{"id":6016,"date":"2018-02-26T09:04:50","date_gmt":"2018-02-26T09:04:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=6016"},"modified":"2018-02-26T09:04:50","modified_gmt":"2018-02-26T09:04:50","slug":"bernd-wilke-ueber-siegeltechniken-und-ihre-grenzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2018\/02\/26\/bernd-wilke-ueber-siegeltechniken-und-ihre-grenzen\/","title":{"rendered":"Bernd Wilke \u00fcber Siegeltechniken und ihre Grenzen"},"content":{"rendered":"<p>Nach seinem Studium der Lebensmitteltechnologie trat Bernd Wilke 1978 in die Robert Bosch GmbH ein. Bis Oktober 2017 war er dort besch\u00e4ftigt, zuletzt als Leiter der Abteilung Engineering &amp; Technology Support, Gesch\u00e4ftsbereich Packaging Technology. Parallel zu seiner T\u00e4tigkeit promovierte er \u00fcber die Mechanismen der Entkeimung mit Wasserstoffperoxid. Im Jahr 2002 wurde er Honorarprofessor an der Universit\u00e4t Stuttgart-Hohenheim.<br \/>\nNeben seiner beruflichen T\u00e4tigkeit hat B. Wilke einen Lehrauftrag f\u00fcr Verpackungstechnik an der o. g. Universit\u00e4t sowie am International Packaging Institute in Neuhausen, Schweiz (IPI) inne. Au\u00dferdem ist er Mitglied des Vorstandes der \u201eIndustrievereinigung Lebensmitteltechnologie und Verpackung\u201c (IVLV) in M\u00fcnchen, Deutschland.<\/p>\n<p><em><strong>Was hat Sie bewogen, der Einladung von Innoform zu folgen?<\/strong><\/em><br \/>\nEs ist ein breites fachkundiges Auditorium vorhanden, das kritisch Stellung bezieht und somit einen guten Austausch erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p><em><strong>Multilayer ist der Themenschwerpunkt, den das SKZ und Innoform gelegt haben. Was wird Ihre Kernaussage dazu im Rahmen der Tagung sein?<\/strong><\/em><br \/>\nAufgrund der aktuellen Debatte um teilweise Verbote von Kunststoffpackungen einerseits und Schutzbedarf f\u00fcr die abgepackten Produkte andererseits wird es weiterhin einen stark diversifizierten Markt geben, der nicht nur bestehende Technologien pflegt, sondern auch neue erfordert.<\/p>\n<p><em><strong>Sie referieren \u00fcber &#8220;Bew\u00e4hrte Siegeltechniken und ihre Grenzen &#8211; und was kommt jetzt?&#8221; Polyolefine Folien stellen oft die Siegelschicht. Das Siegeln selbst \u00fcbernehmen Maschinen. Wo sehen Sie die Hauptinnovationen in diesem Spannungsfeld?<\/strong><\/em><br \/>\nHauptinnovationen sehe ich bei neuen Technologien, wie z. B. Induktionssiegeln oder einem sehr gezielten W\u00e4rmeeintrag mittels der Cera2Heat-Technologie.<\/p>\n<p><em><strong>Wo sehen Sie f\u00fcr Folienhersteller und -Verwender besonderes Innovationspotenzial?<\/strong> <\/em><br \/>\nAufgrund der gesellschaftlichen Diskussion, auf die ich nachher noch zu sprechen komme, sehe ich hohes Innovationspotenzial bei Bioplastics, also Materialien, die entweder bio-based sind und\/oder biodegradable sind. Allerdings bin ich mir sehr wohl auch der Grenzen und der finanziellen H\u00fcrden bewusst.<\/p>\n<p><strong><em>Wie lassen sich Multilayer und Kreislaufwirtschaft f\u00fcr Ihren Einflussbereich miteinander vereinbaren?<\/em><\/strong><br \/>\nDurch den Einsatz der gebrauchten Materialien f\u00fcr sp\u00e4tere geringere Anforderungen, also ein downcycling. Das ist nat\u00fcrlich nur bei Verpackungen au\u00dferhalb der Lebensmittel denkbar und setzt voraus, dass z. B. farbliche Ver\u00e4nderungen der recyclierten Materialien toleriert werden. Einschr\u00e4nkungen der Funktionalit\u00e4t bei Packungen aus recycliertem Material sind nat\u00fcrlich nicht akzeptabel.<\/p>\n<p><em><strong>I<\/strong><strong>nnoform bietet technisch orientierte Tagungen an. Besucher sind in der Regel Fachleute aus der Branche, Hersteller und Verwerter. Was erwarten Sie pers\u00f6nlich von der Zuh\u00f6rerschaft?<\/strong><\/em><br \/>\nOffene sachliche Diskussionen und einen intensiven Austausch in den Pausengespr\u00e4chen.<\/p>\n<p><em><strong>Konferenzen zum Thema \u201eKunststoffe in der Verpackung\u201c erfreuen sich gr\u00f6\u00dferer Beliebtheit. Woher kommt Ihrer Meinung nach dieses gro\u00dfe Interesse an Wissen und auch Kontakten trotz h\u00e4ufig negativer Berichterstattung in den \u00f6ffentlichen Medien?<\/strong><\/em><br \/>\nM. E. ist einer der Gr\u00fcnde, dass die Fachleute um die au\u00dferordentlichen Vorteile der Kunststoffe wissen und erkennen, dass ein Verzicht auf Kunststoffe zu einem\u00a0 signifikanten Anstieg der Lebensmittelverluste f\u00fchren w\u00fcrde.\u00a0 Leider ist es uns immer noch nicht gelungen, diese Zusammenh\u00e4nge in das Meinungsbild der Bev\u00f6lkerung zu transportieren. Die Fachleute erkennen aber auch, dass u. U. Anpassungen ihrer Produkte n\u00f6tig sind.<\/p>\n<p><em><strong>Welchen Einfluss haben Ihrer Meinung nach der gesellschaftliche Druck sowie rechtliche Vorgaben und Kundenanforderungen auf die Innovation in der Herstellung von Multilayer-Folien?<\/strong> <\/em><br \/>\nIch bef\u00fcrchte leider, dass es viefach zu einer abwartenden Haltung bei den Folienherstellern kommt, denn Innovationen kosten Geld und erfordern einen langen Atem. Und wenn man nicht wei\u00df, wo die Reise hingeht, dann kann diese gesellschaftliche Diskussion zu einer Innovationsbremse werden.<\/p>\n<p><em><strong>Wie sch\u00e4tzen Sie auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (schlecht) die Zukunftschancen f\u00fcr Mehrschichtfolien im Vergleich zu anderen Folienarten ein und warum?<\/strong><\/em><br \/>\nNach wie vor hoch, da der Nutzen f\u00fcr die Fachleute unbestritten ist. Aufgrund der gesellschaftlichen Diskussion w\u00fcrde ich aber keine 1, sondern nur eine 2 erwarten.<\/p>\n<p><em><strong>Unsere Teilnehmer m\u00f6chten die Referenten auch gern pers\u00f6nlich besser kennenlernen. Deshalb eine pers\u00f6nliche Frage: Wof\u00fcr begeistern Sie sich neben Ihren beruflichen Aufgaben besonders?<br \/>\n<\/strong><\/em> Da ich seit kurzem im beruflichen Ruhestand bin, bin ich froh, das berufliche Netzwerk, das \u00fcber viele Jahre gewachsen ist, pflegen zu k\u00f6nnen und mich andererseits neuen Aufgaben ohne Tagesgesch\u00e4ft widmen zu k\u00f6nnen.\u00a0 Daneben genie\u00dfe ich es aber jetzt,\u00a0 mehr Zeit f\u00fcr meine Hobbys wie Reisen und Literatur und vor allem f\u00fcr meine Familie und unser Enkelkind zu haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach seinem Studium der Lebensmitteltechnologie trat Bernd Wilke 1978 in die Robert Bosch GmbH ein. Bis Oktober 2017 war er dort besch\u00e4ftigt, zuletzt als Leiter der Abteilung Engineering &amp; Technology Support, Gesch\u00e4ftsbereich Packaging Technology. Parallel zu seiner T\u00e4tigkeit promovierte er \u00fcber die Mechanismen der Entkeimung mit Wasserstoffperoxid. 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