{"id":5020,"date":"2017-01-13T11:28:06","date_gmt":"2017-01-13T11:28:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=5020"},"modified":"2017-04-27T11:01:46","modified_gmt":"2017-04-27T11:01:46","slug":"verpackung-ist-boese-warum-eigentlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2017\/01\/13\/verpackung-ist-boese-warum-eigentlich\/","title":{"rendered":"Verpackung ist b\u00f6se \u2013 warum eigentlich?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Verpackung ist b\u00f6se \u2013 warum eigentlich?<\/strong><\/p>\n<p>Diese Botschaft senden Medien immer h\u00e4ufiger, z. B. <a href=\"http:\/\/www.ardmediathek.de\/tv\/alles-wissen\/Dick-durch-Weichmacher\/hr-fernsehen\/Video?bcastId=3416170&amp;documentId=39918180\">in diesem Video<\/a>\u00a0oder <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/swr2\/wissen\/plastikverpackungen-untersucht-dick-durch-weichmacher\/-\/id=661224\/did=16849468\/nid=661224\/8j0s6a\/\">diesem Artikel<\/a>. Oft wird da unterschwellig kommuniziert, oft auch ganz offen angeklagt. Warum ist das so?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei uns Konsumenten besteht durch diese Berichterstattung die Gefahr, dass sich solche Parolen festsetzen und zu ung\u00fcnstigen oder wenig nachhaltigen Gegenbewegungen f\u00fchren. Sei es, dass wohlhabendere Menschen versuchen, frische Waren und Bio-Lebensmittel zu bevorzugen; sei es, dass Plastik insgesamt verteufelt und dadurch Wohlstand reduziert wird. Auch drastische Gesch\u00e4ftsmodelle, die noch vor wenigen Jahren undenkbar schienen, flackern neu auf \u2013 der modernisierte <a href=\"http:\/\/original-unverpackt.de\/\">Tante-Emma-Laden<\/a> ganz ohne (Einweg-) Verpackung. Aber geht das wirklich und ist das nachhaltig?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Header_UM_klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5034\" src=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Header_UM_klein.jpg\" alt=\"Header_UM_klein\" width=\"790\" height=\"135\" srcset=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Header_UM_klein.jpg 790w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Header_UM_klein-300x51.jpg 300w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Header_UM_klein-768x131.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 790px) 100vw, 790px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In unseren <a href=\"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/pages\/event\/event_list.php\">Tagungen und Seminaren f\u00fcr Lebensmittelhersteller und Packmittellieferanten<\/a> diskutieren wir diese Fragen differenziert und m\u00f6glichst objektiv seit 2001.<\/p>\n<p>Hier einmal ein Beispiel f\u00fcr solch eine Betrachtung aus mehreren Vortr\u00e4gen, z. B. von Herrn Dr. Onusseit, Prof. Paech oder auch dem Autor\u00a0dieses Beitrages und einigen anderen Referenten und Querdenkern.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5024 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/recycling-254312_1280-150x150.png\" alt=\"recycling-254312_1280\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/recycling-254312_1280-150x150.png 150w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/recycling-254312_1280-96x96.png 96w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/recycling-254312_1280-24x24.png 24w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/recycling-254312_1280-36x36.png 36w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/recycling-254312_1280-48x48.png 48w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/recycling-254312_1280-64x64.png 64w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/>Betrachtet man die Definition der Nachhaltigkeit, so setzt sich diese aus drei S\u00e4ulen zusammen: sozial, \u00f6konomisch und \u00f6kologisch. Will man also ein System &#8211; z. B. eine Verpackungsl\u00f6sung &#8211; auf seine Nachhaltigkeit hin bewerten, m\u00fcssen wir diese drei S\u00e4ulen betrachten. Wir wollen das hier einmal sehr vereinfacht tun.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-5030 alignleft\" src=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/boxes-1834416_1280_Obst_Gem\u00fcse_klein.jpg\" alt=\"boxes-1834416_1280_Obst_Gem\u00fcse_klein\" width=\"150\" height=\"100\" \/>Werden Lebensmittel beispielsweise nur noch frisch, z. B. auf M\u00e4rkten, angeboten, so h\u00e4tte das einige positive Effekte. Wir br\u00e4uchten weniger, bedruckte Konsumverpackungen, wir k\u00e4men h\u00e4ufiger mit Marktverk\u00e4ufern und Kunden ins Gespr\u00e4ch, m\u00fcssten aber etwas mehr Geld bezahlen, mehr Zeit investieren, da diese Art des Vertriebs weniger effizient ist als das zentrale Verpacken und Distribuieren via Einzelhandel. Das will sich vielleicht nicht jeder leisten oder kann es auch gar nicht, weil vielleicht das n\u00f6tige Kleingeld\u00a0fehlt, diesen &#8220;Frischeaufschlag&#8221; zu bezahlen? Zudem werden mehr Produkte auf dem Weg vom Acker zum Konsumenten verderben, da das Verarbeiten und Haltbarmachen entf\u00e4llt bzw. die Zubereitung zum Verbraucher selbst verlagert wird. Dadurch verk\u00fcrzt sich die Lagerdauer und der Lebensmittelverlust erh\u00f6ht sich. <span style=\"color: #000000;\">Denken wir nur einmal an die<\/span> <a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2016\/05\/03\/aktive-verpackungen-koennen-einen-beitrag-zur-nachhaltigkeit-leisten\/\">Studie des WWF zur Lebensmittelverschwendung<\/a>.<\/p>\n<p>Durch das weniger wirtschaftliche System stehen gewissen Bev\u00f6lkerungsschichten diese Lebensmittel nicht zur Verf\u00fcgung<span style=\"color: #000000;\"> und somit ist das nicht besonders sozial.<\/span> \u00d6konomisch ist es ebenfalls nicht die Optimall\u00f6sung, da sich die Lebensmittel nur teurer vertreiben lassen und der Verderb h\u00f6her ist. Dennoch raten Medienvertreter zu diesem Konsumverhalten &#8211; warum? Ist uns und den Medienvertretern das jetzige System nicht gut genug?<\/p>\n<p>Oder ist die heute verbreitete Lieferkette doch perfekt \u2013 industriell erzeugte Lebensmittel zu g\u00fcnstigen Preisen, gut verpackt im Einzelhandel und demn\u00e4chst via Internet zu vertreiben? Vielleicht m\u00fcssen wir noch mehr in Aufkl\u00e4rung stecken und daf\u00fcr sorgen, dass wir Konsumenten das endlich verstehen?<\/p>\n<p>Ich glaube das nicht. Mein Zukunftsbild ist eine Schar von Optimalverpackungn in allen drei Bereichen der Nachhaltigkeit. Und das wird vermutlich nicht mit einem einzigen Vertriebsweg und einer einzigen Verpackung funktionieren. Je nach Einkommens-, Lebens- und Bildungssituation ergeben sich andere Anforderungen und somit L\u00f6sungen. Aber im Moment produzieren wir viel zu viele, viel zu schlechte Verpackungen, die nicht das erf\u00fcllen, was Konsumenten, Politiker, Forscher, Abpacker und H\u00e4ndler sich idealerweise w\u00fcnschen. Oder anders ausgedr\u00fcckt: Keine beteiligte Interessengruppe ist so richtig gl\u00fccklich mit dem jetzigen System der Verteilung und Haltbarmachung von Lebensmitteln. Ebenso bewerten die Entsorger, die ja oft als Gewinner des Dualen Systems benannt werden, das jetzige, unvollkommene R\u00fccknahmesystem als dringend verbesserungsw\u00fcrdig.<\/p>\n<p>Wer die Musik bezahlt, bestimmt, was gespielt wird, sagt der Volksmund. Aber wer bezahlt die Verpackung eigentlich? Letztlich zwar der Konsument, aber der sagt eigentlich gar nicht, was er will, sondern stimmt mit den F\u00fc\u00dfen &#8211; dem Einkaufswagen &#8211; ab und w\u00e4hlt das Produkt, das er als das f\u00fcr ihn am besten wahrnimmt. Aber nicht das, wie es sein k\u00f6nnte. Denn wenn ihm keine optimale L\u00f6sung angeboten wird, kann er nur das geringste \u00dcbel w\u00e4hlen. Also ideal f\u00fcr ihn, seine Lebenssituation, die Lieferkette und die Volkswirtschaft ist das sicher nicht.<\/p>\n<p>Bisher ist es\u00a0die Aufgabe der Packmittelindustrie und Packmitteldesigner, Innovationen zu f\u00f6rdern. Fordern tun diese vor allem die Markeninhaber und der Handel. Doch diese beiden wollen zuerst den\u00a0Absatz steigern und daf\u00fcr auch noch den Kunden einigerma\u00dfen zufriedenstellen. Markeninhaber und Handel delegieren die Aufgabe an Marketingabteilungen und Werbeagenturen. Und so sehen sie dann auch aus, die schreienden, grellen Verpackungen &#8211; emotionsgeladener Plastikm\u00fcll f\u00fcr austauschbare Produkte mit nachtr\u00e4glich angebauten Conveniencefunktionen wie mangelhafter Wiederverschluss oder Entnahmehilfe. Doch stellen Sie Ihre Wurst-Tray-Verpackungen, tr\u00fcben Cerealienbeutel oder eingeschlagene, deformierte Butter so direkt auf den Esstisch? Ich tue das nicht, da es f\u00fcrchterlich unpraktisch ist und wahnsinnig unsch\u00f6n aussieht. Aber wen st\u00f6rt es, solange es nichts Besseres gibt? Und genau das ist der Punkt: Wo bleibt die lang ersehnte Innovation im Verpackungsbereich?\u00a0Kreislaufdenken geht anders.<\/p>\n<p>Das Problem: Niemand wei\u00df scheinbar so richtig, wie es besser geht. Dazu ein Exkurs:<\/p>\n<p>Keine Marktforschung, keine Werbeagentur, kein Handel und kein Designer haben geschrieen, dass wir ein Smartphone haben wollen. Aber heute ist es das am meisten verkaufte Mobilger\u00e4t aller Zeiten! Das hat nicht nur Nokia das Genick gebrochen. Wie kann so etwas Eruptives f\u00fcr Verpackungen denn aussehen? Wer kann so etwas erdenken und entwickeln? Schaffen wir Etablierten das \u00fcberhaupt? Welche M\u00f6glichkeiten bieten uns neue Kommunikations- und Arbeitsweisen f\u00fcr echten Verpackungsfortschritt? Welche Rolle f\u00e4llt der Industrie, welche der Politik und welche den Universit\u00e4ten zu? Wer nimmt das Heft in die Hand? Die bewahrenden Verb\u00e4nde, die Gro\u00dfkonzerne oder der Handel? Ich sehe da im Moment niemanden wie Steve Jobs (Apple) oder Elon Musk (Tesla) im Verpackungsbereich.<\/p>\n<p>Kann uns da eventuell die Kreislaufwirtschaft helfen? Befreit das Kreislaufdenken uns endlich vom Material-Sparwahn? Folien, die nur noch ein Zehntel eines menschlichen Haares d\u00fcnn sind, k\u00f6nnen doch gar nicht mehr wertvoll erscheinen, ein wertiges Produkt repr\u00e4sentieren oder geschweige denn optimal geeignet sein. F\u00e4llt uns da denn nichts Besseres ein, als immer alles leichter, d\u00fcnner und noch kunststoffiger zu machen? Wenn wir in Kreisl\u00e4ufen denken, ist es nicht mehr so wichtig, dass eine Folie oder ein Karton besonders d\u00fcnn und leicht ist, da der Rohstoff ja nicht mehr verloren geht. Wie sch\u00f6n w\u00e4re es, wenn man auch Folienverpackungen mehrfach nutzen k\u00f6nnte und dann sogar noch Pfand daf\u00fcr bek\u00e4me? Dann f\u00fchlte man sich belohnt f\u00fcr&#8217;s \u201eM\u00fcll trennen\u201c und nicht mehr betrogen um seinen Wertstoff. Wie d\u00fcnn k\u00f6nnen PET-Flaschen noch werden, bis wir sie zu den flexiblen Verpackungen z\u00e4hlen?<\/p>\n<div id=\"attachment_4112\" style=\"width: 245px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Karsten-2016.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4112\" class=\"wp-image-4112\" src=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Karsten-2016.jpg\" alt=\"Karsten 2016\" width=\"235\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Karsten-2016.jpg 4904w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Karsten-2016-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Karsten-2016-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Karsten-2016-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 235px) 100vw, 235px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4112\" class=\"wp-caption-text\">live beim Inno-Meeting<\/p><\/div>\n<p>Wie solche Kreislaufprozesse aussehen k\u00f6nnten, stellen Fachleute aus Packmittel- und Kreislaufwirtschaft &#8211; ja die gibt es wirklich &#8211; beim 15. Inno-Meeting <a href=\"http:\/\/im.innoform.de\">http:\/\/im.innoform.de<\/a> und der ersten Tagung mit dem Titel <em>Umwelt- und Umfeld-gerechte Kunststoffverpackungen<\/em> <a href=\"http:\/\/um.innoform.de\">http:\/\/um.innoform.de<\/a> \u00a0vor. Einen ersten Eindruck \u00fcber die Inhalte der Tagung erhalten Sie mit dem <a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2017\/01\/13\/interview-mit-albin-kaelin-zu-umfeld-und-umweltgerechten-verpackungen\/\">Interview von Albin K\u00e4lin<\/a>, der auf der Tagung \u00fcber <em>Cradle to Cradle Design &#8211; Kunststoffverpackungen f\u00fcr den Kreislauf<\/em>\u00a0 referiert. Wir m\u00f6chten zum Neudenken, Querdenken, Weiterdenken animieren und bieten daf\u00fcr kompetente Plattformen und Beitr\u00e4ge f\u00fcr die o. g. Industrien an. Helfen Sie mit, Kreisl\u00e4ufe zu durchdenken und dann auch zu schaffen, um unsere Zukunftsprobleme wie Ressourcenknappheit und schleichende Umweltvernichtung zu l\u00f6sen. Ich glaube, es lohnt sich, denn Verpackung sichert Wohlstand und Gesundheit &#8211; wenn es die richtige ist.<\/p>\n<p>Karsten Schr\u00f6der im Januar 2017<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verpackung ist b\u00f6se \u2013 warum eigentlich? Diese Botschaft senden Medien immer h\u00e4ufiger, z. B. in diesem Video\u00a0oder diesem Artikel. Oft wird da unterschwellig kommuniziert, oft auch ganz offen angeklagt. 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