{"id":5387,"date":"2017-04-20T13:32:55","date_gmt":"2017-04-20T13:32:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=5387"},"modified":"2017-04-20T13:32:55","modified_gmt":"2017-04-20T13:32:55","slug":"herr-dr-walter-kleinert-zu-harmonisierten-regularien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2017\/04\/20\/herr-dr-walter-kleinert-zu-harmonisierten-regularien\/","title":{"rendered":"Herr Dr. Walter Kleinert zu harmonisierten Regularien"},"content":{"rendered":"<p>Dr. Walter Kleinert startete seine berufliche Laufbahn 1966 in Frankfurt bei der Hoechst AG mit einer Chemielaborantenlehre. Danach studierte er Chemie an der Fachhochschule Fresenius (Wiesbaden) und an der Technischen Universit\u00e4t Berlin, promovierte dort am Institut f\u00fcr Technische Chemie auf dem Gebiet Reaktionstechnik.<\/p>\n<ul>\n<li>Nach der Promotion folgten 27 Jahre Industriet\u00e4tigkeit (8 Jahre Kunststoff- und Kautschukforschung, 9 Jahre Betriebsleiter eines chemischen Produktionsbetriebes, 10 Jahre Referent f\u00fcr Produktsicherheit f\u00fcr Kunststoff- und Lackrohstoffe) bei der gleichen Firma mit wechselndem Firmennamen, wie H\u00fcls AG, Degussa AG, seit September 2007 Evonik Degussa GmbH an den Standorten Marl und Herne. Von 1998 bis 2007 aktive Mitarbeit auf dem Gebiet Produktsicherheit in Gremien auf nationaler und europ\u00e4ischer Ebene (z. B. KTW AG, Plastics Europe Deutschland, Cefic-FCA). Seit September 2007 Berater Produktsicherheit f\u00fcr CEFIC und MDC Tec.<\/li>\n<li>Seit 12. 09. 2007 ist Degussa das Gesch\u00e4ftsfeld Chemie des neuen Industriekonzerns Evonik Industries in Essen. Degussa ist das weltweit gr\u00f6\u00dfte Spezialchemieunternehmen und ist das drittgr\u00f6\u00dfte Chemieunternehmen Deutschlands.<\/li>\n<li>CEFIC ist der Wirtschaftsverband der europ\u00e4ischen chemischen Industrie mit Sitz in Br\u00fcssel. CEFIC vertritt die politischen Interessen der chemischen Industrie auf europ\u00e4ischer Ebene. Die internationale Arbeit wird \u00fcber den internationalen Chemieverband (International Council of Chemical Associations) gesteuert, in dem CEFIC Mitglied ist.<\/li>\n<li>Plastics Europe Deutschland (fr\u00fcher VKE = Verband der Kunststofferzeugenden Industrie).<\/li>\n<li>KTW AG, eine gemeinsame Arbeitsgruppe der Tinkwasserkommission des Umweltbundesamtes und der Kunststoffkommission\/Expertengruppe des BfR), BfR = Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em><strong>Wie sind Sie beruflich mit gesetzlichen Forderungen hinsichtlich Verpackungen befasst?<br \/>\n<\/strong><\/em>Ich bin Inhaber und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Unternehmensberatung Dr. Kleinert UG. Schwerpunkt meiner T\u00e4tigkeit ist die Beratung der gesamten Lieferkette vom Rohstoffhersteller bis zum Packmittelhersteller von Lebensmittelverpackungen.<\/p>\n<p><strong><em>Welche Vorgaben halten Sie f\u00fcr besonders wertvoll und warum?<br \/>\n<\/em><\/strong>Die harmonisierte EU-Verordnung 10\/2011\u00a0f\u00fcr Kunststoffe. Die Vielzahl der verschiedenen nationalen Regelwerke aller EU-Mitgliedsstaaten werden durch nur eine einzige Verordnung ersetzt. Die Verantwortung f\u00fcr die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Kunststoffen in\u00a0Lebensmittelverpackungen wird vom Hersteller auf den Gesetzgeber \u00fcbertragen.<\/p>\n<p><strong><em>Welcher Bereich sollte dringend vom Gesetzgeber aus Ihrer Sicht geregelt werden?<br \/>\n<\/em><\/strong>F\u00fcr alle in Lebensmitteln verwendeten Materialien sollten harmonisierte Regularien geschaffen werden. Dringend reguliert werden sollten Lacke\/Lackrohstoffe, da diese oft in Mehrschichtverpackungen mit den Lebensmitteln direkt in \u00a0Kontakt stehen.<\/p>\n<p><strong><em>Wo sehen Sie momentan f\u00fcr Packmittelhersteller besonderen Handlungsbedarf?<br \/>\n<\/em><\/strong>Alle Mitglieder der Lieferkette Lebensmittelverpackung (Rohstoff bis zum fertigen Packmittel) m\u00fcssen ihren Kunden mit der Produktlieferung eine &#8220;Declaration of compliance&#8221; zur Verf\u00fcgung stellen. Weiterhin m\u00fcssen bei Bedarf &#8220;Supporting documents&#8221; vorgelegt werden k\u00f6nnen.\u00a0Mit beiden Dokumenten muss die gesundheitliche Unbedenklichkeit des gelieferten Produkts belegt werden.<\/p>\n<p><em><strong>Wie sch\u00e4tzen Sie grunds\u00e4tzlich die Bedeutung von Grenzwerten, z. B. f\u00fcr spezifische Migrationslimits (SML), ein?<br \/>\n<\/strong><\/em>Ich sch\u00e4tze die Bedeutung sehr hoch ein, wenn das urspr\u00fcngliche EU-Konzept der Exposition beibehalten wird. Danach gilt der SML-Wert f\u00fcr\u00a0Kunststoffe und f\u00fcr alle anderen Kategorien von Materialien, z. B. Lacke, Klebstoffe, Druckfarben.\u00a0Leider geht die Entwicklung heute in eine andere Richtung. Die Listung von neuen Stoffen in der\u00a0EU-Verordnung 10\/2011 erfolgt heute oft mit Einschr\u00e4nkungen. Die Listung\u00a0gilt oft nicht mehr f\u00fcr alle Kunststoffe, sondern beschr\u00e4nkt sich auf wenige oder nur einen einzelnen Kunststoff.<\/p>\n<p><em><strong>Sie referieren \u00fcber &#8220;Migrations-Modelling&#8221;. Was bewegt Sie besonders in diesem Zusammenhang?<br \/>\n<\/strong><\/em>Ich unterst\u00fctze das Migrations-Modelling und hoffe damit das Vertrauen in die Modelle zu verbessern. Ich hoffe auf eine breite Anwendung des Migrations-Modelling.<\/p>\n<p><strong><em>Wof\u00fcr begeistern Sie sich neben Ihren beruflichen Aufgaben?<br \/>\n<\/em><\/strong>In meiner Freizeit k\u00fcmmere ich mich um meine Familie. Ich interessiere mich f\u00fcr Geschichte und lese gern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Walter Kleinert startete seine berufliche Laufbahn 1966 in Frankfurt bei der Hoechst AG mit einer Chemielaborantenlehre. Danach studierte er Chemie an der Fachhochschule Fresenius (Wiesbaden) und an der Technischen Universit\u00e4t Berlin, promovierte dort am Institut f\u00fcr Technische Chemie auf dem Gebiet Reaktionstechnik. 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