{"id":5863,"date":"2017-11-14T16:55:46","date_gmt":"2017-11-14T16:55:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=5863"},"modified":"2017-11-17T10:15:20","modified_gmt":"2017-11-17T10:15:20","slug":"martin-kardetzky-ueber-aufgaben-und-chancen-des-verpackungsregisters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2017\/11\/14\/martin-kardetzky-ueber-aufgaben-und-chancen-des-verpackungsregisters\/","title":{"rendered":"Martin Kardetzky \u00fcber Aufgaben und Chancen des Verpackungsregisters"},"content":{"rendered":"<p>Syndikusrechtsanwalt Martin Kardetzky studierte Jura an der Universit\u00e4t Bielefeld, Schwerpunkt \u00d6ffentliche Verwaltung. Anschlie\u00dfend arbeitete er bei der Stadt Brandenburg als St\u00e4dtischer Rechtsrat und bei DEGES (Deutsche Einheit Fernstra\u00dfenplanungs und -bau GmbH) als Abteilungsleiter im Rechtsbereich, bevor er 1997 seine Karriere bei der Deutschen Bahn AG fortsetzte.<br \/>\nSeit Mai 2017 arbeitet er als Leiter der Abteilung Recht\/Entsorgung bei der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister in Osnabr\u00fcck.<\/p>\n<p><strong><em>Das Inno-Meeting gilt mittlerweile als deutschsprachiger Branchentreff f\u00fcr Entscheider der Flexpack-Industrie. Was versprechen Sie sich pers\u00f6nlich von einem Beitrag zu dieser Veranstaltung?<\/em><\/strong><br \/>\nZun\u00e4chst einmal freue ich mich darauf, die Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister vor Verpackungsexperten in Osnabr\u00fcck vorzustellen. Unsere Aufgabenstellung ist ehrgeizig, wir sind mitten im Aufbau begriffen und sehr daran interessiert, die Erwartungen an die Zentrale Stelle aufzunehmen und zu diskutieren. Vielleicht kann ich einige Erwartungen best\u00e4tigen und muss daf\u00fcr die ein oder andere Hoffnung d\u00e4mpfen &#8211; jedenfalls ist die Vermittlung eines sachlich-realistischen Bildes der Zentralen Stelle mein Ziel.<\/p>\n<p><strong><em>Ihr Vortragstitel lautet: &#8220;Aufgaben und Chancen des Zentralen Verpackungsregisters&#8221;<\/em><\/strong><br \/>\n<strong><em> Was wird Ihre Kernaussage sein und wo sehen Sie f\u00fcr den Zuh\u00f6rer in erster Linie den Nutzen?<\/em><br \/>\n<\/strong>Das System der Verpackungsentsorgung ist in den vergangenen zwanzig Jahren immer mal wieder in die Schieflage geraten, weil es beispielsweise Missverst\u00e4ndnisse \u00fcber die Frage gab, was eine lizenzpflichtige Verpackung ist und was nicht. Diese Unsch\u00e4rfen bei den Definitionen und Pflichten soll und wird die Zentrale Stelle ausr\u00e4umen. Das schafft Klarheit, gerade auch in dem rasant wachsenden Bereich des Online-Handels.<\/p>\n<p>Unsere Kernaufgabe ist die Zusammenf\u00fchrung und der Abgleich aller Marktdaten zu Herstellung und Entsorgung in einem Register. Ab dem 1. Januar 2019 laufen alle Daten bei uns in diesem Register zusammen, Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten fallen deshalb sofort auf.\u00a0 Wichtig ist, dass wir auch r\u00fcckwirkend pr\u00fcfen werden: Es geht also schon 2018 darum, sich rechtskonform zu registrieren und lizenzieren zu lassen. \u00a0Hinweise daf\u00fcr finden Sie auf unserer Website www.verpackungsregister.org.<\/p>\n<p><em><strong>Mit welchen Schwierigkeiten und Vorgaben hat die Zentrale Stelle Verpackungsregister vor allem zu k\u00e4mpfen, um ihren Aufgaben gerecht zu werden? Wo sehen Sie die Ans\u00e4tze f\u00fcr eine strikte Vermeidung von Verpackungsabf\u00e4llen bezogen auf Folie?<\/strong><\/em><br \/>\nGemeinsam mit dem Umweltbundesamt, das die Rechts- und Fachaufsicht \u00fcber die Zentrale Stelle \u00fcbernehmen wird, entwickeln wir bis Mitte n\u00e4chsten Jahres Mindestanforderungen f\u00fcr recyclinggerechtes Design. Das ist unsere Aufgabe. Die Unternehmen der Branche m\u00fcssen dann selbst entscheiden, wie sie den Kreislaufanspruch an Verpackungen wahrnehmen wollen und k\u00f6nnen. Die konkrete Umsetzung entscheiden nicht wir, dies ist durch die zunehmenden Anforderungen des Marktes an die Verpackung determiniert. Mit Freude sehen wir die vielf\u00e4ltigen Anstrengungen der Branche, schon jetzt die Verpackungen recyclinggerechter zu gestalten.<\/p>\n<p><strong><em>Welcher Bereich sollte dringend vom Gesetzgeber geregelt werden, um die Verpackungsindustrie st\u00e4rker zu motivieren, Kreislaufwirtschaft zu betreiben?<\/em><br \/>\n<\/strong>Zun\u00e4chst einmal setzen wir alles daran, dass die Zentrale Stelle mehr Transparenz und damit auch mehr Gerechtigkeit in das System bringt. Wir helfen mit, die ehrgeizigen Quoten des neuen Gesetzes erf\u00fcllbar zu machen! Allen Marktteilnehmern ist daran gelegen, dass die Verbraucher, die allgemeine \u00d6ffentlichkeit und nicht zuletzt die Politiker in den Kommunen, im Land und im Bund darauf vertrauen, dass die Entsorgung funktioniert und nachvollziehbar ist. Bei Glas, Papier und Einweggetr\u00e4nken ist die Sammelleidenschaft der Deutschen ungebrochen. Aber f\u00fcr den gelben Sack oder die gelbe Tonne k\u00f6nnen sowohl Hersteller, als auch Verbraucher noch mehr tun, um die Wertstoffe in einen besseren Kreislauf zu bringen.<\/p>\n<p><strong><em>Achten Sie auf eine rezyclierbare Verpackung, wenn Sie privat einkaufen? Was raten Sie als Fachmann dem Konsumenten und Ihren direkten Kunden?<\/em><br \/>\n<\/strong>Sicher kann ich privat nicht mehr einkaufen, ohne auf die Verpackungen zu achten. Verbraucher sollten vor allem dabei helfen, Verpackungen zu w\u00e4hlen, die gut zu recyceln sind und sie einer entsprechenden Sammlung zuf\u00fchren.<\/p>\n<p><em><strong>Alle Beteiligten der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette (Verpackungshersteller, Abf\u00fcller\/Abpacker, Handel, Recycler) m\u00fcssen Anstrengungen zur stofflichen Wiederverwertung m\u00f6glichst aller Verpackungsrohstoffe unternehmen. Wo f\u00e4ngt da die Kommunikation an?<\/strong><\/em><br \/>\nAus meiner Sicht sollten f\u00fcr die Kommunikation alle verf\u00fcgbaren Kan\u00e4le genutzt werden: die Verpackungen selbst, das Internet, die Medien und nat\u00fcrlich das pers\u00f6nliche Gespr\u00e4ch. Und das ist gar nicht so schwer: J\u00fcngere Generationen interessieren sich sehr f\u00fcr alle Fragen der Nachhaltigkeit; sie wollen beispielsweise sichergestellt wissen, dass sie mit ihrem Einkauf keinen weiteren Plastikm\u00fcll im Meer verursachen. Das ist in Deutschland mit dem dualen System l\u00e4ngst umgesetzt. Dennoch kann dieses lebendige Interesse noch mehr f\u00fcr intelligente, zukunftsf\u00e4hige L\u00f6sungen genutzt werden.<\/p>\n<p><strong><em>Und dann noch eine private Frage: Was begeistert Sie au\u00dfer Ihrem Beruf?<\/em><br \/>\n<\/strong>Eiskunstlaufen und ins Kino gehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Syndikusrechtsanwalt Martin Kardetzky studierte Jura an der Universit\u00e4t Bielefeld, Schwerpunkt \u00d6ffentliche Verwaltung. Anschlie\u00dfend arbeitete er bei der Stadt Brandenburg als St\u00e4dtischer Rechtsrat und bei DEGES (Deutsche Einheit Fernstra\u00dfenplanungs und -bau GmbH) als Abteilungsleiter im Rechtsbereich, bevor er 1997 seine Karriere bei der Deutschen Bahn AG fortsetzte. 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