{"id":6208,"date":"2018-04-23T11:32:39","date_gmt":"2018-04-23T11:32:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=6208"},"modified":"2018-04-24T09:05:07","modified_gmt":"2018-04-24T09:05:07","slug":"der-materialbank-gedanke-als-loesungsidee-fuer-kreislaufwirtschaft-und-funktionierendes-recycling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2018\/04\/23\/der-materialbank-gedanke-als-loesungsidee-fuer-kreislaufwirtschaft-und-funktionierendes-recycling\/","title":{"rendered":"Der Materialbank-Gedanke als L\u00f6sungsidee f\u00fcr Kreislaufwirtschaft und funktionierendes Recycling"},"content":{"rendered":"<p>Kennen Sie die Idee mit der Materialbank? Haben Sie als Unternehmer, Privatmann oder sogar als Banker vielleicht schon einmal kritisch \u00fcber unser Wirtschaftssystem nachgedacht, das auf Geldkreisl\u00e4ufen und dem systemrelevanten Bankensystem fu\u00dft? Haben Sie auch schon gelegentlich von Medienberichten geh\u00f6rt, die dieses System kritisch sehen? Aber warum eigentlich? Dieses System f\u00fcttert diejenigen mit fast unendlichem Geldsch\u00f6pfvolumen, solange wir alle mitmachen. Es sei ein Garant f\u00fcr Wohlstand und Wachstum &#8211; f\u00fcr Wachstum sicher ja, aber welchen Wohlstand eigentlich und was verstehen wir darunter?<\/p>\n<p>Banken sind ja die einzigen in der &#8220;Geld-Kreislaufwirtschaft&#8221;, die \u00fcber die Girokonten Geld sch\u00f6pfen. Sie k\u00f6nnen nahezu ohne Eigenkapital Kredite vergeben, ohne eigene Deckungen daf\u00fcr haben zu m\u00fcssen. Das ist ein Erfolgsrezept, das seinesgleichen sucht. Mehr noch &#8211; sie k\u00f6nnen sich selber Kredite einfach auf ein Konto gew\u00e4hren \u2013 virtuelle Kredite, weder mit Geld noch anderweitig gedeckt. Das Geld entsteht vereinfacht gesagt aus dem Nichts und kann dem dann zu schaffenden oder mit dem Kredit bezahlten Wert gegen\u00fcbergestellt werden (Quelle: Wer regiert das Geld?: Banken, Demokratie und T\u00e4uschung, Paul Schreyer, 2016).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-6212\" src=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/money-2696219_1920_materialbank-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/money-2696219_1920_materialbank-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/money-2696219_1920_materialbank-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/money-2696219_1920_materialbank-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/money-2696219_1920_materialbank.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Aber was hat das mit Recycling zu tun? Nun, wenn wir Kunststofferzeuger, -verarbeiter und Konsumenten nicht mehr in Einbahnstra\u00dfen d\u00e4chten, sondern auch in Kreisl\u00e4ufen, wie es uns die Banken mit dem Hilfskonstrukt des Geldes vormachen, k\u00f6nnten wir alle profitieren &#8211; nur die Banken etwas weniger &#8211; das muss ich zugeben. Aber das sollte akzeptabel sein.<\/p>\n<p>Wie geht das?<\/p>\n<p>Wenn wir beispielsweise unsere Rohstoffe nicht mehr verkauften, sondern sie wirklich im Kreis f\u00fchrten und z. B. vermieteten, w\u00fcrde sich vieles \u00e4ndern. \u00dcber die Jahre w\u00fcrden wir zwar nicht unendlich viel Geld anh\u00e4ufen k\u00f6nnen, aber doch nennenswerte Materialmengen, die in einer nicht zu fernen Zukunft sehr viel \u201eGeld\u201c wert sein k\u00f6nnten. Nehmen wir einmal den Kunststoffverarbeiter, der mit 70 &#8211; 80% Materialkostenanteil an seiner Kalkulation derzeit nur \u00fcber steigende Mengen den Gewinn steigern kann &#8211; und den auch nur absolut und nicht relativ in Prozentpunkten. Das wird aber immer weniger gesellschaftlich akzeptiert werden, mehr Kunststoff in die Welt zu emittieren.<\/p>\n<p>Wenn dieser aber nun sein Material gar nicht mehr verkauft, sondern nur noch seine Dienstleistung mit dem Material &#8211; z. B. einen Fensterrahmen, der nach 25 Jahren wieder durch einen neuen ersetzt wird, vermietet, hilft das allen. Er ist interessiert, einen gut rezyklierbaren Fensterrahmen in Umlauf zu geben &#8211; er bekommt inh ja bald wieder. Der Verarbeiter beh\u00e4lt die Kontrolle \u00fcber den Rahmen und &#8211; vielleicht noch spannender &#8211; \u00fcber den Kundenkontakt.<\/p>\n<p>Der Hausbesitzer und Fensterbesitzer, aber eben nicht Eigent\u00fcmer, \u00a0schont seinen Geldbeutel, da er weniger Geld von der Bank aufnehmen musste und somit zinsfrei bleibt, da er das Fenster aus seinem Cash-Flow bezahlt. Er spart nennenswert Zinsen und tr\u00e4gt zur Nachhaltigkeit im doppelten Sinne bei. Nun bietet der Fenstereigent\u00fcmer &#8211; der Kunststoffverarbeiter &#8211; einen Austausch nach Ablauf der Mietdauer an. Auf jeden Fall bekommt er seinen Rohstoff, das Fenster zur\u00fcck \u2013 egal, ob er auch das neue vermietet, verkauft oder ein Wettbewerber zum Zuge kommt. Er bleibt Materialeigent\u00fcmer.<\/p>\n<p>Das schont seine Bilanz enorm und hilft ihm, wieder neu und g\u00fcnstig anbieten zu k\u00f6nnen, da er den Materialkostenanteil um 70 &#8211; 80% senken konnte &#8211; es ist ja schon bezahlt und muss nicht erneut eingekauft und finanziert werden. Er wird zu seiner eigenen Bank &#8211; Materialbank eben.<\/p>\n<p>Denken Sie das einmal weiter f\u00fcr Ihre ganz konkreten Belange in der Kunststoffbranche und \u00fcberlegen Sie bitte einmal ernsthaft, wer davon alles profitieren wird &#8211; es sind wirklich alle &#8211; au\u00dfer die Banken, die etwas weniger Geld sch\u00f6pfen, aber helfen, damit echten Wert zu sch\u00f6pfen. Wie hoch ist Ihr Materialkostenanteil eigentlich?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Karsten Schr\u00f6der, April 2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kennen Sie die Idee mit der Materialbank? 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