{"id":6051,"date":"2018-03-01T14:54:40","date_gmt":"2018-03-01T14:54:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=6051"},"modified":"2018-03-01T14:54:40","modified_gmt":"2018-03-01T14:54:40","slug":"andreas-holt-ueber-aktuelle-anforderungen-und-innovative-loesungen-fuer-integrierte-konzepte-in-der-materialfoerderung-und-fuer-das-dosieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2018\/03\/01\/andreas-holt-ueber-aktuelle-anforderungen-und-innovative-loesungen-fuer-integrierte-konzepte-in-der-materialfoerderung-und-fuer-das-dosieren\/","title":{"rendered":"Andreas Holt \u00fcber aktuelle Anforderungen und (innovative) L\u00f6sungen f\u00fcr integrierte Konzepte in der Materialf\u00f6rderung und f\u00fcr das Dosieren"},"content":{"rendered":"<p>Andreas Holt studierte Kunststoff- und Verfahrenstechnik an der Universit\u00e4t-Gesamthochschule-Paderborn. Er verf\u00fcgt \u00fcber 25 Jahre Erfahrung im Kunststoffmaschinen- und Anlagenbau sowie in der Automatisierungstechnik.<br \/>\nNach seinem Studium begann er als Projekt- und Vertriebsingenieur bei der iNOEX GmbH, Bad Oeynhausen und arbeitete dort in enger Zusammenarbeit mit den europ\u00e4ischen Extruderherstellern und Endkunden in der Schaffung marktf\u00fchrender Automatisierungsl\u00f6sungen.<br \/>\n1999 wechselte er innerhalb der VGT Industrie AG, Gruppe zur Theysohn Maschinenbau GmbH, Salzgitter als Vertriebsleiter und baute von 2000 bis 2001 einen neuen Sales- und Servicestandort f\u00fcr die PVC-Extrusion in den USA auf. Nach seiner R\u00fcckkehr ins Stammhaus \u00fcbernahm er in 2002 die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung mit der Verantwortung f\u00fcr die Bereiche Vertrieb und Technik. In dieser Zeit qualifizierte er sich insbesondere in den betriebswirtschaftlichen Bereichen Projektmanagement und Turn-Around Management. Im technischen Bereich setzte er Produkt- und Verfahrensstandardisierungen um und verantwortete globale Compoundier-Anlagenbauprojekte.<br \/>\nNach der \u00dcbernahme des Gesch\u00e4ftsbereiches Compoundierung durch die B\u00fchler GmbH wechselte Andreas Holt in 2005 als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer zur\u00fcck zur iNOEX GmbH. Auch in der Funktion als COO suchte er kontinuierlich nach Wachstumspotentialen, setzte gemeinsam mit den Kunden neue Produktl\u00f6sungen um und f\u00fchrte das Unternehmen erfolgreich sowohl in starken Wachstumsphasen als auch in der \u201eKrise\u201c 2008\/2009.<br \/>\nIn 2011 erfolgte der Wechsel zur Kreyenborg Plant Technology in Senden. Die Aufgabe war gekennzeichnet durch den Aufbau der Gesellschaft nach der Ausgr\u00fcndung aus der Kreyenborg Gruppe. Im Unternehmen leitete er durch neuen Impulse eine Phase dynamischen Wachstums ein, generierte neue Marktzug\u00e4nge und entwickelte das Produktportfolio und die Organisation von einem Komponenten-Anbieter im Bereich Kunststoff-Sch\u00fcttg\u00fcter zu einem L\u00f6sungsanbieter f\u00fcr Kunststoff, Food und Chemie.<br \/>\nSeit Januar 2016 ist Andreas Holt als selbstst\u00e4ndiger Industriedienstleister t\u00e4tig, wobei die Bereiche Unternehmensberatung und Weiterbildung einen Schwerpunkt bilden. Unter dem Slogan \u201etoday &#8211; tomorrow &#8211; together\u201c bietet er praxisorientierte Beratungsleistungen mit technischen und organisatorischen Schwerpunkten an.<br \/>\nIn der Extrusion und in der Compoundierung kristallisieren sich eindeutig die Bereiche Mess- und Automatisierungstechnik, Prozessmanagement sowie Investitions- und Ressourcenplanung heraus. Ziel ist es hier, sowohl anlagen- als auch prozessbedingte Verbesserungspotentiale zur Steigerung der Anlageneffizienz, Verf\u00fcgbarkeit und Reproduzierbarkeit gemeinsam mit dem Kunden zu identifizieren und zu heben.<br \/>\nIm allgemeinen Maschinenbau liegt der Schwerpunkt darin, unternehmerische oder technische Ver\u00e4nderungssituationen durch aktive Begleitung des Unternehmens zu unterst\u00fctzen. Das Angebot erstreckt sich von Vertriebs- und Managementprozessen bis hin zu Innovationen im Bereich der Maschine, der Anwendung der Herstellverfahren oder der Modularit\u00e4t von Maschinen und Anlagen.<br \/>\nAlternative Perspektiven erm\u00f6glichen das Beseitigen von Innovations- und Ver\u00e4nderungsbarrieren im Unternehmen, steigern die Effizienz und verbessern die Unternehmenskultur.<br \/>\nAls Referent ist Herr Holt seit vielen Jahren regelm\u00e4\u00dfiger Gast bei internationalen Tagungen im Bereich Kunststoffverarbeitung und Recycling, unter anderem auch bei Innoform.<br \/>\nSeit 2016 ist er Mitglied der InnoNET-partners. Er engagiert an verschiedenen Stellen in der Aus- und Weiterbildung.<\/p>\n<p><em><strong>Was hat Sie bewogen, der Einladung von Innoform zu folgen?<\/strong> <\/em><br \/>\nInnoform trifft mit den gesetzten Themenschwerpunkten sehr gut. Gleichzeitig gelingt es Innoform immer wieder, einen hervorragenden Rahmen zum Austausch mit der Industrie zu geben.<\/p>\n<p><strong><em>Multilayer ist der Themenschwerpunkt, den das SKZ und Innoform gelegt haben. Was wird Ihre Kernaussage dazu im Rahmen der Tagung sein?<\/em><\/strong><br \/>\nDie Folien werden zunehmend d\u00fcnner und leistungsf\u00e4higer. Als Resultat werden Multilayer-Verbunde zunehmend komplexer. Die Herstellung erfordert zunehmend aufwendigere Extrusions-Technologien, und die verschiedenen Kunststoffe werden mit immer spezielleren Additiven und Haftvermittlern miteinander verbunden. Diese Komplexit\u00e4t so sicher und flexibel wie m\u00f6glich herzustellen, stellt neue Herausforderungen an den Extrusionsprozess. Dieses gilt sowohl technologisch als auch f\u00fcr das Prozessmanagement des Extrudeurs.<\/p>\n<p><em><strong>Sie referieren \u00fcber &#8220;Aktuelle Anforderungen und (innovative) L\u00f6sungen f\u00fcr integrierte Konzepte in der Materialf\u00f6rderung und f\u00fcr das Dosieren&#8221;. Welche Dosier-L\u00f6sungen favorisieren Sie heute f\u00fcr Multilayer-Folien-Extrusion und warum?<\/strong><\/em><br \/>\nDas l\u00e4sst sich sicher nicht in einem Satz beantworten. Multilayer-Folien decken ein gro\u00dfes Anwendungsfeld ab und stellen damit sehr unterschiedliche Anforderungen an die Dosierung und die F\u00f6rderung. Denken Sie allein daran, wir unterschiedlich die Materialform, die Rieself\u00e4higkeit und auch das Sch\u00fcttgewicht der verwendeten Kunststoffe und Additive sind. Auch Mahlgut und Recyclate werden zunehmend in Folienverbunden verwendet.<br \/>\nSo unterschiedlich die Extrusionsprozesse auch sind, so ist diesen doch gemein,\u00a0 dass die Dosierung und F\u00f6rderung immer die folgenden Kriterien m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig abdecken sollte:<br \/>\nDie bestm\u00f6gliche Dosiergenauigkeit, schnelle Produktumstellung, einfachste Bedienbarkeit und selbstverst\u00e4ndlich auch die vollst\u00e4ndige R\u00fcckverfolgbarkeit der Produkte sollten heute immer gew\u00e4hrleistet sein. Ohne diese Grundvoraussetzungen ist der n\u00e4chste, dringend erforderliche Schritt hinsichtlich Industrie 4.0 oder auch Arbeit 4.0 nicht denkbar.<\/p>\n<p><strong><em>Wo sehen Sie f\u00fcr Folienhersteller und -Verwender besonderes Innovationspotenzial?<\/em> <\/strong><br \/>\nIch kenne diese Themen jetzt seit ihren Anf\u00e4ngen zu Beginn der 90er Jahre. Die Extrusionsanlagenhersteller bieten heute die Dosierung in der Regel schon in ihrem Lieferumfang und in die Maschinensteuerung integriert an.<br \/>\nH\u00e4ufig f\u00e4ngt der Lieferumfang aber erst beim Materialabscheider der F\u00f6rderanlage an. Insbesondere immer dann, wenn die Anlage nicht Teil einer vollst\u00e4ndig neuen Fabrik ist, ergeben sich bei der Integration in die vorhandenen Strukturen des Folienherstellers vielschichtige Verbesserungspotentiale. Denken Sie nur daran, wie weitl\u00e4ufig die Anlagen sind, wie wenig Personal f\u00fcr Betrieb und Wartung zur Verf\u00fcgung steht und dass jeder Extrudeur seine neue Anlage in die vorhandene IT-Struktur mit verschiedenen Systemen integrieren muss. Verbesserungspotentiale liegen hier ganz sicher darin, weit \u00fcber den eigentlichen Automatisierungsgrad der klassischen Maschinensteuerung hinaus zu gucken, die Systeme sinnhaft zu verkn\u00fcpfen und Fehlbedienungen zu vermeiden. Dieses gilt insbesondere beim Anfahren und Umstellen der Anlagen. Nicht zuletzt sollten moderne Anlagen heute pr\u00e4ventive Wartungen erm\u00f6glichen. In der Materialf\u00f6rderung werden gro\u00dfe Potentiale hinsichtlich Energieeinsparungen, L\u00e4rm- und Staubemissionen am Arbeitsplatz nicht genutzt.<\/p>\n<p><em><strong>Wie lassen sich Multilayer und Kreislaufwirtschaft f\u00fcr Ihren Einflussbereich miteinander vereinbaren?<\/strong><\/em><br \/>\nSie sprechen hier meiner Meinung nach eine der dringlichsten gesellschaftlichen Fragestellungen zum Thema Kunststoff an. Selbst modernste Recycling- und Sortiertechnologien k\u00f6nnen die Multilayer-Folienverbunde nicht oder nicht wirtschaftlich trennen. Dar\u00fcber hinaus werden Verpackungen aus unterschiedlichen Kunststoffen in der Sortierung nicht reproduzierbar den richtigen Polymerfraktionen zugeordnet. Werden diese heute recycelt, so ist das Rezyklat letztlich zu einem gewissen Grad ein Verbundwerkstoff bzw. ein Blend. Dieses reduziert die Anzahl der m\u00f6glichen Wiederverwendungsm\u00f6glichkeiten. Neue L\u00f6sungen k\u00f6nnen nur in enger Kooperation der Verpackungshersteller mit den Anlagenherstellern und Recyclern erarbeitet werden.<\/p>\n<p><em><strong>Innoform bietet technisch orientierte Tagungen an. Besucher sind in der Regel Fachleute aus der Branche, Hersteller und Verwerter. Was erwarten Sie pers\u00f6nlich von der Zuh\u00f6rerschaft?<br \/>\n<\/strong><\/em>Viele verschiedene Perspektiven. Innovationen ben\u00f6tigen unterschiedliche Perspektiven und die Bereitschaft, neue Wege gehen zu wollen.<\/p>\n<p><strong><em>Konferenzen zum Thema \u201eKunststoffe in der Verpackung\u201c erfreuen sich gr\u00f6\u00dferer Beliebtheit. Woher kommt Ihrer Meinung nach dieses gro\u00dfe Interesse an Wissen und auch Kontakten trotz h\u00e4ufig negativer Berichterstattung in den \u00f6ffentlichen Medien?<\/em><\/strong><br \/>\nGerade weil die Diskussion zur Kunststoffverpackung in den \u00f6ffentlichen Medien h\u00e4ufig negativ gef\u00fchrt wird, sollte sich unsere Industrie bewusst sein, dass wir bei aller technischer Machbarkeit auch Verpackungen herstellen, bei denen die Funktion \u201cMarketing\u201c gegen\u00fcber dem Schutz des Inhaltes und der Haltbarkeit des Produktes \u00fcberproportional gewichtet wird. Das macht Verpackung und uns als Kunststoffindustrie angreifbar.<br \/>\nIch denke, viele Teilnehmer wollen die Konferenzen auch dazu nutzen, die Kommunikation in der Gesellschaft abzugleichen. Das Positive der Verpackung muss der Gesellschaft genau so bewusst sein, wie die Herausforderungen und Schw\u00e4chen, die Ressourcenverschwendung und Umweltverschmutzung mit sich bringen. Das kann nur dann gut erfolgen, wenn wir den Wissensaustausch m\u00f6glichst hoch und alle Beteiligten auf Ballh\u00f6he halten.<\/p>\n<p><strong><em>Welchen Einfluss haben Ihrer Meinung nach der gesellschaftliche Druck sowie rechtliche Vorgaben und Kundenanforderungen auf die Innovation in der Herstellung von Multilayer-Folien?<\/em> <\/strong><br \/>\nDas neue Verpackungsgesetz fordert stark steigende Recyclingquoten in relativ kurzer Zeit. Der Gesetzgeber hat mit starken Forderungen auf die \u00f6ffentliche Diskussion und die offensichtlichen Schw\u00e4chen im \u201eSystem Kunststoffverpackungen\u201c reagiert. Stichworte wie \u201cDesign for Recycling\u201c und nachhaltiger Einsatz von Verpackungen stehen ganz oben auf der Agenda. Das treibt Innovationen an beiden Enden der Wertsch\u00f6pfungskette. Einerseits bessere Verpackungen und andererseits bessere Recyclingtechnologien. An beiden Fronten kann man viel Neues und starkes Wachstum wahrnehmen.<\/p>\n<p><strong><em>Wie sch\u00e4tzen Sie auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (schlecht) die Zukunftschancen f\u00fcr Mehrschichtfolien im Vergleich zu anderen Folienarten ein und warum?<\/em><\/strong><br \/>\n2 &#8211; 3! Die technischen Vorteile \u00fcberwiegen, und immer mehr Menschen m\u00fcssen Zugang zu guten und haltbaren Nahrungsmitteln bekommen. Das gelingt nur mit guter Verpackung. Das gesunde Ma\u00df darf jedoch, insbesondere bei einer globalen Betrachtung, nicht aus den Augen verloren werden. Wenn uns das wieder besser gelingt, sollte eine klare 2 sicher drin sein.<br \/>\nWir d\u00fcrfen uns auch als Konsument selbst hinterfragen. Ein gro\u00dfer Anteil des rasanten Wachstums von Multilayer-Folien stammt aus dem starken Wachstum im Online-Handel. Hier kann jeder selbst entscheiden, wieviel Verpackung er konsumiert.<\/p>\n<p><em><strong>Unsere Teilnehmer m\u00f6chten Referenten auch gern pers\u00f6nlich besser kennenlernen. Deshalb eine pers\u00f6nliche Frage: Wof\u00fcr begeistern Sie sich neben Ihren beruflichen Aufgaben besonders? <\/strong><br \/>\n<\/em>Mit zunehmender Lebenserfahrung suche ich den Ausgleich zum beruflichen Alltag. Mein Hobbies Segeln am heimischen Steinhuder Meer und gelegentliches Skifahren und Reisen geben mir und meiner Familie die M\u00f6glichkeit zur Entschleunigung und Erholung. Dort, wo Geschichte und Technologie im Vordergrund stehen, lese ich viel und gern. Ansonsten bin ich immer gern unter Menschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andreas Holt studierte Kunststoff- und Verfahrenstechnik an der Universit\u00e4t-Gesamthochschule-Paderborn. Er verf\u00fcgt \u00fcber 25 Jahre Erfahrung im Kunststoffmaschinen- und Anlagenbau sowie in der Automatisierungstechnik. Nach seinem Studium begann er als Projekt- und Vertriebsingenieur bei der iNOEX GmbH, Bad Oeynhausen und arbeitete dort in enger Zusammenarbeit mit den europ\u00e4ischen Extruderherstellern und Endkunden in der Schaffung marktf\u00fchrender Automatisierungsl\u00f6sungen. 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