{"id":6276,"date":"2018-05-08T08:39:26","date_gmt":"2018-05-08T08:39:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=6276"},"modified":"2018-05-08T13:22:21","modified_gmt":"2018-05-08T13:22:21","slug":"presseschau-kunststoffstrategie-und-abfallpaket-der-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2018\/05\/08\/presseschau-kunststoffstrategie-und-abfallpaket-der-eu\/","title":{"rendered":"Presseschau: Kunststoffstrategie und Abfallpaket der EU"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kunststoffstrategie und Abfallpaket der EU<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eOhne Plastik k\u00f6nnen wir nicht leben, aber es kann uns t\u00f6ten, wenn wir unsere Politik nicht \u00e4ndern\u201c, zitiert die S\u00fcddeutsche Zeitung Vizekommissionspr\u00e4sident Frans Timmermans, der die Kunststoffstrategie am 16. Januar in Stra\u00dfburg vorstellte. Das Strategiepapier, mit dem die EU-Kommission auf eine Ankurbelung der Kreislaufwirtschaft abzielt, wurde in der Presse breit aufgenommen. Die Fachpresse berichtete zudem \u00fcber die \u00fcberwiegend positive Reaktion der Branche, die sehr rasch mit Selbstverpflichtungen, wie sie in der Strategie angeregt werden, reagierte. Inzwischen liegt auch das Kreislaufwirtschaftspaket der Kommission zur finalen Abstimmung im Rat vor. Wesentliche \u00c4nderungen in einigen Rechtssetzungen sind damit zu erwarten.<\/em><\/p>\n<p>Die Kunststoffstrategie der Europ\u00e4ischen Kommission sei Teil des Bem\u00fchens der EU, die Kreislaufwirtschaft f\u00fcr Kunststoffe voranzubringen, in der Produkte, Materialien und Rohstoffe m\u00f6glichst lange zirkulierten und dabei m\u00f6glichst wenig Abfall entstehe, schreibt die <em>S\u00fcddeutsche<\/em>. \u201eDie einzige langfristige L\u00f6sung besteht darin, Kunststoffabf\u00e4lle zu reduzieren, indem wir sie verst\u00e4rkt recyceln und wiederverwenden\u201c, zitiert das Fachmagazin <em>Kunststoffe<\/em> Timmermans, der von der Kunststoffstrategie erwarte, dass sie ein neues, st\u00e4rker kreislauforientiertes Gesch\u00e4ftsmodell vorantreibe. Nach Vorstellungen der Kommission sollen bis 2030 alle Kunststoffverpackungen wiederverwertbar sein. Dabei setzt Br\u00fcssel jedoch mehr auf freiwillige L\u00f6sungen und Selbstverpflichtungen der Industrie, weniger auf Verbote. Gut daran findet die <em>S\u00fcddeutsche Zeitung<\/em>, dass man damit mehr Raum f\u00fcr Innovation und Investition in neue Technologien und Infrastruktur lasse. Es w\u00fcrden bessere Trennsysteme und Verfahren gebraucht, die f\u00fcr echte Kreisl\u00e4ufe sorgen k\u00f6nnten. Doch das werde nicht reichen. Die Strategie bleibe in vielen Punkten zu vage und gehe am Kernproblem, dass n\u00e4mlich der Plastikverbrauch dringend gesenkt werden m\u00fcsse, vorbei.<\/p>\n<p>Eine sehr \u201eeigene Plastikstrategie\u201c eines Handelskonzerns fand viel Beachtung in der Presse. Die Schwarz-Gruppe mit Lidl, Kaufland, MEG und eigenen Produktionsbetrieben wolle in Deutschland den Kunststoffverbrauch bis zum Jahr 2025 um mindestens 20 Prozent reduzieren. Dazu wolle etwa Lidl vor allem die Eigenmarken nutzen, die rund 70 Prozent des Sortiments ausmachten. Deren Kunststoffverpackungen sollen dar\u00fcber hinaus bis 2025 alle recyclingf\u00e4hig werden. Mit ihrer Strategie wolle die Schwarz-Gruppe die europ\u00e4ische Kunststoffstrategie unterst\u00fctzen, stellt unter anderem die <em>FAZ<\/em> fest, die erwarte, dass auch andere Handelsh\u00e4user dem viertgr\u00f6\u00dften der Welt nachfolgen werden. Auch Procter &amp; Gamble plane laut <em>Handelsblatt<\/em>, den Anteil an recyclingf\u00e4higen Kunststoffverpackungen zu steigern. Bis 2020 sollen es 100 Prozent sein.<\/p>\n<p>Auch das sogenannte Kreislaufwirtschaftspaket der Kommission ist auf dem Weg. Das Parlament hat bereits seine Zustimmung gegeben. Im Kern geht es um die Novelle der Abfallrahmenrichtlinie, aber auch die Verpackungs- und die Deponierichtlinie sind u.a. davon betroffen. Mit den Novellen werden die Recyclingquoten europaweit deutlich angehoben. F\u00fcr Kunststoffverpackungen sollen sie bis zum Jahr 2025 auf mindestens 50 Prozent, bis 2030 auf mindestens 55 Prozent der im jeweiligen Mitgliedstaat anfallenden Abf\u00e4lle erh\u00f6ht werden. Auch generell f\u00fcr Siedlungsabf\u00e4lle soll k\u00fcnftig ab 2025 eine Recyclingquote von 55 Prozent gelten. Dazu m\u00fcsse sich auch Deutschland anstrengen, schreibt die <em>FAZ<\/em>, weil die derzeit gemeldeten 66 Prozent auf einer Berechnungsmethode beruhten, die dann nicht mehr zul\u00e4ssig sei. W\u00e4hrend in Deutschland heute noch vom Input in die Recyclinganlage ausgegangen werde, d\u00fcrfe nach endg\u00fcltigem Beschluss der Kommissionsvorschl\u00e4ge im Rat europaweit einheitlich nur noch das in die Berechnung einflie\u00dfen, was tats\u00e4chlich recycelt w\u00fcrde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kunststoffstrategie und Abfallpaket der EU \u201eOhne Plastik k\u00f6nnen wir nicht leben, aber es kann uns t\u00f6ten, wenn wir unsere Politik nicht \u00e4ndern\u201c, zitiert die S\u00fcddeutsche Zeitung Vizekommissionspr\u00e4sident Frans Timmermans, der die Kunststoffstrategie am 16. Januar in Stra\u00dfburg vorstellte. 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