{"id":5780,"date":"2017-09-22T17:33:59","date_gmt":"2017-09-22T17:33:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=5780"},"modified":"2017-11-06T10:22:22","modified_gmt":"2017-11-06T10:22:22","slug":"kurt-stark-ueber-veredelung-zwischen-mehrwert-und-kostendruck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2017\/09\/22\/kurt-stark-ueber-veredelung-zwischen-mehrwert-und-kostendruck\/","title":{"rendered":"Kurt Stark \u00fcber Veredelung zwischen Mehrwert und Kostendruck"},"content":{"rendered":"<p>Herr Dr. Kurt Stark studierte Chemie an der Universit\u00e4t Bayreuth, mit den Schwerpunkten Polymer- und Kolloidchemie.<\/p>\n<p>1999 begann er seine berufliche Laufbahn bei Wacker Polymer Systems in Burghausen. Als Laborleiter war er f\u00fcr die Entwicklung neuer Polymerprodukte, f\u00fcr die Optimierung bestehender Produkte und f\u00fcr die Produktionsunterst\u00fctzung verantwortlich.<\/p>\n<p>Von M\u00e4rz 2005 bis September 2011 arbeitete Herr Dr. Stark bei Huhtamaki in Forchheim, einem Hersteller und Veredler von Polymerfolien. In seiner Funktion als Leiter der Abteilung Forschung &amp; Entwicklung f\u00fcr die Marktsegmente Technische Folien und Verpackungsfolien befasste sich Herr Dr. Stark dort unter anderem mit erneuerbaren und biologisch abbaubaren Folien, in erster Linie basierend auf PLA. Er entwickelte komplett neue Blas- und Gie\u00df-PLA-Foliensysteme f\u00fcr ma\u00dfgeschneiderte Kundenl\u00f6sungen.<\/p>\n<p>Seit Oktober 2011 bekleidet Herr Dr. Kurt Stark bei BUERGOFOL GmbH, Siegenburg, die Positionen des Leiters der Produktentwicklung Technischer Folien und des Business Development Directors. In dieser Funktion wird er auch die Entwicklung neuer Verpackungsl\u00f6sungen und technischer Folien der n\u00e4chsten Generation bei BUERGOFOL vorantreiben.<\/p>\n<p><em><strong>Was hat Sie bewogen, der Einladung von Innoform zu folgen?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Die Innoform-Veranstaltungen z\u00e4hlen inzwischen zu den bekanntesten und insbesondere qualitativ hochwertigsten in Deutschland. Was Karsten Schr\u00f6der hier aufgebaut hat, ist erstklassig! Die Themen der Innoform Tagungen und Meetings sind stets aktuell und sehr interessant. Gern nimmt man da teil oder wirkt mit einer Pr\u00e4sentation sogar aktiv mit. Zudem ist das Rahmenprogramm hervorragend: Beste M\u00f6glichkeiten zum Netzwerken und Austausch mit Kollegen der Branche, abgerundet von dem fantastischen Beisammensein im Rampendahl bei Gr\u00fcnkohl und Pinkel.<\/p>\n<p><em><strong>Ihr Thema geh\u00f6rt zu einer Reihe verschiedener Blickwinkel auf den Fokus, den Innoform dieses Jahr gesetzt hat: \u00a0Veredelung. Was ist Ihre Kernaussage, bezogen auf diesen Themenkomplex?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Im Wort Veredelung steckt das Wort &#8220;edel&#8221;. Das hat mich auch einst, seit der allerersten Chemiestunde in der 9. Klasse, dazu bewogen, Chemie zu studieren. Aus einfachen Rohstoffen und Materialien etwas Hochwertiges, Edles zu schaffen, ist nicht nur meine Berufung, es erf\u00fcllt mich auch mit viel Freude. Da passe ich ein Zitat von Goethe gern wie folgt an: &#8220;Edles schaffe der Mensch, es sei hilfreich und gut.&#8221;<\/p>\n<p><em><strong>Sie referieren \u00fcber &#8220;Veredelung im Spannungsfeld zwischen Mehrwert und Kostendruck&#8221;. Was bewegt Sie besonders in diesem Zusammenhang?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Das ist irgendwo das Dilemma, dass man auf Veredelung heutzutage gar nicht mehr verzichten kann, doch man muss sich eben auch im globalen Wettbewerb behaupten k\u00f6nnen, da man ja nicht der einzige Veredler auf der Welt ist. Also gilt es, die Prozesse zu\u00a0optimieren,\u00a0m\u00f6glichst kosteng\u00fcnstig zu produzieren und dabei h\u00f6chste Qualit\u00e4t zu liefern. Das gelingt einerseits durch langj\u00e4hriges Know-how, andererseits muss man\u00a0bei den Anlagen und Technologien stets auf dem Laufenden sein und gewillt sein, flexibel zu sein und zu investieren.<\/p>\n<p><em><strong>So viel Aufwand f\u00fcr ein Produkt, das irgendwann im Abfall landet. Wird es mit der Veredelung vielleicht ein bisschen \u00fcbertrieben? Wo sehen Sie die Vorteile?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>\u00dcbertrieben, ja, manchmal, aber man kann ja eigentlich alles \u00fcbertreiben, wenn man will. Die Verpackungskultur ist ein Spiegel unserer Gesellschaft, insbesondere \u00a0aber auch der Flexibilit\u00e4t des Einzelnen. Die Verpackung muss immer komplexere Aufgaben erf\u00fcllen, von der Herstellung des Lebensmittels bis zum Point of Sale im Handel. All das zu erf\u00fcllen, ist nur mit Veredelung m\u00f6glich. Anders geht das heute doch gar nicht mehr. Im Supermarkt ist man von der Vielfalt der Verpackungen inklusive derer Veredelungen regelrecht \u00fcberw\u00e4ltigt.<\/p>\n<p><em><strong>Wo sehen Sie f\u00fcr die Verpackungsdrucker momentan besonderen Handlungsbedarf?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Besonderer Handlungsbedarf besteht im Bereich Personal und Mitarbeiter. Ausbildungspl\u00e4tze k\u00f6nnen leider nicht mehr besetzt werden und kein Produktionsleiter kann heutzutage behaupten, gen\u00fcgend und ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu haben. Aber das w\u00e4re sehr erforderlich. Fr\u00fcher war das deutlich einfacher; da war der Beruf des Druckers attraktiv und damit beliebt. Man m\u00fcsste heutzutage wieder verst\u00e4rkt in Erinnerung rufen, dass die Veredelung etwas K\u00fcnstlerisches und Kreatives hat und man hier auf \u00e4u\u00dferst vielf\u00e4ltige Gestaltungsm\u00f6glichkeiten zur\u00fcckgreifen kann.<\/p>\n<p><em><strong>Innoform ist bekannt f\u00fcr technisch orientierte Tagungen. Besucher sind in der Regel Fachleute aus der Branche, ihren Kunden und Lieferanten. Was erwarten Sie pers\u00f6nlich von der Zuh\u00f6rerschaft?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Dass Interesse besteht, die Themen reflektiert werden, man sich eine Meinung dazu bildet und diese dann mit den Kollegen austauscht und bespricht. Oder dass man viele Fragen stellt und passendes Feedback erh\u00e4lt. Doch da habe ich &#8211; siehe oben &#8211; bei den Innoform-Veranstaltungen immer positive Erfahrungen gemacht.<\/p>\n<p><em><strong>Konferenzen zum Thema Verpackungsdruck erfreuen sich gr\u00f6\u00dferer Beliebtheit als noch vor einigen Jahren. Woher kommt Ihrer Meinung nach dieses gesteigerte Interesse an Wissen und auch Kontakten?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Der Verpackungsdruck w\u00e4chst stetig und bekommt immer gr\u00f6\u00dfere Bedeutung. Es wachsen damit auch die Erwartungen der Konsumenten (Verpackungsk\u00e4ufer) und die Anforderungen an die Verpackung selbst. Daher besteht auch die Notwendigkeit, weiteres Wissen aufzubauen. Mit anderen Worten, besonders in diesem Bereich wird sich der Stand der Technik\u00a0st\u00e4ndig und schnell\u00a0verbessern. Man muss einfach up-to-date bleiben.<\/p>\n<p><em><strong>Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach das Zusammenwachsen von verschiedenen Druckverfahren &#8211; nicht nur in einem Unternehmen oder einer Marke &#8211; sondern sogar in einer Maschine?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Hier sehe ich die Zukunft. Wo es heute Flexo-, Tief- oder Offsetdrucker gibt, wird es in Zukunft Verpackungsdrucker geben, die die verschiedenen Druckverfahren dort einsetzen, wo sie die meisten Vorteile bieten. Und das auch in einer Maschine. Weiter ist zu ber\u00fccksichtigen, wie man auf\u00a0sinkende Losgr\u00f6\u00dfen reagiert oder wie man\u00a0Funktionalit\u00e4ten durch den Druck einbringt, etwa gedruckte Elektronik oder RFID-Chips etc. Wenn kombinierte Anlagen mit modularem System dieses erf\u00fcllen, so ist das f\u00fcr die Produkte sehr\u00a0wertsch\u00f6pfend.<\/p>\n<p><em><strong>Wie sch\u00e4tzen Sie auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (schlecht) die Zukunftschancen f\u00fcr den Verpackungsdruck im Vergleich zu anderen Druckbereichen ein und warum?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Sehr gut. Aber nur in Zusammenhang mit der notwendigen Wertsch\u00f6pfung in der Prozesskette der Verpackungshersteller. Wie schon oben genannt, w\u00e4chst die Anforderung an die Verpackung stetig. Dem kann bzw. muss man unter anderem mit dem Bedrucken bzw. dem Veredeln begegnen.<\/p>\n<p><em><strong>Unsere Teilnehmer m\u00f6chten Referenten auch gern pers\u00f6nlich besser kennenlernen. Deshalb eine pers\u00f6nliche Frage: Wof\u00fcr begeistern Sie sich neben Ihren beruflichen Aufgaben besonders?<\/strong> <\/em><\/p>\n<p>Abgesehen von der Familie, die ja die gr\u00f6\u00dfte Begeisterung bringt, &#8220;veredle&#8221; bzw. verbessere ich in meiner Freizeit meine Modelleisenbahnanlage (Spur N), vervollst\u00e4ndige und betrachte meine M\u00fcnzsammlung oder spanne beim Lesen von Comics (Asterix, Lucky Luke, Tim &amp; Struppi) aus. Wichtig ist mir auch, Musik zu h\u00f6ren oder spannende Filme zu schauen. Damit die Bewegung nicht zu kurz kommt, fahre ich gern Rad, spiele Fu\u00dfball und Tischtennis.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herr Dr. Kurt Stark studierte Chemie an der Universit\u00e4t Bayreuth, mit den Schwerpunkten Polymer- und Kolloidchemie. 1999 begann er seine berufliche Laufbahn bei Wacker Polymer Systems in Burghausen. Als Laborleiter war er f\u00fcr die Entwicklung neuer Polymerprodukte, f\u00fcr die Optimierung bestehender Produkte und f\u00fcr die Produktionsunterst\u00fctzung verantwortlich. 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