{"id":3598,"date":"2015-10-21T10:36:33","date_gmt":"2015-10-21T10:36:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=3598"},"modified":"2016-01-25T09:39:33","modified_gmt":"2016-01-25T09:39:33","slug":"wo-sind-die-querdenker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2015\/10\/21\/wo-sind-die-querdenker\/","title":{"rendered":"Wo sind die Querdenker?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nicht nur in den deutschen Medien h\u00e4ufen sich die negativen Meldungen zum Thema Verpackung und Umwelt. Filme wie Plastic Planet oder Beitr\u00e4ge zu Lebensmittelskandalen, die auf Verpackungen basieren h\u00e4ufen sich und verunsichern Verbraucher, Politiker und nat\u00fcrlich auch Entscheider aus Handel, Lebensmittel- und Verpackungsindustrie. Und was dann kommt ist der \u00fcbliche Reflex: Gegendarstellungen, Studien und Behauptungen aller Art, welchen Segen doch die Verpackung f\u00fcr uns Menschen bedeute. Aber eben auch Auslistung von Bio-Tragetaschen bei Aldi und andere \u00fcberhastete Alleing\u00e4nge, die den Rationalen unter den Experten nur schwer erkl\u00e4rlich sind. Doch was kann anders werden in dieser unendlichen Debatte? Welche Rolle kann die Druck- und Verpackungsindustrie neu einnehmen? Welche Rolle m\u00fcssen Universit\u00e4ten in Zukunft soielen? (auch erschienen in <a href=\"www.WRAPPED.com\">www.WRAPPED.com<\/a> 4\/2015<\/strong><\/p>\n<p>Wussten Sie schon, dass bei den \u00d6kobilanzen, die ja schwer im Trend liegen, die Verpackung bei der Betrachtung von Lebensmitteln insgesamt weniger als 1 % des Fu\u00dfabdruckes in der Umwelt hinterl\u00e4sst? Haupt-Umweltverschmutzer sind unsere schlechten Gewohnheiten. Wir Konsumenten selbst m\u00fcssen etwas \u00e4ndern. Das bringt einen \u00fcberragenden, positiven Nutzen. Die Medien st\u00fcrzen sich aber lieber auf M\u00fcllstrudel im Meer. Das f\u00fchrt zum Negativ-Image unserer Wohlstandsgrundlage \u2013 der Verpackung.<\/p>\n<p>Endlich muss eine dritte Alternative her. Wir brauchen keine weiteren Kompromisse mit neuen Grenzwerten oder das Tragetaschenverbot. Ich schlage vor, durch eine von unserer Industrie initiierte Debatte, ganz neue Anst\u00f6\u00dfe einzubringen und dadurch neue Denkans\u00e4tze zu finden. einfache Fragen an den Handel, Lebensmittelhersteller, aber auch an NGO\u00b4s zielen in die richtige Richtung und nennen \u00c4ngste und Hoffnungen der Stakeholder.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir gemeinsam an der Reduktion von Verpackung und vor allem Verderb von Lebensmitteln arbeiten \u2013 auch um Nachhaltigkeitsziele erreichbarer zu machen?<br \/>\nWo geht es auch mal ohne Verpackung und wo auf gar keinen Fall?<br \/>\nWelchen Weg wollen wir gemeinsam bei der Materialwahl einschlagen (Bio-abbaubar, nachwachsende Rohstoffe, klassische Polymere und Metalle oder doch mal wieder mehr Papier)?<br \/>\nF\u00fcr welche Lebensmittel k\u00f6nnen sich Mehrwegsysteme halten und wo erscheinen Einwegsysteme sinnvoller?<br \/>\nWelche Rolle spielt hier der Trend zur Regionalisierung im Handel?<br \/>\nWie kommen wir alle zusammen zu belastbaren Daten \u2013 ohne politische und ideologische F\u00e4rbungen, welche Systeme f\u00fcr welche Lieferprozesse optimal sind?<br \/>\nFachleute werden in sich schon die Stimmen h\u00f6ren: Das haben wir doch alles versucht. Wir reden doch st\u00e4ndig mit unseren Kunden. Die Politik soll klare Vorgaben machen \u2013 daran halten wir uns dann. Nein \u2013 so darf es nicht wieder enden. Wir sind gefordert einen Innovations-Push zu initiieren. Ohne Angst davor zu haben, alte Pfr\u00fcnde einzub\u00fc\u00dfen. Denn die Geschichte zeigt regelm\u00e4\u00dfig \u2013 ein Mega-Trend ist nicht durch Studien oder Dementi zu stoppen. Hier gibt es nur: Von der Welle mitgerissen zu werden oder auf ihr zu surfen.<\/p>\n<p>Um die o.g. Fragestellung konstruktiv und professionell bearbeiten zu k\u00f6nnen, sind heutige Branchenverb\u00e4nde sicherlich nicht ideal geeignet, denn sonst g\u00e4be es ja diese Medienpr\u00e4senz und Imageprobleme gar nicht. Hier sind neue, schwungvollere, unvoreingenommenere Kr\u00e4fte n\u00f6tig. Warum nicht junge und alte Konsumenten, junge und alte Branchenteilnehmer und junge und alte Aktivisten einbinden, um zu wirklich kontroversen Meinungen und wirklich neuen L\u00f6sungen zu gelangen.<\/p>\n<p><strong>Welchen Auftrag haben die Universit\u00e4ten?<\/strong><\/p>\n<p>Konkret k\u00f6nnte das bedeuten, dass die Universit\u00e4ten, die ja heute alle eine N\u00e4he zur Industrie suchen, Konferenzen initiieren, bei denen sich genau diese Leute treffen und austauschen. Verpackungsexperten sitzen neben Konsumenten jeglicher Couleur. Vortr\u00e4ge aus allen Blickwinkeln zieren die Agenda \u2013 ganz ohne Vertriebs- und Marketingintentionen.<\/p>\n<p>Warum kann nicht wieder Forschung und Lehre an den Unis Vorreiterrollen einnehmen bei Fragen, die uns als Gesellschaft und unsere Branche in diesem Kontext stark tangieren? Wo sind sie die jungen, wilden Profs mit ihren ungest\u00fcmen Ideen?<br \/>\nWo sind die alten Haudegen der Industrie, die mal die (Verpackungs-)Welt ver\u00e4ndern wollten?<br \/>\nWarum organisieren heute Universit\u00e4ten Konferenzen, wie sie in Branchen \u2013 ja ich w\u00fcrde sagen Lobby-Kreisen &#8211; \u00fcblich sind und eben nicht mehr solche vision\u00e4ren Non-Profit Zirkel?<br \/>\nWelchen Auftrag haben die Verpackungs-Universit\u00e4ten eigentlich?<br \/>\nNur das zu lehren, was wir eh schon alle kennen? Oder darf es auch mal wieder auf zu neuen Ufern gehen? Ich denke, dass es gerade heute an der Zeit ist, die noch jungen, aber auch die alten etablierten Verpackungsuniversit\u00e4ten aufzufordern quer zu denken und nicht den Mainstream abzubilden, Entwicklungsabteilungen der Industrie zu bilden oder einfach nur Dienst nach Vorschrift zu machen. Das Kopieren und Verbreiten bekannten Wissens k\u00f6nnen andere L\u00e4nder und Kontinente weit besser leisten als wir Dichter und Denker.<\/p>\n<p>Karsten Schr\u00f6der, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer <a href=\"http:\/\/www.innoform-coaching.de\">Innoform Coaching<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht nur in den deutschen Medien h\u00e4ufen sich die negativen Meldungen zum Thema Verpackung und Umwelt. Filme wie Plastic Planet oder Beitr\u00e4ge zu Lebensmittelskandalen, die auf Verpackungen basieren h\u00e4ufen sich und verunsichern Verbraucher, Politiker und nat\u00fcrlich auch Entscheider aus Handel, Lebensmittel- und Verpackungsindustrie. 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