festeren (steiferen) Verbundfolien haben deutlich h\u00f6here Werte hinsichtlich Zugfestigkeit und Sekantenmodul. Auch die geringere Zugsteifigkeit des PA-BO\/PE-Materials im Vergleich zum PET-BO\/PE-Material l\u00e4sst sich eindeutig \u00fcber das vergleichsweise geringere Sekantenmodul nachweisen.<\/p>\n<div id=\"attachment_3524\" style=\"width: 569px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Zugversuch_typische-Werte_2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3524\" class=\"wp-image-3524 size-full\" src=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Zugversuch_typische-Werte_2.png\" alt=\"Zugversuch_typische-Werte_2\" width=\"559\" height=\"391\" srcset=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Zugversuch_typische-Werte_2.png 559w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Zugversuch_typische-Werte_2-300x209.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 559px) 100vw, 559px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3524\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 6: Der 2 % Sekanten-Modul an typischen Folien<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es g\u00e4be noch so viel zu sagen \u2013 aber das w\u00fcrde den Rahmen sprengen. Ich m\u00f6chte mit diesem kurzen Beitrag erneut auf die Wichtigkeit von fachgerechten, zwischen den Gesch\u00e4ftspartnern abgestimmten und durchdachten Spezifikationen hinweisen und darf Ihnen schon den 4. Teil mit dem Themenschwerpunkt: \u201eDurch- und Weiterrei\u00dfeigenschaften\u201c ank\u00fcndigen.<\/p>\n<p>Fordern Sie unsere kostenlose Innoform Branchen-Folienspezifikationsvorlage formlos per E-Mail unter <a href=\"mailto:Coaching@innoform.de\">Coaching@innoform.de<\/a> an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurzzusammenfassung In dieser Ausgabe n\u00e4hern wir uns dem scheinbar einfachen Zugversuch und seiner Aussagekraft f\u00fcr den Praktiker. Kernaussage ist: \u201eLegen Sie weniger Wert auf alte Bekannte aus dem Zugversuch wie Zugfestigkeit und Rei\u00dfdehnung und mehr Wert auf den Startpunkt des Zugversuches im Messbereich des s.g. Sekantenmoduls bei 1 bis 2 % Dehnung. Genau dieser Bereich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":3543,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[670,675,3],"tags":[541,543,535,533,534,539,542,538,540,536,537,299],"class_list":["post-3516","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-abfuelltechnik","category-folienherstellung_veredelung","category-folienpruefung","tag-astm-d-882","tag-dehnung","tag-din-53370-spannbacken","tag-din-en-iso-527","tag-iso-4593","tag-laufeigenschaften","tag-prueflabor","tag-robustheit","tag-sekantenmodul","tag-siegelverhalten","tag-sproedigkeit","tag-zugversuch"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3516","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3516"}],"version-history":[{"count":20,"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3516\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3542,"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3516\/revisions\/3542"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3543"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3516"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3516"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3516"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}