{"id":5656,"date":"2017-06-23T14:19:36","date_gmt":"2017-06-23T14:19:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=5656"},"modified":"2019-04-08T08:43:10","modified_gmt":"2019-04-08T08:43:10","slug":"barrierefolien-und-moderne-anlagentechnik-referenteninterview-mit-andreas-kollenda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2017\/06\/23\/barrierefolien-und-moderne-anlagentechnik-referenteninterview-mit-andreas-kollenda\/","title":{"rendered":"Barrierefolien und moderne Anlagentechnik &#8211; Referenteninterview mit Andreas Kollenda"},"content":{"rendered":"<p>Andreas Kollenda (Dipl.- Ing. FH) studierte Maschinenbau und Kunststofftechnik an der FH Bielefeld. Seit 1985 ist er bei namhaften Unternehmen des Kunststoff-Maschinenbaus (u. a. Barmag AG, KKA, Br\u00fcckner Maschinenbau, Engel) in den Bereichen Vertrieb und Marketing t\u00e4tig, davon insgesamt 14 Jahre in Asien.<br \/>\nIn den mehr als 30 Jahren T\u00e4tigkeit in der Kunststoffwelt sammelte er Erfahrungen in den Bereichen:<br \/>\n. Folienextrusion (Blas-, Flachfolie, biaxial verstreckte Folien, Folienb\u00e4ndchen)<br \/>\n. Folienveredelung (Beschichten, Drucken, Pr\u00e4gen, Kaschieren)<br \/>\n. Chemiefaserextrusion und Texturierung<br \/>\n. Spritzgie\u00dfen<br \/>\n. Marketing, Marketing Services<br \/>\n. Aufbau von Vertriebsorganisationen, Beteiligungscontrolling, JV Gr\u00fcndung<\/p>\n<p>Seit Mitte 2015 ist er als Vertriebsleiter bei Kuhne Anlagenbau t\u00e4tig. Kuhne Anlagenbau ist einer der f\u00fchrenden Anbieter von Hochleistungsblasfolienanlagen: konventionelle Anlagen, wassergek\u00fchlte Anlagen sowie Triple Bubble Anlagen zur Herstellung von biaxial verstreckten Barrierefolien.<\/p>\n<p><em><strong>Sie referieren \u00fcber &#8220;Moderne Anlagentechnik zur Herstellung von d\u00fcnnen Multilayer-Barrierefolien&#8221;. Was bewegt Sie besonders in diesem Zusammenhang?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Die M\u00f6glichkeit, mit Hilfe der Triple Bubble Technologie, einer simultanen, biaxialen Verstrecktechnologie, die unterschiedlichsten Materialien (Polyolefine, PA, PET, EVOH, Haftvermittler) zu coextrudieren und zu verstrecken, um damit ma\u00dfgeschneiderte Hochbarrierefolien herzustellen. Eine komplexe, herausfordernde Technologie mit einem gro\u00dfen Zukunftspotential.<\/p>\n<p><em><strong>Sie beschreiben eine neue Anlagentechnik in Ihrem Vortrag. Welche besonderen Eigenschaften erzielen Sie damit in den Folienverpackungen?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Durch die simultane, biaxiale Verstreckung lassen sich die mechanischen, Barriere- und optischen Eigenschaften deutlich verbessern. Dieses erlaubt ein Downgauging der Foliendicke, was wiederum Materialeinsparungen bis zu 70% und entsprechende Kostenvorteile erbringt.<\/p>\n<p><em><strong>Barriereverpackungen bieten einen Schutz vor unerw\u00fcnschter Kontamination der verpackten Lebensmittel. Das ist ein Beitrag zum Wohlstand und erm\u00f6glicht fl\u00e4chendeckende Versorgung mit Lebensmitteln. Trotzdem stehen immer mehr Verbraucher Plastikverpackungen kritisch gegen\u00fcber und verpackungsfreie Superm\u00e4rkte schie\u00dfen wie Pilze aus dem Boden. Wie sehen Sie diesen Trend hinsichtlich Ihres Vortrages?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Es fehlt an einer objektiven Informationspolitik, die das Thema Lebensmittelverpackung ganzheitlich betrachtet und nicht nur das Ende der Verpackungskette (sprich den Verpackungsm\u00fcll). W\u00fcsste der Verbraucher, warum ein Produkt in einer bestimmten Art und Weise verpackt wird und was die Konsequenz einer \u201eschlechteren\u201c Verpackung w\u00e4re, erg\u00e4be sich eine deutlich h\u00f6here Akzeptanz von Kunststoffverpackungen. Nat\u00fcrlich muss die Lebensmittelindustrie sich fragen, ob eine doppelte oder dreifache Umverpackung n\u00f6tig ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Weg eines schnell verderblichen Produkts vom Erzeuger bis zum Point of Sale gibt es keine Alternative zu einer modernen Barrierverpackung. &nbsp;Trotzdem verderben selbst in der hochentwickelten EU j\u00e4hrlich noch ca. 12 Mio. Tonnen an Fleischwaren im Wert von 33 Mrd. \u20ac &nbsp;auf dem Weg vom Erzeuger zum Verbraucher aufgrund inad\u00e4quater Verpackung (Quelle: Rabobank).<\/p>\n<p>Der verpackungsfreie Supermarkt ist zwar hip, aber keine Alternative f\u00fcr die Versorgung in der Breite. Online shopping im Lebensmittelbereich ist ein Megatrend \u2013 und dort braucht es optimale und mehr Verpackung, aufgrund der demographischen Entwicklung hin zu mehr Kleinhaushalten.<\/p>\n<p><em><strong>Wo sehen Sie f\u00fcr Packmittelhersteller &#8211; insbesondere solche, die hochwertige Barrierematerialien produzieren &#8211; besonderen Handlungsbedarf, damit Verpackungen beim Endverbraucher mehr Akzeptanz erfahren?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Hier bedarf es Aufkl\u00e4rung und einer umfassenden Informationspolitik. Allen voran die Produkthersteller\/Brand owner, dann die Packmittelhersteller sowie die Verb\u00e4nde und Medien sollten ggf. durch Kampagnen die Verbraucher \u00fcber Barrierefolien und ihre Vorteile informieren. Erst wenn der Verbraucher wei\u00df, warum seine Wurst und sein K\u00e4se wochenlang haltbar sind, wird die Diskussion \u00fcber das \u201eschlechte Plastik\u201c versachlicht.<\/p>\n<p><em><strong>Unterverpackungen k\u00f6nnen bis hin zu Rechtsstreitigkeiten f\u00fchren, \u00dcberverpackungen verursachen unn\u00f6tige Kosten und Ressourcenverschwendung. Welche Voraussetzungen muss der Packmittelhersteller erf\u00fcllen, um ein gesundes Mittelma\u00df zu finden?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Der Lebensmittelproduzent\/Verpacker sollte f\u00fcr sein Produkt eine optimierte Verpackung hinsichtlich Schutz, Haltbarkeit, Materialeinsatz und Kosten zusammen mit dem Packmittelhersteller designen unter <u>Ber\u00fccksichtigung modernster Technologien<\/u>, wie z. B. der Triple Bubble Technologie. &nbsp;Danach stellt sich die Frage, ob eine doppelte oder dreifache Umverpackung n\u00f6tig ist. Die Kreativit\u00e4t der Verpackungsdesigner und Marketingstrategen ist hier gleicherma\u00dfen gefragt.<\/p>\n<p><strong><em>Welchen Beitrag leisten aus Ihrer Sicht Hochbarriereverpackungen zur Nachhaltigkeit?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Barriere verl\u00e4ngert die Haltbarkeit des Produkts signifikant und verringert somit Verluste durch fr\u00fchzeitiges Verderben. Das Verstrecken erm\u00f6glicht die Herstellung d\u00fcnnerer Folien mit h\u00f6herer Barrierewirkung. Dadurch lassen sich Rohmaterialien einsparen und Kosten erheblich reduzieren &#8211; Nachhaltigkeit durch l\u00e4ngere Haltbarkeit, d\u00fcnnere Folien und Reduzierung des Ressourcenverbrauchs.<\/p>\n<p><strong><em>Bei welchen Verpackungen wird es Ihrer Meinung nach mit der Barriere \u00fcbertrieben und warum?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das Fraunhofer Institut hat in ihren Studien die Barriereanforderungen unterschiedlicher Produkte analysiert und aufgezeigt, was wirklich erforderlich ist.<\/p>\n<p>Bei einigen Anwendungen \u00fcbererf\u00fcllen Aluminium laminierte Barrierefolien die Anforderungen.<\/p>\n<p>Auch ist zu beobachten, dass es in verschiedenen L\u00e4ndern an einer wissenschaftlichen, analytischen Herangehensweise fehlt, die Verpackung an die echten Anforderungen des Produkts anzupassen; man findet viele \u00fcberdimensionierte, laminierte Folienstrukturen.<\/p>\n<p><strong><em>Wo sehen Sie in naher Zukunft bahnbrechende Innovationen im Verpackungsbereich insgesamt und bezogen auf Barriere im Speziellen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Im Bereich der laminierten Barrierefolienverbunde l\u00e4sst sich ein Trend hin zu co-extrudierten, verstreckten Folien erkennen.<\/p>\n<p>Dieses Produktsegment bietet gro\u00dfe Zukunftschancen. Die Vorteile liegen auf der Hand. Herstellung der Folie in einem Arbeitsschritt, gleiche oder bessere Eigenschaften bei signifikant geringeren Foliendicken und Kosten.<\/p>\n<p>Auch hier: Nachhaltigkeit durch d\u00fcnnere Folien und geringeren Ressourcenverbrauch.<\/p>\n<p>Auch die Maschinentechnologie aus dem Hause Kuhne tr\u00e4gt diesem Trend Rechnung in der Entwicklung breiterer, leistungsf\u00e4higerer Anlagen.<\/p>\n<p><strong><em>Wof\u00fcr begeistern Sie sich neben Ihren beruflichen Aufgaben?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Auch privat sind es eher technische Themen, die mich begeistern, wie z. B. ein englischer Oldtimer und ein Altherren-Motorrad amerikanischer Bauart.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andreas Kollenda (Dipl.- Ing. FH) studierte Maschinenbau und Kunststofftechnik an der FH Bielefeld. Seit 1985 ist er bei namhaften Unternehmen des Kunststoff-Maschinenbaus (u. a. 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