{"id":5959,"date":"2018-01-26T14:46:29","date_gmt":"2018-01-26T14:46:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=5959"},"modified":"2018-01-31T09:59:19","modified_gmt":"2018-01-31T09:59:19","slug":"verpackung-nein-danke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2018\/01\/26\/verpackung-nein-danke\/","title":{"rendered":"Verpackung &#8211; NEIN DANKE?"},"content":{"rendered":"<p>Es beginnt immer im Kleinen. Zun\u00e4chst werden Plastiktragetaschen mit einer kleinen Geb\u00fchr verkauft. Dann entdeckt der Handel, dass gerade Tragetaschen ein gutes Ventil f\u00fcr Recycling-Kunststoffe sind und gute Preise erzielt werden k\u00f6nnen\u00a0&#8211; der Preis steigt. Und dann\u00a0&#8211; wie aus dem Nichts &#8211; werden nicht nur die Hersteller von Tragetaschen, sondern auch die Vertreiber derselben von einem Shitstorm \u00fcberrascht und stark gesch\u00e4digt. Die kostenlosen Tragetaschen verschwinden \u00fcber Nacht und es drohen europaweite Verbote. Dieses Ventil f\u00fcr Recyclingwerkstoffe schlie\u00dft sich rasend schnell.<\/p>\n<p>Aber wie kann es dazu kommen und warum? Liegt da mehr in der Luft als nur der Wunsch des Verbrauchers, auf Tragetaschen gegen Entgelt zu verzichten?<\/p>\n<p>Nahezu alle Medien st\u00fcrzen sich mittlerweile auf Plastik und das damit einhergehende Risiko, das in mannigfaltigen Kunstformen ausgedr\u00fcckt wird. Einmal sind es die Schadstoffe im Kunststoff, manchmal die Schadstoffe, die durch den Kunststoff hindurchdringen und dann nat\u00fcrlich der Kunststoff selbst, der das Artensterben und &#8211; oder zumindest &#8211; die Verm\u00fcllung der Weltmeere bewirke.<\/p>\n<p>Aber sind es Kunstformen des Sensations-Journalismus, die auf der Jagd nach Auflage zwar nicht vollst\u00e4ndig erdacht oder gar durchdacht, aber doch ausgeschm\u00fcckt und dramatisiert werden? Und wenn es so w\u00e4re\u00a0&#8211; warum st\u00f6\u00dft dieses Thema weltweit zur Zeit auf solchen Widerhall? Es scheint mehr dran zu sein an dem Thema Plastik als wir &#8211; die Plastikindustrie &#8211; sehen m\u00f6chten oder sehen k\u00f6nnen. Wir haben investiert, unser Gesch\u00e4ftsmodell basiert auf st\u00e4ndigem Wachstum mit immer mehr Tonnage dieses nun pl\u00f6tzlich unheilvollen Materials\u00a0&#8211; dem Kunststoff? Macht uns das blind vor der Ver\u00e4nderung, die vielleicht doch unausweichlich wird &#8211; das konsequente Kunststoffvermeiden?<\/p>\n<p>Ein Blick zur Automobilindustrie zeigt Parallelen auf. Was k\u00f6nnen wir daraus lernen?<\/p>\n<p>Nicht nur, dass alle etablierten Autobauer mehr oder weniger den Umstieg auf alternative Antriebe verschliefen, bis Tesla auftauchte; sie leugneten auch die Vorteile des Newcomer-Autos und zeigten erst dadurch, dass sie nicht nur den Elektro-Antrieb nicht verstanden hatten, sondern das gesamte Gesch\u00e4fts- und Erfolgsmodell nicht annehmen wollten oder konnten. Es erschien nicht ausgereift genug.<\/p>\n<p>Es fehlt den Autobauern bis heute nicht an Gegenargumenten, warum die Zeit nicht reif und die Elektromobilit\u00e4t nicht der optimale Weg sei. Aber die Kunden verlangen danach und schweigen dabei. Sie sind begeistert von der Idee des Elon Musk als Person und seinem Engagement f\u00fcr die gute, neue Sache. Alle Medien unterst\u00fctzen Tesla und nur wenige halten zu den alten Seilschaften. Tesla soll 50 Prozent der Presseartikel zum Autobau zeitweise liefern.<\/p>\n<p>\u201eDer Tesla ist eigentlich ein Smartphone auf R\u00e4dern\u201c, liest man gelegentlich und \u00fcber Nacht bekommen Kunden pl\u00f6tzlich neue Software mit neuen Funktionen ihres Fahrzeuges. Diese betreffen viele Details in diesem kleinen, mobilen Wohnraum der Kunden. Da haben die Etablierten nichts dagegen zu setzen. Die Speicher von VW-, BMW- oder Mercedes-Fahrzeugen sind im Moment der Auslieferung nahezu vollst\u00e4ndig belegt &#8211; ein Update nur in der Werkstatt vorgesehen. Bei Tesla ist reichlich Platz f\u00fcr Updates. So berauben sich deutsche Autobauer langfristig selbst der Chance zeitnaher Updates wie bei Tesla und lenken sich selber ins Hintertreffen. Das Gesch\u00e4ftsmodell scheint nicht zu \u00fcberzeugen in Wolfsburg, M\u00fcnchen oder Stuttgart.<\/p>\n<p>Und wir Verpackungs-Fachleute? Sind wir bezogen auf unsere Branche viel weiter und weltoffener? Wir machen doch immer sofort alles m\u00f6glich, was Handel und Markeninhaber von uns verlangen, oder? Aber was w\u00e4re, wenn pl\u00f6tzlich eine Alternative zur Verpackung, wie wir sie heute kennen, auf den Markt dr\u00e4ngte? Ein Verpackungs-Tesla, der einfach rechts \u00fcberholt, ohne zu blinken?<\/p>\n<p>Wie lauten unsere Antworten gemeinsam mit Handel und Marke auf Plastikverbote, wie sie f\u00fcr Mallorca diskutiert werden, wo nur noch abbaubare Materialien eingesetzt werden d\u00fcrfen? Weit weg ist das nicht, denn Utopia titelte:<\/p>\n<p><strong>Balearen wollen Einweg-Plastik und Kaffeekapseln verbieten<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/utopia.de\/balearen-mallorca-plastik-einweg-kaffeekapseln-77096\/#.WmgqqDXIkDY\">https:\/\/utopia.de\/balearen-mallorca-plastik-einweg-kaffeekapseln-77096\/#.WmgqqDXIkDY<\/a><\/p>\n<p>Ist nicht die Kompostierung in Gro\u00df-Anlagen der Weg, sondern die sich selbst aufl\u00f6sende Verpackung oder vielleicht die oft von Konsumenten bevorzugte 100%ige Mehrwegl\u00f6sung?<\/p>\n<p>Und dann sind da noch die Unverpackt-L\u00e4den. Diese werden als kl\u00e4glicher Versuch von fanatischen Weltverbesserern abgetan. Im Plastik schwimmende Fische werden dann auch gleich als Ausnahmen bezeichnet. Und das Recycling bel\u00e4chelt mancher hinter vorgehaltener Hand als Alibi f\u00fcr die Dualen Systeme &#8211; die Rechtfertigungsindustrie f\u00fcr immer mehr Plastik? So war das doch wohl nicht gemeint oder geplant in den 1990ern, oder?<\/p>\n<p>Doch nun macht auch die EU mobil gegen Plastik-Einwegverpackungen. Gerade wurde die <strong>EU Kunststoff-Strategie<\/strong> ver\u00f6ffentlicht. Ein Kernbaustein lautet:<\/p>\n<p><strong>Bis zum Jahr 2030 sollen alle Kunststoffverpackungen recycelf\u00e4hig oder mehrmals verwendbar sein. <\/strong><\/p>\n<p>Wir bei Innoform m\u00f6chten unaufgeregt das Thema beleuchten und z. B. auch mit dem 16. Inno-Meeting zu einem konstruktiven Dialog beitragen. Wir m\u00f6chten Fakten liefern, um Entscheidungen noch etwas fundierter zu treffen.<\/p>\n<p>Mehr Informationen zum Inno-Meeting und zur Kreislaufwirtschaft mit Verpackungen finden Sie unter <a href=\"http:\/\/im.innoform.de\">http:\/\/im.innoform.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Karsten Schr\u00f6der, im Januar 2018<\/p>\n<p>PS: Aldi und Lidl suchen nach Plastik-Alternativen &#8211; auch wenn es nicht alles sinnvoll erscheint &#8211; das ist ein Trend. siehe auch:\u00a0https:\/\/utopia.de\/aldi-lidl-plastik-reduzieren-77692\/?utm_medium=push&amp;utm_source=notification&amp;utm_campaign=Utopia%20Benachrichtigungen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es beginnt immer im Kleinen. Zun\u00e4chst werden Plastiktragetaschen mit einer kleinen Geb\u00fchr verkauft. Dann entdeckt der Handel, dass gerade Tragetaschen ein gutes Ventil f\u00fcr Recycling-Kunststoffe sind und gute Preise erzielt werden k\u00f6nnen\u00a0&#8211; der Preis steigt. 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