{"id":5244,"date":"2017-03-15T15:18:22","date_gmt":"2017-03-15T15:18:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=5244"},"modified":"2017-03-16T10:43:27","modified_gmt":"2017-03-16T10:43:27","slug":"bernd-brandt-aeussert-sich-zu-umwelt-und-umfeldgerechten-kunststoffverpackungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2017\/03\/15\/bernd-brandt-aeussert-sich-zu-umwelt-und-umfeldgerechten-kunststoffverpackungen\/","title":{"rendered":"Bernd Brandt \u00e4u\u00dfert sich zu umwelt- und umfeldgerechten Kunststoffverpackungen"},"content":{"rendered":"<p>Dipl.-Ing. Bernd Brand hat Kulturtechnik studiert. Als Forschungsassistent am Institut f\u00fcr Wasserg\u00fcte und Abfallwirtschaft an der Technischen Universit\u00e4t Wien und als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Ressourcen Management Agentur hat er sich mit Themen der Abfallwirtschaft und des regionalen, insbesondere urbanenen Stoffwechsels zur Steuerung des regionalen Stoffhaushalts nach den Kriterien der langfristigen Umweltvertr\u00e4glichkeit und der optimalen Rohstoffnutzung besch\u00e4ftigt. Seit 2008 arbeitet Bernd Brandt als Senior Consultant bei denkstatt. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Arbeiten liegen in der Planung, Leitung und Durchf\u00fchrung von (Forschungs)Projekten im Bereich nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen, insbesondere \u00d6kobilanz- und Footprint-Studien.<\/p>\n<p><em><strong>Die Tagungs\u00fcberschrift: Umwelt- und umfeldgerechte Kunststoffverpackungen beschreibt den Spannungsbogen zwischen Marketing-, Konsumenten- und Umweltanforderungen. Wie sehen Sie insgesamt, abgesehen von Ihrem Vortragsthema, die Rolle der Verpackung im gesellschaftlichen Umfeld? Verpacken wir richtig?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Ja, grunds\u00e4tzlich verpacken wir richtig. Verpackung ist kein Selbstzweck, sondern dient dem Schutz des verpackten Produkts. Enorme Anstrengungen werden unternommen, um Verpackungen immer weiter zu optimieren, so dass sie einerseits das verpackte Produkt bestm\u00f6glich sch\u00fctzen und andererseits Anforderungen bzgl. Design und Convenience ebenso erf\u00fcllen wie einen m\u00f6glichst geringen negativen Einfluss auf die Umwelt. Dieser Einfluss auf die Umwelt betrifft nicht nur die Verpackung selbst, sondern vor allem das verpackte Produkt, das mit der Verpackung vor Schaden bewahrt wird, wodurch die Zuf\u00fchrung zur eigentlichen Verwendung garantiert wird.<\/p>\n<p><em><strong>Mit Ihrem Thema &#8220;Schutzfunktion oder \u00d6kologie &#8211; die Schl\u00fcsselfaktoren nachhaltiger Verpackungen&#8221; leisten Sie einen inhaltlich sehr gut passenden Beitrag. Was genau werden Ihre Kernaussagen sein?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Die Kernaussagen lauten wie folgt:<\/p>\n<ul>\n<li>Den gr\u00f6\u00dften Beitrag zum Umweltschutz leisten Verpackungen durch ihre Schutzfunktion.<\/li>\n<li>Optimierte Verpackungen erzeugen fast immer \u00f6kologische Vorteile, weil der Nutzen von vermiedenen Abf\u00e4llen deutlich h\u00f6her ist als der Aufwand der Verpackungsproduktion bzw. -optimierung. Dieses gilt f\u00fcr Verbrauchsg\u00fcter im Lebensmittelbereich genauso wie f\u00fcr Gebrauchsg\u00fcter, wie z. B. Elektroger\u00e4te.<\/li>\n<li>Die Schutzfunktion von Verpackungen ist meist wichtiger als die Einfl\u00fcsse verschiedener Verpackungsmaterialien, auch hinsichtlich ihrer Rezyklierbarkeit.<\/li>\n<li>Je hochwertiger das Produkt ist, umso mehr sollte das Produkt durch hochwertige Verpackung gesch\u00fctzt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em><strong>Ein Themenschwerpunkt Ihres Vortrags ist der \u00f6kologische Nutzen ersparter Lebensmittelverluste. Wie setzen Sie das pers\u00f6nlich im Alltag um?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Ich achte bewusst auf die Vermeidung von Lebensmittelabf\u00e4llen. Das bedeutet, nach M\u00f6glichkeit nur so viel zu kaufen und zuzubereiten, wie ben\u00f6tigt wird. \u00dcbriggebliebene Lebensmittel gut zu verpacken und ggf. zu k\u00fchlen, um die Haltbarkeit zu verl\u00e4ngern. Bei Lebensmitteln, die kurzfristig verbraucht werden, kann auch schon mal auf eine Verpackung verzichtet werden, wenn gew\u00e4hrleistet ist, dass die Lebensmittel bis zum Verzehr keinen Schaden nehmen.<\/p>\n<p><em><strong>Medien und auch die \u00f6ffentliche Meinung tendieren in j\u00fcngerer Vergangenheit eher zu Negativ-Darstellungen von Verpackungen insgesamt. Neben Umweltrisiken werden auch immer wieder Gesundheitsrisiken bem\u00e4ngelt. Wie sch\u00e4tzen Sie das Aufwand-Nutzen-Verh\u00e4ltnis von Verpackungen allgemein und von Kunststoffverpackungen insbesondere ein?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>In unserer Gesellschaft hat sich teilweise ein Verst\u00e4ndnis breit gemacht, dass Verpackung viel Abfall erzeugt, aber wenig bringt. Hier gilt es, entgegenzuwirken und den Wert der Verpackung wieder ins rechte Licht zu r\u00fccken, denn sichtbar ist nur der Abfallberg, den Verpackungen erzeugen (und der letztlich f\u00fcr die einseitige Wahrnehmung verantwortlich ist), nicht aber der vermiedene Abfallberg an Produkten, die dank zweckm\u00e4\u00dfiger Verpackung nicht verdorben oder besch\u00e4digt worden sind.<\/p>\n<p>Durch den Schutz der verpackten Waren gibt es in der Regel sowohl einen \u00f6kologischen als auch \u00f6konomischen Vorteil, da die Verhinderung von Verderb oder Zerst\u00f6rung von &#8220;teuren&#8221; Waren einen gr\u00f6\u00dferen \u00f6kologischen sowie \u00f6konomischen Nutzen hat als die Produktion und Verwertung von vergleichsweise &#8220;g\u00fcnstigen&#8221; Verpackungsmaterialien. Dieses gilt grunds\u00e4tzlich gleicherma\u00dfen f\u00fcr alle Verpackungsmaterialien. Je nach Anforderung gibt es optimale Verpackungsl\u00f6sungen, die aus unterschiedlichen Materialien bestehen k\u00f6nnen, oftmals auch aus Materialverbunden.<\/p>\n<p><strong><em>Folienverpackungen werden als Minimalverpackung bezeichnet. Doch in einem Punkt sind sich viele einig &#8211; das Recycling ist schwierig und belastet die \u00d6kobilanz der Folie. Wie sch\u00e4tzen Sie diesen Nachteil im Vergleich zu Mehrweg- oder Pfandsystemen ein, wie es uns die Flaschenindustrie vormacht?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr gewisse Verpackungsl\u00f6sungen sind Mehrweg- oder Pfandsysteme weniger gut geeignet. Hier gilt es, durch optimierte L\u00f6sungen den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Umweltnutzen zu erzielen. Das bedeutet bspw. f\u00fcr Folienverpackungen nicht zwangsl\u00e4ufig die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Rezyklierbarkeit. Bei Ecodesign-Ma\u00dfnahmen ist darauf zu achten, dass durch eine Optimierung im abfallwirtschaftlichen Sinne die eigentliche (Schutz)Funktion der Verpackung nicht darunter leidet, denn der Vorteil einer besseren Verwertbarkeit kann durch Nicht-Erf\u00fcllung der Schutzfunktion oder auch durch zunehmendes Verpackungsgewicht schnell verloren gehen. Dieses wiederum w\u00fcrde die Umweltwirkungen erh\u00f6hen. Folglich hei\u00dft es JA zur Erh\u00f6hung der Rezyklierbarkeit, aber nicht um jeden Preis. Viel mehr gilt es, die geringsten Umweltwirkungen im GESAMTEN Lebenszyklus anzustreben, die Produkt und Verpackung gemeinsam verursachen.<\/p>\n<p><strong><em>Achten Sie auf eine optimale Verpackung, wenn Sie privat einkaufen? W\u00e4hlen Sie Produkte bewusst oder unbewusst nach der Verpackung und nicht nur nach dem Inhalt aus? Und wie wichtig stufen Sie als Verbraucher und Fachmann das Image eines Packmittels im Vergleich zu alternativen Packmitteln ein?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das wesentliche Kriterium ist nat\u00fcrlich der Inhalt. Jedoch egal um welches Produkt es sich handelt, die ideale Kombination besteht aus einem qualitativ hochwertigen Produkt in einer optimalen Verpackung. Im Falle von Lebensmitteln kann das von einer aufwendigeren optimierten Verpackung bis zu wenig bis gar keiner Verpackung im Falle von baldigem Verbrauch reichen. Wenn es die Wahlm\u00f6glichkeit gibt, bspw. Lebensmittel offen oder verpackt zu kaufen, gilt es, sich zu fragen, wie lange sie haltbar sein sollen. Ist diese Zeit sehr kurz, kann die ressourcenschonendste und somit beste Option auch keine Verpackung bedeuten.<\/p>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, ist das Bewusstsein in unserer Gesellschaft ob des Nutzens von Verpackungen zum Teil schwach ausgepr\u00e4gt, wodurch das Image von Verpackungen leidet. Positive Eigenschaften von Verpackungen, wie Verl\u00e4ngerung der Haltbarkeit der verpackten Produkte oder Schutz vor Besch\u00e4digung, m\u00fcssen den KonsumentInnen vor Augen gef\u00fchrt werden, um das Bewusstsein zu relativieren. Ein solches Bewusstsein ist vielfach nicht vorhanden. Dieses gilt ganz allgemein f\u00fcr s\u00e4mtliche Verpackungsmaterialien und f\u00fcr Kunststoffverpackungen im Besonderen.<\/p>\n<p><strong><em>Zum Schluss noch eine pers\u00f6nliche Frage: Was begeistert Sie au\u00dferhalb ihres Berufes?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Mich besch\u00e4ftigt beispielsweise die Frage, wieviel Materialumsatz und damit einhergehend Umweltwirkungen braucht es f\u00fcr ein gutes Leben? Und ich muss immer wieder begeistert feststellen, ich lebe sehr gut und es braucht nicht allzu viel dazu! Ich wohne in einem w\u00e4rmeged\u00e4mmten Mehrparteienwohnhaus, fahre m\u00f6glichst viel mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad und verzichte auf private Flugreisen. Das Familienauto ist ein gewisses Zugest\u00e4ndnis an die Bequemlichkeit des Reisens mit Kindern, aber sobald diese \u00e4lter sind, plane ich ohne Auto. Ich bevorzuge Freizeitaktivit\u00e4ten in der umliegenden Natur, die mit keinem oder wenig Ressourcenaufwand bewerkstelligt werden k\u00f6nnen und beim Essen und Trinken gilt nach M\u00f6glichkeit die Devise bio, vegetarisch, regional und saisonal.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dipl.-Ing. Bernd Brand hat Kulturtechnik studiert. 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