{"id":5381,"date":"2017-04-20T10:24:09","date_gmt":"2017-04-20T10:24:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=5381"},"modified":"2017-04-20T10:24:09","modified_gmt":"2017-04-20T10:24:09","slug":"herr-dr-ralph-derra-zu-regelungen-bei-gesetzesvorgaben-weniger-pauschalanforderungen-bitte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2017\/04\/20\/herr-dr-ralph-derra-zu-regelungen-bei-gesetzesvorgaben-weniger-pauschalanforderungen-bitte\/","title":{"rendered":"Herr Dr. Ralph Derra zu Regelungen bei Gesetzesvorgaben &#8211; weniger Pauschalanforderungen bitte"},"content":{"rendered":"<p>Herr Dr. Ralph Derra promovierte in Chemie an der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg bei Prof. Helmchen. Nach Arbeitseins\u00e4tzen bei ISEGA GmbH in Berlin und einer Papier- und Zellstoff-Fabrik in Deir-Ez-Zor, Syrien, \u00fcbernahm er die Laborleitung der ISEGA GmbH, Aschaffenburg und ist dort seit 1986 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer.<\/p>\n<p>Als \u00f6ffentlich bestellter und vereidigter Sachverst\u00e4ndiger f\u00fcr Verpackungsmaterialien, Boden und Luftanalytik betreut er den Zertifizierungsbereich von Materialien im Kontakt mit Lebensmitteln. Neben der Analytik und Bewertung von Lebensmittelverpackungen sind Umweltauswirkungen, wie Recycling und Kompostierung, Arbeitsschwerpunkte.<\/p>\n<p>In der neuen Deutschen Akkreditierungsstelle DAkkS vertritt er die Gesellschaft Deutscher Chemiker GDCh in den Bereichen Chemie und gesundheitlichem Verbraucherschutz.<\/p>\n<p>Dr. Derra ist Obmann der analytischen DIN-Gruppen f\u00fcr Papier sowie f\u00fcr den Lebensmittelkontakt von Kunststoffen und vertritt in dieser Funktion auch die deutsche Normung in den europ\u00e4ischen Gremien bei CEN. Seit 2015 ist er Chairman des CEN\/TC 172 Pulp, Paper and Board.<\/p>\n<p><em><strong>Wie sind Sie beruflich mit gesetzlichen Forderungen hinsichtlich Verpackungen befasst?<\/strong><\/em><br \/>\nMein Institut ist im Schwerpunkt mit der Pr\u00fcfung und Zertifizierung von Materialien f\u00fcr den Kontakt mit Lebensmitteln t\u00e4tig.<\/p>\n<p><em><strong>Welche Vorgaben halten Sie f\u00fcr besonders wertvoll und warum?<\/strong><\/em><br \/>\nIch selbst halte die klassischen deutschen Empfehlungen anstelle von Gesetzen f\u00fcr hilfreicher. Das liegt vielleicht auch an der Mentalit\u00e4t der Deutschen. Empfehlungen k\u00f6nnen schneller an eine Problemstellung angepasst werden.<\/p>\n<p><em><strong>Welcher Bereich sollte dringend vom Gesetzgeber aus Ihrer Sicht geregelt werden?<\/strong><\/em><br \/>\nDie Gesetzesvorhaben sollten schneller umgesetzt werden. Gesetzesentw\u00fcrfe sind im Markt nicht sehr hilfreich, da sie von der Abnehmerseite schon eingefordert werden, obwohl sie die Produzentenseite noch gar nicht erf\u00fcllen muss und es noch gar keine geeigneten Ma\u00dfnahmen gibt.<\/p>\n<p><em><strong>Wo sehen Sie momentan f\u00fcr Packmittelhersteller besonderen Handlungsbedarf?<\/strong> <\/em><br \/>\nIn der Entwicklung einer guten Kommunikation mit den Abnehmern, was sie wirklich ben\u00f6tigen. Es gibt mittlerweile zu viele pauschale Anforderungen an Lebensmittelverpackungen, die eigentliche keinen nennenswerten Beitrag zur Lebensmittelsicherheit bringen.<\/p>\n<p><em><strong>Wie sch\u00e4tzen Sie grunds\u00e4tzlich die Bedeutung von Grenzwerten, z. B. f\u00fcr spezifische Migrationslimits (SML), ein?<\/strong><\/em><br \/>\nSML-Anforderungen sind f\u00fcr ein Pr\u00fcflabor nat\u00fcrlich ein Wirtschaftsfaktor. Leider wird oft \u00fcbersehen, dass sie teilweile historisch sind und nur wenig Bezug zu heutigen Materialqualit\u00e4ten haben. Eine einfache \u00dcberschreitung eines SML-Wertes hei\u00dft noch lange nicht, dass der Verbraucher deswegen gesch\u00e4digt wird. Man sollte dann mit den Instrumenten des Risikomanagements arbeiten.<\/p>\n<p><em><strong>Sie referieren \u00fcber NIAS in Papier. Was bewegt Sie besonders in diesem Zusammenhang?<\/strong><\/em><br \/>\nIn den letzten Jahren werden Probleml\u00f6sungen mit der Lebensmittelverpackung weniger von der wissenschaftlichen Seite, sondern mehr von der Skandalseite \u2013 wie entgehe ich einer Ver\u00f6ffentlichung &#8211; betrieben.<\/p>\n<p><em><strong>Wof\u00fcr begeistern Sie sich neben Ihren beruflichen Aufgaben?<\/strong><\/em><br \/>\nDa ich noch Kinder im Alter von 12 und 15 Jahren habe, kann ich mich au\u00dferhalb der Firment\u00e4tigkeit tats\u00e4chlich noch am Familienleben begeistern. Ich versuche, mich jetzt aber auch mit Golf in Richtung einer altersgerechteren T\u00e4tigkeit zu bewegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herr Dr. Ralph Derra promovierte in Chemie an der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg bei Prof. Helmchen. Nach Arbeitseins\u00e4tzen bei ISEGA GmbH in Berlin und einer Papier- und Zellstoff-Fabrik in Deir-Ez-Zor, Syrien, \u00fcbernahm er die Laborleitung der ISEGA GmbH, Aschaffenburg und ist dort seit 1986 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. 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