{"id":5350,"date":"2017-04-12T12:40:37","date_gmt":"2017-04-12T12:40:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=5350"},"modified":"2017-04-20T08:27:06","modified_gmt":"2017-04-20T08:27:06","slug":"herr-christian-kirchnawy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2017\/04\/12\/herr-christian-kirchnawy\/","title":{"rendered":"Christian Kirchnawy \u00fcber die Rolle von in-vitro Bioassays bei der Risikobewertung von Lebensmittelkontaktmaterialien"},"content":{"rendered":"<p>Dr. Christian Kirchnawy, geboren in Baden, studierte Lebensmittel- und Biotechnologie an der BOKU in Wien. Bereits im Zuge seiner Diplomarbeit besch\u00e4ftigte er sich mit dem Thema &#8220;Hormonaktive Substanzen in Kunststoffen&#8221;. Im Anschluss an sein Studium setzte er die Arbeit an diesem Thema in Form einer Dissertation am OFI fort, wo er seit Anfang 2010 im gro\u00dfen Forschungsprojekt \u201eXenohormone\u201c an der Entwicklung von biologischen und chemischen Methoden zur Untersuchung von Kunststoffen auf hormonaktive Substanzen arbeitet. Im Sommer 2011 \u00fcbernahm Christian Kirchnawy die wissenschaftliche Leitung des Forschungsprojektes sowie die Leitung des Bereichs Mikrobiologie &amp; Zellkultur am OFI. Der Fokus seiner Arbeit liegt heute auf der Bewertung der Sicherheit von Lebensmittelkontaktmaterialien und Medizinprodukten durch eine Kombination aus chemischer Spurenanalytik und <em>in-vitro<\/em> Bioassays.<\/p>\n<p><strong><em>Wie sind Sie beruflich mit gesetzlichen Forderungen hinsichtlich Verpackungen befasst?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ich besch\u00e4ftige mich beruflich mit neuen Methoden zur Evaluierung der Sicherheit von Verpackungen, insbesondere mit unbeabsichtigt eingebrachten Substanzen (NIAS) und der Rolle, die in-vitro Bioassays bei der Sicherheitsbewertung spielen k\u00f6nnen. Der Fokus liegt dabei zwar nach wie vor auf der wissenschaftlichen und analytischen Seite \u2013 der rechtliche Hintergrund spielt aber auch bei meiner Arbeit eine immer wichtigere Rolle.<\/p>\n<p><strong><em>Welche Vorgaben halten Sie f\u00fcr besonders wertvoll und warum?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Dass durch die EU-Verordnung 10\/2011 f\u00fcr Kunststoffe zumindest alle Monomere, Additive und Ausgangsstoffe europaweit einheitlich geregelt sind, halte ich f\u00fcr sehr wertvoll. \u00c4hnliche europaweit harmonisierte Vorgaben w\u00fcrden wir uns auch in anderen Bereichen, z. B. bei Farbpigmenten oder Druckfarben, w\u00fcnschen.<\/p>\n<p><em><strong>Welcher Bereich sollte dringend vom Gesetzgeber aus Ihrer Sicht geregelt werden?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Bei der Bewertung der Sicherheit von NIAS gibt es derzeit eine gro\u00dfe Kluft zwischen dem, was theoretisch vom Gesetzgeber gefordert wird, und dem, was sich in der Praxis mit vertretbaren finanziellen Mitteln analytisch durchf\u00fchren l\u00e4sst. Vor allem, wie bei der Bewertung mit nicht identifizierten Substanzen umgegangen werden soll, ist offen.<\/p>\n<p><strong><em>Wo sehen Sie momentan f\u00fcr Packmittelhersteller besonderen Handlungsbedarf?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Aus meiner eigenen beruflichen Perspektive in der Sicherheitsbewertung von NIAS, die &#8211; obwohl gesetzlich bereits gefordert von vielen Betrieben &#8211; noch fast gar nicht umgesetzt wurde.<\/p>\n<p>Ein ganz gro\u00dfes Thema werden in den n\u00e4chsten Jahren aber sicher die steigenden Anforderungen an die Recycling-Quoten sein \u2013 das ist aber eher ein Thema f\u00fcr meine Kollegen.<\/p>\n<p><strong><em>Wie sch\u00e4tzen Sie grunds\u00e4tzlich die Bedeutung von Grenzwerten, z. B. f\u00fcr spezifische Migrationslimits (SML), ein?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Grenzwerte sind f\u00fcr die Bewertung der Sicherheit von Verpackungen sehr hilfreich, da sie eindeutige, klar definierte Kriterien sind, an Hand derer die Konformit\u00e4t der Verpackung bewertet werden kann. Viel schwieriger wird es dort, wo es keine klaren Grenzwerte gibt: z. B. im Bereich NIAS.<\/p>\n<p><strong><em>Sie referieren \u00fcber &#8220;Kombination von in-vitro Assays und chemischer Spurenanalytik f\u00fcr die Risikobewertung von NIAS&#8221;. Was bewegt Sie besonders in diesem Zusammenhang?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Risikobewertung von NIAS \u00a0stellt Verpackungshersteller vor Herausforderungen, die mit derzeitigen analytischen Methoden oft nicht zufriedenstellend gel\u00f6st werden k\u00f6nnen. In der Regel k\u00f6nnen nicht alle NIAS verl\u00e4sslich identifiziert werden. In-vitro Bioassays, die nicht spezifische chemische Substanzen, sondern eine biologische Wirkung (z. B. Sch\u00e4digung der DNA) detektieren, k\u00f6nnen hier eine wertvolle Erg\u00e4nzung zur chemischen Spurenanalytik darstellen. Bei der Bewertung von Medizinprodukten aus Kunststoffen setzen wir solche Methoden bereits seit langem ein \u2013 die immer weiter steigenden Anforderungen an die Sicherheitsbewertung von Verpackungen machen diese Methoden jetzt auch f\u00fcr Lebensmittelkontaktmaterialien interessant.<\/p>\n<p><strong><em>Wof\u00fcr begeistern Sie sich neben Ihrem beruflichen Aufgaben?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Zeit mit meinen Kindern verbringen \u2013 f\u00fcr alle anderen Hobbies (Fu\u00dfball, Volleyball, Schach, Reisen, &#8230;) ist leider immer weniger Zeit da \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Christian Kirchnawy, geboren in Baden, studierte Lebensmittel- und Biotechnologie an der BOKU in Wien. Bereits im Zuge seiner Diplomarbeit besch\u00e4ftigte er sich mit dem Thema &#8220;Hormonaktive Substanzen in Kunststoffen&#8221;. 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