{"id":5207,"date":"2017-03-29T10:59:26","date_gmt":"2017-03-29T10:59:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=5207"},"modified":"2017-03-30T07:44:59","modified_gmt":"2017-03-30T07:44:59","slug":"herr-dr-karlheinz-hausmann-zu-umwelt-und-umfeldgerechten-kunststoffverpackungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2017\/03\/29\/herr-dr-karlheinz-hausmann-zu-umwelt-und-umfeldgerechten-kunststoffverpackungen\/","title":{"rendered":"Herr Dr. Karlheinz Hausmann zu umwelt- und umfeldgerechten Kunststoffverpackungen"},"content":{"rendered":"<p>Karlheinz Hausmann studierte Werkstoffwissenschaften an der Universt\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg und der ETH Lausanne. 1987 begann er seine Karriere bei DuPont de Nemours Intl SA in Genf, wo er auf verschiedenen Gebieten in der Polymerentwicklung t\u00e4tig war und verschiedene Funktionen ausf\u00fcllte: Technischer Kundendienst, technische Marktentwicklung, Polymer- und Compoundentwicklung in den Bereichen der Ethylene, Copolymere, Fluoropolymere und technischen Polymere f\u00fcr die Anwendungsbereiche Verpackung, Autoinnenbereich und W&amp;C.<\/p>\n<p>Besonders gut kennt er sich mit Anwendungen f\u00fcr flexible Lebensmittelverpackungen (Extrusionsbeschichtung, Blasfilm, Foliendesign) und mit erneuerbaren, nachhaltigen und kompostierbaren Materialien und Materiall\u00f6sungen f\u00fcr die Verpackungsindustrie aus. So ist es auch nicht verwunderlich, dass er auf der Tagung \u00fcber &#8220;Nachhaltige Verpackungen &#8211; Lightweighting und Recyclierbarkeit&#8221; referiert.<\/p>\n<p>Seine Lieblingsthemen sind die Ionomere (Surlyn\u00ae), Polymermodifikation und Biopolymere.<\/p>\n<p><em><strong>Die Tagungs\u00fcberschrift: &#8220;Umwelt- und umfeldgerechte Kunststoffverpackungen&#8221; beschreibt den Spannungsbogen zwischen Marketing-, Konsumenten- und Umweltanforderungen. Wie sehen Sie insgesamt, abgesehen von Ihrem Vortragsthema, die Rolle der Verpackung im gesellschaftlichen Umfeld? Verpacken wir richtig?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Das kommt drauf an, von welcher Seite Sie es betrachten- auf der einen Seite soll Verpackung sch\u00fctzen, auf der anderen Seite soll Verpackung gar nicht da sein, da sie als St\u00f6rfaktor angesehen wird, der die Umwelt verschmutzt. Also arbeiten wir daran, die Verpackungsstoffe zu verringern, aber gleichzeitig den Produktschutz beizubehalten. Dies kann zu komplizierteren Strukturen f\u00fchren, welche deswegen als schlecht recyclierbar eingesch\u00e4tzt werden, aber in Wirklichkeit genauso gut recyclierbar sind wie ihre dickeren Vorg\u00e4nger &#8211; sie m\u00fcssen halt nur gesammelt und recycliert werden &#8230; dann stellt sich die Frage weniger.<\/p>\n<p>Der Punkt ist doch, den Verpackungsaufwand zu minimieren und den Produktschutz zu maximieren.<\/p>\n<p><em><strong>Mit Ihrem Thema &#8220;Nachhaltige Verpackungen &#8211; Lightweighting und Recyclierbarkeit&#8221; leisten Sie einen inhaltlich sehr gut passenden Beitrag. Was genau werden Ihre Kernaussagen sein?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Minimierung des Verpackungsaufwandes bei gleichzeitiger Maximierung des Produktschutzes. Recyclierbarkeit ist gegeben und kann durch Kompatibilisatoren optimiert werden, solange der Abfall gesammelt wird.<\/p>\n<p>An Beispielen wie dem Virtuous Circle in S\u00fcdafrika kann das aufgezeigt werden. Auf diese Weise erh\u00e4lt der Recyclierprozess sowohl einen sozialen, wirtschaftlichen als auch umweltorientierten Gesichtspunkt. Mehrschichtfolienabf\u00e4lle aus der Lebensmittelverpackung werden von Schulkindern gesammelt und kommen dann in Form von Schulb\u00e4nken oder H\u00e4usern wieder in dieselben Communities zur\u00fcck<\/p>\n<p>Ein weiterer Gesichtspunkt ist das Design zur Recyclierbarkeit. Man sollte bestimmte Komponenten in flexiblen Kunstoffverpackungen minimieren oder vermeiden, um eine gute Recyclierbarkeit zu erzielen, so z. B. Papier, Aluminium oder vernetzte Laminierungsklebstoffe.<\/p>\n<p><em><strong>Sie als Rohstofflieferant setzen auf weniger Material. Wie passt das mit Ihren kommerziellen Absatzstrategien zusammen?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Wir wollen mit Spezialprodukten die Wertsch\u00f6pfung, zu welcher diese Produkte beitragen, betonen und zur Nachhaltigkeit der jeweiligen Verpackungskonzepte beisteuern, gem\u00e4ss dem Motto \u201eweniger ist mehr\u201c.<\/p>\n<p><em><strong>Medien und auch die \u00f6ffentliche Meinung tendieren in j\u00fcngerer Vergangenheit eher zu Negativ-Darstellungen von Verpackungen insgesamt. Neben Umweltrisiken werden auch immer wieder Gesundheitsrisiken bem\u00e4ngelt. Wie sch\u00e4tzen Sie das Aufwand-Nutzen-Verh\u00e4ltnis von Verpackungen allgemein und von Kunststoffverpackungen insbesondere ein?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Ohne Verpackungen k\u00f6nnte man Produkte nicht sicher von A nach B transportieren. Vielen Menschen w\u00fcrden sichere und auch hoch qualitative Lebensmittel vorenthalten. Wollte man alle Kunststoffverpackungen durch Metall, Papier etc. ersetzen, w\u00e4ren der Verpackungaufwand und die Umweltbelastung viel gr\u00f6sser. Nur die flexible Kunststoffverpackung erlaubt es, das Produkt mit einem minimalen Kunstoffmaterialverbrauch zu sch\u00fctzen. Deswegen wird sie auch wahrscheinlich nicht gern gesammelt. Und hier muss das Umdenken ansetzen. Wenn sie gesammelt wird, kann die Recyclierung kosteng\u00fcnstiger sein und neue M\u00e4rkte erschlossen werden.<\/p>\n<p>Hinsichtlich Gesundheitsrisiken &#8230; das ist wohl mit allen Verpackungsarten verbunden, mit recyclierten Kartons wohl noch mehr als mit reinen Kunststoffen. Auch recyclierte Metalle k\u00f6nnen mit Verunreinigungen behaftet sein. Da hilft nur Kontrolle.<\/p>\n<p><em><strong>Folienverpackungen werden als Minimalverpackung bezeichnet. Doch in einem Punkt sind sich viele einig &#8211; das Recycling ist schwierig und belastet die \u00d6kobilanz der Folie. Wie sch\u00e4tzen Sie diesen Nachteil im Vergleich zu Mehrweg- oder Pfandsystemen ein, wie es uns die Flaschenindustrie vormacht?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Alle \u00d6kobilanzen, die ich gesehen habe, sind eigentlich vorteilhaft f\u00fcr Mehrschichtverpackungen, vor allem, wenn man den erzielten Nutzen, also die Vermeidung von Lebensmittelabf\u00e4llen, mit einbezieht &#8211; aber das wird von vielen Leuten ignoriert. Man kann die \u00d6kobilanzen von Verpackung und Lebensmitteln eigentlich nicht trennen &#8211; sie m\u00fcssen als Ganzes gesehen werden. Der Co2 Footprint der Verpackung ist eigenlich klein gegen\u00fcber dem Co2 Footprint des Lebenmittels, das gesch\u00fctzt wird und dessen Verderb vermieden wird.<\/p>\n<p>Auch der Umstand, dass ich mit einer d\u00fcnnen Folienverpackung 90% des Materials einer dickeren Verpackung ersetzen kann, ist wichtig zu verstehen. Es ist schon mal schwierig, eine Recyclierungsrate von 90 % zu erreichen &#8230; und 10 % ist eigentlich nur der Abfall der d\u00fcnneren Verpackung, welche ich max. produziere &#8230; recycliere ich diese dann, erhalte ich eine sehr positive \u00d6kobilanz.<\/p>\n<p><em><strong>Achten Sie auf eine optimale Verpackung, wenn Sie privat einkaufen? W\u00e4hlen Sie Produkte bewusst oder unbewusst nach der Verpackung und nicht nur nach dem Inhalt aus? Und wie wichtig stufen Sie als Verbraucher und Fachmann das Image eines Packmittels im Vergleich zu alternativen Packmitteln ein?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Ja, bei Fleisch achte ich darauf, Vakuumverpackungen zu kaufen, da diese weniger Material verbrauchen und besser sch\u00fctzen. Auch erachte ich \u201eMogelverpackungen\u201c als weniger sinnvoll und versuche das Verh\u00e4ltnis Produktgewicht\/Verpackungsgewicht zu maximieren.<\/p>\n<p>Ja, das Image eines Packmittels ist wichtig &#8211; ich versuche, Packungen aus Karton oder solche, die Papier zusammen mit d\u00fcnnen Kunststoffolien enthalten, zu vermeiden (sehr schlechte \u00d6kobilanz, Kontamination mit Mineral\u00f6len, St\u00f6rung der Recyclierung, wenn mit Kunststoffen verbunden etc.)<\/p>\n<p><em><strong>Zum Schluss noch eine pers\u00f6nliche Frage: Was begeistert Sie au\u00dferhalb Ihres Berufes?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Reisen und das Kennenlernen fremder Kulturen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Karlheinz Hausmann studierte Werkstoffwissenschaften an der Universt\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg und der ETH Lausanne. 1987 begann er seine Karriere bei DuPont de Nemours Intl SA in Genf, wo er auf verschiedenen Gebieten in der Polymerentwicklung t\u00e4tig war und verschiedene Funktionen ausf\u00fcllte: Technischer Kundendienst, technische Marktentwicklung, Polymer- und Compoundentwicklung in den Bereichen der Ethylene, Copolymere, Fluoropolymere und technischen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":5210,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[670,131,681,673,675,684,1,730],"tags":[680,1370,1246,64,60,1151,876,1193,1368,519,111,582,782,1369,737,1016,518,325,13],"class_list":["post-5207","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-abfuelltechnik","category-barrierefolien","category-biofolien","category-recycling","category-folienherstellung_veredelung","category-primaerverpackungen","category-news-news","category-verpackungsdesign","tag-barrierefolien","tag-co2-footprint","tag-dekontamination","tag-drucken-und-kaschieren","tag-folienverpackung","tag-kreislaufwirtschaft","tag-kunststoffe","tag-kunststoffverpackungen","tag-lightweighting","tag-mineraloel","tag-nachhaltigkeit","tag-oekobilanz","tag-polymere","tag-recyclierbarkeit","tag-recycling","tag-um-04-17","tag-umwelt","tag-verbundfolien","tag-verpackungsfolien"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5207","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5207"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5207\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5323,"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5207\/revisions\/5323"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5210"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5207"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5207"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5207"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}