{"id":5088,"date":"2017-01-23T12:30:44","date_gmt":"2017-01-23T12:30:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=5088"},"modified":"2019-04-08T08:46:12","modified_gmt":"2019-04-08T08:46:12","slug":"interview-mit-herrn-dr-carl-juergen-wefelmeier-zu-umwelt-und-umfeldgerechten-verpackungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2017\/01\/23\/interview-mit-herrn-dr-carl-juergen-wefelmeier-zu-umwelt-und-umfeldgerechten-verpackungen\/","title":{"rendered":"Interview mit Herrn Dr. Carl-J\u00fcrgen Wefelmeier zu umwelt- und umfeldgerechten Verpackungen"},"content":{"rendered":"<p>Herr Dr. Wefelmeier studierte Wirtschaftsingenieurwesen und promovierte am Institut f\u00fcr Kunststofftechnik in Paderborn.<\/p>\n<p>Er arbeitete anschlie\u00dfend als Verfahrensingenieur im Bereich der Folienextrusion bei einem bekannten Maschinenbauunternehmen, bevor er vor gut 6 Jahren seine T\u00e4tigkeit bei der Firma Gneu\u00df begann. Herr Dr. Wefelmeier ist nun seit mehr als 15 Jahren im Bereich der Folienextrusion t\u00e4tig und leitet bei Gneu\u00df den Gesch\u00e4ftsbereich Folie. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Die Tagungs\u00fcberschrift: Umwelt- und umfeldgerechte Kunststoffverpackungen beschreibt den Spannungsbogen zwischen Marketing-, Konsumenten- und Umweltanforderungen. Wie sehen Sie insgesamt, abgesehen von Ihrem Vortragsthema, die Rolle der Verpackung im gesellschaftlichen Umfeld? Verpacken wir richtig?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>In puncto \u201eMarketing- und Konsumentenanforderungen\u201c verpacken wir meines Erachtens \u201erichtig\u201c, so dass es f\u00fcr den Verbraucher m\u00f6glichst praktisch ist. Diese \u201eConvenience-Verpackungen\u201c richten sich nach den Kundenanforderungen (schnell, bequem, ohne gro\u00dfen Aufwand, angepasste Verpackungsgr\u00f6\u00dfe).<\/p>\n<p>In puncto \u201eUmweltanforderungen\u201c besteht noch viel Verbesserungspotential. Die Recyclingquote des wertvollen Rohstoffs \u201eKunststoff\u201c muss noch deutlich erh\u00f6ht werden. Aber gerade hierzu tragen innovative Maschinenkonzepte bei. Ein solches Konzept werde ich in Form des MRS-Systems vorstellen.<\/p>\n<p><em><strong>Mit Ihrem Thema Anlagentechnik zur Herstellung recycelter Tiefziehfolie mit Lebensmittelzulassung leisten Sie einen inhaltlich sehr gut passenden Beitrag. Was genau werden Ihre Kernaussagen sein?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Als Anlagenbauer ist man h\u00e4ufig auf die Maschinentechnik fokussiert. Das Thema Recycling greift aber viel weiter. Hier spielen die Themen Recyclingf\u00e4higkeit von bestimmten Kunststoffen und Verf\u00fcgbarkeit der Rohstoffe eine entscheidende Rolle. PET l\u00e4sst sich beispielsweise so gut recyceln, weil dieser Rohstoff verf\u00fcgbar (z. B. Flaschenmahlgut bzw. Post Consumer Bottleflakes) und gut zu verarbeiten ist. Unsere Aufgabe als Maschinenhersteller ist es, unseren Kunden (z. B. den Herstellern von Verpackungsfolie) eine Anlagentechnik zu liefern, die den nachfolgenden Anforderungen entspricht:<\/p>\n<ul>\n<li>Minimaler Energieverbrauch<\/li>\n<li>Minimaler Materialeinsatz<\/li>\n<li>Optimale optische und mechanische Folieneigenschaften<\/li>\n<li>Erh\u00f6hung der Kunststoffschmelze- und Produktqualit\u00e4t durch Dekontamination und Schmelzefiltration<\/li>\n<li>Flexibler Einsatz von Input-Materialien: z. B. Post Consumer Bottleflakes, Folienmahlgut, Granulate, Gemische aus unterschiedlichen Rohstoffen<\/li>\n<li>Einfache Handhabung der Maschinentechnik und geringe Wartung<\/li>\n<li>Produkte (EFSA, FDA), welche mit dieser Anlagentechnik hergestellt werden<\/li>\n<li>Einfache Integration von modernen Anlagenkomponenten in vorhandene Anlagen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Kernaussage ist also, dass die sogenannte \u201eGneu\u00df Processing Unit\u201c, bestehend aus MRS-Extruder (Multi-Rotations-System) und Rotary-Filtrationssystem, die oben genannten Anforderungen besonders gut erf\u00fcllt.<\/p>\n<p><em><strong>K\u00f6nnen Sie uns vorab Besonderheiten Ihrer Folien-Recycling-Anlage nennen, von der Sie ganz besonders begeistert sind?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Die Dekontaminationsleistung des MRS-Extruders ist f\u00fcr mich eine zentrale Besonderheit. Es ist m\u00f6glich, das Input-Material ohne Vorbehandlung (ohne Kristallisation und &nbsp;Vortrockung) direkt im Extruder zu verarbeiten und daraus dann eine reine, lebensmitteltaugliche Folie herzustellen, und das mit einem Anteil von bis zu 100 % Rezyklat (z. B. Post Consumer Bottleflakes).<\/p>\n<p>Aus dem Wegfall der Schritte Kristallisation und Vortrocknung, wie es beim konventionellen Einschneckenextrusionsprozess bei der Verarbeitung von PET notwendig ist, resultiert eine Energieeinsparung. Ferner sinkt f\u00fcr den Folienhersteller der Wartungsaufwand.<\/p>\n<p>Der MRS-Extruder basiert grunds\u00e4tzlich auf der Einschneckentechnologie und ist daher sehr einfach zu bedienen. Ferner k\u00f6nnen vorhandene Folienextrusionsanlagen sehr einfach mit dem MRS-System nachger\u00fcstet werden.<\/p>\n<p>Aber nicht nur die Extrusion ist entscheidend. Gerade beim Recycling spielt das Thema Filtration eine wichtige Rolle. Beispielsweise Bottleflakes k\u00f6nnen sehr stark verschmutzt sein. Mit dem Gneu\u00df Rotary-Filtrationssystem ist es m\u00f6glich, auch stark verschmutze Kunststoffschmelzen von Feststoffen zu reinigen. Es funktioniert vollautomatisch, druck- und prozesskonstant.<\/p>\n<p><em><strong>Medien und auch die \u00f6ffentliche Meinung tendieren in j\u00fcngerer Vergangenheit eher zu Negativ-Darstellungen von Verpackungen insgesamt. Neben Umweltrisiken werden auch immer wieder Gesundheitsrisiken bem\u00e4ngelt. Wie sch\u00e4tzen Sie das Aufwand-Nutzen-Verh\u00e4ltnis von Verpackungen allgemein und von Kunststoffverpackungen insbesondere ein?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Umweltrisiken lassen sich durch einen Ausbau des Recycling vermindern. Beim PET funktioniert das schon recht gut, weil f\u00fcr diesen Rohstoff bereits Sammelsysteme (z. B. f\u00fcr die PET-Flaschen) vorhanden sind.<\/p>\n<p>Gesundheitsrisiken lassen sich ebenfalls vermeiden, wenn die Politik entsprechende Anforderungen definiert, wie es bereits durch die EFSA bzw. das FDA erfolgt ist.<\/p>\n<p><em><strong>Folienverpackungen werden als Minimalverpackung bezeichnet. Doch in einem Punkt sind sich viele einig: Das Recycling ist schwierig und belastet die \u00d6kobilanz der Folie. Wie sch\u00e4tzen Sie diesen Nachteil im Vergleich zu Mehrweg- oder Pfandsystemen ein, wie es uns die Flaschenindustrie vormacht?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Im Vergleich zur K\u00e4se- oder Fleischverpackung hat die Flasche den Vorteil, dass es sich hier um ein fl\u00fcssiges Gut handelt. Die Art und Form des zu verpackenden Guts ist bei Folienverpackungen aber sehr unterschiedlich. Ich k\u00f6nnte mir daher ein Pfandsystem z. B. f\u00fcr eine K\u00e4severpackung nicht vorstellen, weil eben nicht jeder K\u00e4se in die gleiche Verpackung passt. Ferner sind die Anforderungen je nach Verpackungsgut stark unterschiedlich, so dass sich nicht nur die Form, sondern auch die Materialauswahl f\u00fcr die Verpackung nach dem Packgut richtet.<\/p>\n<p><em><strong>Achten Sie auf eine optimale Verpackung, wenn Sie privat einkaufen? W\u00e4hlen Sie Produkte bewusst oder unbewusst nach der Verpackung und nicht nur nach dem Inhalt aus? Und wie wichtig stufen Sie als Verbraucher und Fachmann das Image eines Packmittels im Vergleich zu alternativen Packmitteln ein?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Privat achte ich sehr auf die Kunststoffverpackung, weil ich aus beruflichen Gr\u00fcnden einfach daran interessiert bin. Ich w\u00e4hle die Verpackung bewusst aus und finde es als Verbraucher wichtig, dass die Verpackung z. B. wiederverschlie\u00dfbar ist, weil ich h\u00e4ufig das Lebensmittel nicht sofort nach dem \u00d6ffnen der Verpackung verbrauche.<\/p>\n<p>Ob man es will oder nicht, ich bin davon \u00fcberzeugt, dass eine hochwertige Verpackung auch die Qualit\u00e4tsanmutung des Inhaltes beeinflusst. \u201eDas Auge isst mit.\u201c<\/p>\n<p><em><strong>Zum Schluss noch eine pers\u00f6nliche Frage: Was begeistert Sie au\u00dferhalb Ihres Berufes?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Ich halte mich gern in der Natur auf und gehe gern mit meiner Familie wandern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herr Dr. Wefelmeier studierte Wirtschaftsingenieurwesen und promovierte am Institut f\u00fcr Kunststofftechnik in Paderborn. Er arbeitete anschlie\u00dfend als Verfahrensingenieur im Bereich der Folienextrusion bei einem bekannten Maschinenbauunternehmen, bevor er vor gut 6 Jahren seine T\u00e4tigkeit bei der Firma Gneu\u00df begann. 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