{"id":5339,"date":"2017-04-10T09:41:16","date_gmt":"2017-04-10T09:41:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=5339"},"modified":"2017-04-19T09:59:02","modified_gmt":"2017-04-19T09:59:02","slug":"heike-schwertke-ueber-konformitaet-und-verordnungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2017\/04\/10\/heike-schwertke-ueber-konformitaet-und-verordnungen\/","title":{"rendered":"Heike Schwertke \u00fcber Konformit\u00e4t und Verordnungen"},"content":{"rendered":"<p>Heike Schwertke wurde an den Staatl. Schulen des Landkreises Waldeck-Frankenberg zur Staatlich gepr\u00fcften Umweltschutztechnikerin mit Schwerpunkt Labortechnik ausgebildet. Sie startete ihren beruflichen Werdegang 1987 bei der Firma BRANOpac. Nach T\u00e4tigkeiten im Umweltbereich, in der Qualit\u00e4tskontrolle, Forschung + Entwicklung und im Produktmanagement \u00fcbernahm sie 2003 die Leitung des Betriebslabors. Im Rahmen dieser T\u00e4tigkeit betreute sie u. a. die Produktgruppe BRANOfol (Korrosionsschutzfolien), war f\u00fcr die Auswahl und Qualifizierung von Extrudeuren (international) sowie f\u00fcr die Vereinbarung und Umsetzung von Kundenspezifikationen verantwortlich.<\/p>\n<p>Seit 2007 unterst\u00fctzt sie den Testservice von Innoform. Zu ihren Hauptaufgaben z\u00e4hlen die Kundenbetreuung im Zusammenhang mit Fragestellungen zur Konformit\u00e4t von Materialien und Gegenst\u00e4nden, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Ber\u00fchrung zu kommen, sowie die Bewertung dieser Materialien.<\/p>\n<p><em><strong>Welche Vorgaben halten Sie f\u00fcr besonders wertvoll und warum?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Die EU-Kommission hat einige Leitf\u00e4den ver\u00f6ffentlicht, in denen die Auslegungen der rechtlichen Vorgaben konkretisiert werden. Derzeit nutze ich z. B. den \u201eLeitfaden der Union zur Verordnung (EU) Nr. 10\/2011 \u00fcber Materialien und Gegenst\u00e4nde aus Kunststoff, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Ber\u00fchrung zu kommen, in Bezug auf Informationen in der Lieferkette\u201c regelm\u00e4\u00dfig, um Kunden zu erkl\u00e4ren, welche Informationen eine Konformit\u00e4tserkl\u00e4rung enthalten sollte.<\/p>\n<p><em><strong>Welcher Bereich sollte dringend vom Gesetzgeber aus Ihrer Sicht geregelt werden?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr die Konformit\u00e4tsbewertung von Verpackungen gibt es eine Vielzahl an Regelungen, die meiner Meinung nach einerseits zu wenig bekannt sind und andererseits manchmal nur sehr rudiment\u00e4r umgesetzt werden. Weitere Regelungen f\u00fchren nicht unbedingt\u00a0 zu einer Verbesserung der Umsetzung, da gerade kleine Firmen mit der Vielzahl an Anforderungen \u00fcberfordert sind. Daher w\u00e4re eine engmaschigere Aufkl\u00e4rung, z. B. durch die \u00dcberwachungsbeh\u00f6rden, sehr hilfreich.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es viele Themen, zu denen ich mir pers\u00f6nlich Einzelma\u00dfnahmen auf EU-Ebene w\u00fcnschen w\u00fcrde, um zu vermeiden, dass immer mehr einzelstaatliche Regelungen verabschiedet werden. Das w\u00e4ren zum einen z. B. eine Druckfarbenverordnung oder klarere Regelungen f\u00fcr die Verantwortlichkeit f\u00fcr die Bewertung von Verunreinigungen und Abbauprodukten (NIAS &#8211; non intentionally added substances). Gerade am Anfang der Lieferkette fehlen oft Informationen zu Abbauprodukten, die erst im Verarbeitungsprozess entstehen. Allerdings macht die Bewertung an dieser Stelle am meisten Sinn, um \u00dcberschneidungen zu vermeiden und die Kosten so gering wie m\u00f6glich zu halten. Daher w\u00e4re eine Koordinierung von Risikobewertungen an zentraler Stelle, wie\u00a0 z. B. bei der EFSA, aus meiner Sicht w\u00fcnschenswert. Die Kosten dieser Studien k\u00f6nnten auf alle Unternehmen, die mit diesen Stoffen Geld verdienen, umgelegt werden.<\/p>\n<p><em><strong>Wo sehen Sie momentan f\u00fcr Packmittelhersteller besonderen Handlungsbedarf?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>In einer Konformit\u00e4tserkl\u00e4rung f\u00fcr Kunststoffverpackungen muss unter anderem best\u00e4tigt werden, dass Reaktionszwischenprodukte, Abbau- oder Reaktionsprodukte den einschl\u00e4gigen Anforderungen der Rahmenverordnung gen\u00fcgen und dass gem\u00e4\u00df Artikel 19 der Kunststoff-Verordnung eine Risikobewertung durchgef\u00fchrt worden ist.<\/p>\n<p>Dieser Punkt ist einigen Firmen noch nicht bewusst, so dass ich eine Analyse der Produkte auf Verunreinigungen und Abbauprodukte (NIAS &#8211; non intentionally added substances) sowie deren Bewertung als notwendig ansehe.<\/p>\n<p><em><strong>Wie sch\u00e4tzen Sie grunds\u00e4tzlich die Bedeutung von Grenzwerten, z. B.\u00a0 f\u00fcr spezifische Migrationslimits (SML), ein?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Grenzwerte sind aus meiner Sicht wichtig f\u00fcr Substanzen, von denen ein Risiko f\u00fcr den Verbraucher ausgeht. Mit Sicherheit gibt es in der Verordnung auch einige Grenzwerte, die man \u00fcberdenken kann. Dies w\u00e4ren z. B. Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr sehr fl\u00fcchtige Monomere, die sich, sofern noch Spuren vorhanden sind, in der Regel bei der Extrusion verfl\u00fcchtigen. Da w\u00e4re es vielleicht hilfreicher, anstatt Grenzwerte f\u00fcr die Substanzen Verarbeitungsbedingungen zu definieren, bei denen die Stoffe in der Regel nicht mehr nachweisbar sind, um Kosten f\u00fcr Untersuchungen zu minimieren.<\/p>\n<p><em><strong>Sie referieren \u00fcber &#8220;Umsetzung von Anforderungen des Handels auf Grund von Forderungen und Bewertungen von Verbraucherorganisationen&#8221;. Was bewegt Sie besonders in diesem Zusammenhang?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Unsere Welt wird immer schnelllebiger. Durch die gute Vernetzung unserer Medien verbreiten sich Informationen rasant und k\u00f6nnen Verbraucher verunsichern, wenn sie selbst nicht in der Lage sind, die Angaben zu bewerten. Der Handel reagiert daher sehr zeitnah auf negative Bewertungen in Ver\u00f6ffentlichungen, wie z. B. \u00fcber migrierf\u00e4hige Stoffe aus Verpackungsmaterialien. Das f\u00fchrt dazu, dass Stellungnahmen zur \u201eSubstanz des Monats\u201c in k\u00fcrzester Zeit erforderlich sind, egal ob diese Sinn machen oder nicht.<\/p>\n<p>Besonders bewegt mich an dieser Thematik die manchmal mangelnde Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Eine umfangreiche Recherche \u00fcber das Vorkommen der Stoffe in der gesamte Prozesskette, deren toxikologische Bewertungen sowie die Gefahr der Migration auf ein Lebensmittel w\u00fcrden helfen, das Risiko besser einzusch\u00e4tzen und die Verbraucher umfassend zu informieren.<\/p>\n<p><em><strong>Wof\u00fcr begeistern Sie sich neben Ihrem beruflichen Aufgaben?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Im Sommer genie\u00dfe ich Bewegung im Freien, wie z. B. beim Inline-Skaten oder Radfahren. Eine weitere gro\u00dfe Leidenschaft sind Fernreisen, durch die ich einige andere Kulturkreise kennenlernen durfte, beeindruckende Kultursch\u00e4tze besichtigt und \u00fcberw\u00e4ltigende Landschaften erwandert habe. Durch die eigene Organisation vor Ort bin ich oftmals in Kontakt mit der ortsans\u00e4ssigen Bev\u00f6lkerung gekommen. Diese Begegnungen f\u00fchren immer wieder dazu, die eigene Lebensweise erneut zu bewerten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heike Schwertke wurde an den Staatl. Schulen des Landkreises Waldeck-Frankenberg zur Staatlich gepr\u00fcften Umweltschutztechnikerin mit Schwerpunkt Labortechnik ausgebildet. Sie startete ihren beruflichen Werdegang 1987 bei der Firma BRANOpac. Nach T\u00e4tigkeiten im Umweltbereich, in der Qualit\u00e4tskontrolle, Forschung + Entwicklung und im Produktmanagement \u00fcbernahm sie 2003 die Leitung des Betriebslabors. Im Rahmen dieser T\u00e4tigkeit betreute sie u. 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