{"id":5042,"date":"2017-01-13T12:09:18","date_gmt":"2017-01-13T12:09:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=5042"},"modified":"2019-04-08T08:46:29","modified_gmt":"2019-04-08T08:46:29","slug":"interview-mit-albin-kaelin-zu-umfeld-und-umweltgerechten-verpackungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2017\/01\/13\/interview-mit-albin-kaelin-zu-umfeld-und-umweltgerechten-verpackungen\/","title":{"rendered":"Interview mit Albin K\u00e4lin zu umfeld- und umweltgerechten Verpackungen"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen der Tagung <a href=\"http:\/\/event.innoform-coaching.de\/information.php?code=UM\">Umwelt- und umfeldgerechte Verpackungen<\/a> am 4.\/5. April 2017 in W\u00fcrzburg referiert Herr Albin K\u00e4lin am 4. April \u00fcber <em>Cradle to Cradle Design &#8211; Kunststoffverpackungen f\u00fcr den Kreislauf.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Albin K\u00e4lin ist Gr\u00fcnder und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der 2009 gegr\u00fcndeten EPEA Switzerland GmbH. Er forciert Cradle to Cradle\u00ae Projekte in allen Industrien im Alpenraum, insbesondere in der Schweiz und \u00d6sterreich. Und entsprechend seiner Kernkompetenz in der Textilindustrie weltweit.<\/p>\n<p>Von 1981 bis 2004 war er Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Rohner Textil AG in der Schweiz. Unter seiner Leitung gewinnt das Unternehmen seit den 90er Jahren 19 internationale Auszeichnungen und Designpreise und \u00fcbernimmt dadurch in \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Belangen eine weltweit anerkannte Pionierrolle.<\/p>\n<p>Auf seine Initiative hin l\u00e4sst sich das Unternehmen 1996 nach ISO 14001 und EMAS zertifizieren. Zugleich regt er 1993 die Entwicklung der Produktlinie Climatex\u00ae (www.climatex.com) und somit der ersten Cradle to Cradle\u00ae Produkte weltweit an.<\/p>\n<p>Albin K\u00e4lin wird 2001 mit der UBS Key Trophy als Rheintaler Unternehmer des Jahres ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Von 2005 bis Ende 2009 \u00fcbernimmt er die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der EPEA Internationale Umweltforschung GmbH in Hamburg.<\/p>\n<p>Mit der Unterst\u00fctzung der Wissenschaftler betreibt er von 2007 an zus\u00e4tzlich intensiv den Aufbau des Gesch\u00e4ftsfeldes Cradle to Cradle\u00ae in den Niederlanden. Er \u00fcbernimmt auch dort das Mandat des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers der 2008 gegr\u00fcndeten EPEA Nederland GmbH. Mit der Gr\u00fcndung der EPEA Switzerland GmbH gab er die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung von EPEA in Hamburg und den Niederlanden ab.<\/p>\n<p><em><strong>Die Tagungs\u00fcberschrift: Umwelt- und umfeldgerechte Kunststoffverpackungen beschreibt den Spannungsbogen zwischen Marketing-, Konsumenten- und Umweltanforderungen. Wie sehen Sie insgesamt, abgesehen von Ihrem Vortragsthema, die Rolle der Verpackung im gesellschaftlichen Umfeld? Verpacken wir richtig?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Generell vermissen wir die Verpackung der Zukunft. Zu viele Konzepte sind von der Materialwahl nicht kreislauff\u00e4hig, wie z. B. Verbundverpackungen, Aluminiumbeschichtungen, Druckfarben, Antimon Schwermetalle in PET, Organohalogene Chemikalien etc.<\/p>\n<p><em><strong>Mit Ihrem Thema Cradle to Cradle Design &#8211; Kunststoffverpackungen f\u00fcr den Kreislauf &#8211; leisten Sie einen inhaltlich sehr gut passenden Beitrag. Was genau werden Ihre Kernaussagen sein?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Cradle to Cradle Design &#8211; Kunststoffverpackungen f\u00fcr den Kreislauf<\/p>\n<ul>\n<li>Flexpack f\u00f6rdert Nachhaltigkeit, ist jedoch bisher nicht kreislauff\u00e4hig, wir zeigen einen Weg auf, wie es funktionieren k\u00f6nnte<\/li>\n<li>Die 5 Pfeiler einer Kreislaufzertifizierung (Cradle to Cradle Certified\u2122)<\/li>\n<li>Biologische und technische Kreisl\u00e4ufe<\/li>\n<li>Cradle to Cradle\u00ae Design definiert und entwickelt kreislauff\u00e4hige Produkte.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Als Differenzierung zum konventionellen Recycling bleibt die Qualit\u00e4t der Rohstoffe \u00fcber mehrere Produktlebenszyklen erhalten und es werden ausschlie\u00dflich \u201eals sicher bewertete Chemikalien\u201c eingesetzt.<\/p>\n<p>Die Produktionsverfahren, der Gebrauch und die Wiederverwertung der Produkte werden nach dem Modell gestaltet, die Qualit\u00e4t der Rohstoffe \u00fcber mehrere Lebenszyklen zu erhalten.<br \/>\nDas bedeutet: Kein Abfall, alles ist zugleich N\u00e4hrstoff. Die richtigen Materialien werden in definierten Kreisl\u00e4ufen (Metabolismen) zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort eingesetzt.<\/p>\n<p><em><strong>Wo sehen Sie die wesentlichen Denkans\u00e4tze Ihres Modells Cradle to Cradle \u2013 als Wissenstreuh\u00e4nder?<br \/>\n<\/strong><\/em><br \/>\nCradle to Cradle\u00ae Projekte sind in der Regel komplex. F\u00fcr die erfolgreiche Entwicklung und Implementierung verf\u00fcgen wir \u00fcber umfangreiche\/ma\u00dfgebliche und die entsprechende Erfahrung, Know-How und Referenzen in folgenden Bereichen:<\/p>\n<ul>\n<li>Wissenstreuh\u00e4nder: immer wieder z\u00f6gern Teile des Projektnetzwerkes, ausf\u00fchrliche Informationen preiszugeben, z. B. \u00fcber ihre Zulieferer oder Materialien. In diesen F\u00e4llen fungiert EPEA Switzerland als Wissenstreuh\u00e4nder.<\/li>\n<li>Akkreditierter allgemeiner Gutachter f\u00fcr die Cradle to Cradle Certified\u2122 oder Material Health Certification.<\/li>\n<li>Business Development &amp; Strategic Management (z. B. wirtschaftliche Integration von R\u00fccknahmesystemen).<\/li>\n<li>Projektentwicklung, Innovationsmanagement, Change Management (Paradigma Change).<\/li>\n<li>Netzwerk-Management f\u00fcr Stoffstr\u00f6me (z. B. Vernetzung der Kreislaufschliessung).<\/li>\n<li>Definition alternativer L\u00f6sungen (Chemikalien, Rohstoffe, Akteure der Kreislaufschliessung).<\/li>\n<li>Marketing und Kommunikation (Unterst\u00fctzung der Entwicklung von Marketing-Aussagen und Kommunikation).<\/li>\n<li>Beratung Zertifizierung (akkreditierte, fachliche Begleitung, Audit bei den Unternehmen).<\/li>\n<\/ul>\n<p><em><strong>Medien und auch die \u00f6ffentliche Meinung tendieren in j\u00fcngerer Vergangenheit eher zu Negativ-Darstellungen von Verpackungen insgesamt. Neben Umweltrisiken werden auch immer wieder Gesundheitsrisiken bem\u00e4ngelt. Wie sch\u00e4tzen Sie das Aufwand-Nutzen-Verh\u00e4ltnis von Verpackungen allgemein und von Kunststoffverpackungen insbesondere ein?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Die Kritik ist leider mehr als berechtigt. Es fehlen Konzepte von Positivlisten von Chemikalien, Druckfarben und ebenso wird die Lieferkette der eingesetzten Chemikalien nicht ausreichend beherrscht.<\/p>\n<p><em><strong>Folienverpackungen werden als Minimalverpackung bezeichnet. Doch in einem Punkt sind sich viele einig &#8211; das Recycling ist schwierig und belastet die \u00d6kobilanz der Folie. Wie sch\u00e4tzen Sie diesen Nachteil im Vergleich zu Mehrweg- oder Pfandsystemen ein, wie es uns die Flaschenindustrie vormacht?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Leider sind die Folienverpackungen per se nicht kreislauff\u00e4hig. Das muss sich \u00e4ndern. Auf der Konferenz zeigen wir ein positives Beispiel, das in der Umsetzung ist. Werner &amp; Mertz mit der Marke Frosch nimmt diese Herausforderung als Pionier an.<\/p>\n<p><em><strong>Achten Sie auf eine optimale Verpackung, wenn Sie privat einkaufen? W\u00e4hlen Sie Produkte bewusst oder unbewusst nach der Verpackung und nicht nur nach dem Inhalt aus? Und wie wichtig stufen Sie als Verbraucher und Fachmann das Image eines Packmittels im Vergleich zu alternativen Packmitteln ein?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Ja, aber leider werden oft Konzepte als &#8220;\u00d6ko Junk&#8221; angeboten. Wir m\u00fcssen die Verpackungen zukunftsf\u00e4hig f\u00fcr die kommenden Generationen gestalten.<\/p>\n<p><em><strong>Zum Schluss noch eine pers\u00f6nliche Frage: Was begeistert Sie au\u00dferhalb Ihres Berufes?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Weder Ja- noch Nein-Sager<br \/>\nEigentlich bin ich Linksh\u00e4nder. Als ich in die Schule kam, wurde ich gezwungen, mit rechts zu schreiben. Ich habe damals gefragt, warum, aber keine Antwort bekommen. Diese Erfahrung hat mich gelehrt, nichts zu akzeptieren, dessen Sinn ich nicht einsehe. Ich will mein Leben so gestalten, dass es f\u00fcr mich und f\u00fcr die Gemeinschaft Sinn macht. Im Tun wird sichtbar, wie ich Verantwortung \u00fcbernehme. Beruflich arbeite ich daf\u00fcr, Innovationen zu erm\u00f6glichen, neue Produktionsformen zu entwickeln, die keinen Abfall mehr produzieren, sondern &#8220;N\u00e4hrstoffe&#8221; f\u00fcr weitere Produkte. Indem ich dem alten System neue Wege aufzeige, finde ich einen Mittelweg, wie ich weder Ja- noch Nein-Sager bin und \u00fcberzeugt meine Verantwortung trage.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen der Tagung Umwelt- und umfeldgerechte Verpackungen am 4.\/5. April 2017 in W\u00fcrzburg referiert Herr Albin K\u00e4lin am 4. April \u00fcber Cradle to Cradle Design &#8211; Kunststoffverpackungen f\u00fcr den Kreislauf. Albin K\u00e4lin ist Gr\u00fcnder und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der 2009 gegr\u00fcndeten EPEA Switzerland GmbH. 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