{"id":6767,"date":"2018-10-31T15:17:35","date_gmt":"2018-10-31T15:17:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=6767"},"modified":"2018-11-20T11:16:13","modified_gmt":"2018-11-20T11:16:13","slug":"these-der-woche-4-verpackungen-emittieren-mikroplastik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2018\/10\/31\/these-der-woche-4-verpackungen-emittieren-mikroplastik\/","title":{"rendered":"These der Woche 4: Verpackungen emittieren Mikroplastik"},"content":{"rendered":"<p>Mikroplastik ist nicht nur in aller Munde, sondern auch in jeder Kunststoffverpackung zu finden. So oder so \u00e4hnlich lauten viele aktuelle Schlagzeilen rund um das Thema Verm\u00fcllung (Littering) der Meere, W\u00e4lder und auch der Lebensmittel.<\/p>\n<p>Hinzu kommen Bem\u00fchungen verschiedener NGO&#8217;s, Umweltorganisationen, Medien und auch der Politik, das Thema Mikroplastik f\u00fcr das Verdr\u00e4ngen von Plastik insgesamt aus unserem Leben zu instrumentalisieren.<\/p>\n<h1>Was ist Mikroplastik eigentlich?<\/h1>\n<p>Aber was ist denn nun eigentlich Mikroplastik, wie gef\u00e4hrlich ist es und wo kommt es her? Leider werden hier oft viele Sachverhalte in einen Topf geworfen und durcheinander gebracht. So hat die schwimmende Rewe-T\u00fcte im Rhein erst einmal keinen Einfluss auf Mikroplastik. Daf\u00fcr muss diese erst einmal \u00fcber einen langen Zeitraum durch Sonne und Bewegung zu solchen kleinen Teilchen von 1 &#8211; 500 \u00b5m Durchmesser zermahlen werden. Zum Vergleich: Die Dicke eines menschlichen Haars\u00a0 wird im Durchschnitt mit rund 80 \u00b5m beschrieben. Mikroplastik ist also mikroskopisch klein, aber gut nachweisbar. Die Schwierigkeit bei der Analyse besteht eher darin, den s. g. Blindwert &#8211; also einen Messwert f\u00fcr &#8220;Null&#8221;- f\u00fcr den Gehalt von Mikroplastik in einer Probe sicher zu bestimmen, da praktisch \u00fcberall in der Luft, im Wasser und im Boden Mikroplastik allgegenw\u00e4rtig zu finden ist.<\/p>\n<p>Man unterscheidet somit zwei Arten von Mikroplastik: Typ A, welcher als Mikroplastik benutzt wird (z. B. in Cremes) und Typ B, der bei Gebrauch, Verbrauch und Entsorgung von Plastik entsteht.<\/p>\n<p>Bei Typ B wird dann noch in 2 Untergruppen unterschieden: prim\u00e4r (durch Abrieb oder beim Gebrauch anfallend) und sekund\u00e4r (zermahlen und Zerfall durch chemische und physikalische Zerfallsprozesse, u. a. durch UV-Licht).<\/p>\n<h1>Wo kommt Mikroplastik her?<\/h1>\n<p>Heute kennen wir viele Quellen von Mikroplastik. Eine Liste der h\u00e4ufigsten Quellen findet sich <a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/content\/dam\/umsicht\/de\/dokumente\/publikationen\/2018\/kunststoffe-id-umwelt-konsortialstudie-mikroplastik.pdf\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Unter den Topp 5 Quellen tauchen Verpackungen bisher gar nicht auf. Die Liste wird angef\u00fchrt von:<\/p>\n<ul>\n<li>Reifenabrieb<\/li>\n<li>Emissionen bei der Abfallentsorgung<\/li>\n<li>Abrieb von Polymeren und Bitumen in Asphalt<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Fraunhofer Umsicht Institut kommt somit zu dem Schluss:<\/p>\n<p><em>Prim\u00e4res Mikroplastik vom Typ B (beim Gebrauch entstehendes Mikroplastik) ist in Bezug auf die emittierte Menge\u00a0<\/em><em>relevanter als Typ A; Elastomere machen den gr\u00f6\u00dften Teil des Mikroplastiks aus;<\/em><br \/>\n<em><strong>Verkehr, Infrastruktur und Geb\u00e4ude emittieren die gr\u00f6\u00dften Mengen<\/strong>.<\/em><\/p>\n<h1><strong>Wo kommt Mikroplastik vor und wie gef\u00e4hrlich ist es?<\/strong><\/h1>\n<p>Grunds\u00e4tzlich findet sich nahezu \u00fcberall Mikroplastik. Egal, ob man Wasser, Luft, Fische, Muscheln oder einen Ackerboden analysiert, Mikroplastik l\u00e4sst sich fast immer nachweisen. Auch hier gilt, je kleiner ein Partikel ist, desto eher kann er vom menschlichen Organsimus aufgenommen werden. Dieses gilt insbesondere f\u00fcr Partikel kleiner als 50 \u00b5m. Da die Forschung hier noch am Anfang ist, l\u00e4sst sich \u00fcberhaupt noch keine toxikologische Bewertung durchf\u00fchren. Hier liegt viel Arbeit bei den zust\u00e4ndigen Labors. Der Volksmund w\u00fcrde sagen &#8211; &#8220;Gut ist das wohl eher nicht&#8230;&#8221;<\/p>\n<h1><strong>Welchen Einfluss haben Verpackungen auf Mikroplastik im Lebensmittel?<\/strong><\/h1>\n<p>Man wei\u00df heute, das z. B. Muscheln mit Mikroplastik angereichert sind. Ob dadurch eine Gefahr ausgeht, ist unklar. Klar hingegen ist:\u00a0<strong>der Plastikpartikelgehalt aus den Muscheln ist verschwindend gering (123 Partikel\/Jahr), im Vergleich zu dem, was durch die Luft auf jede Mahlzeit gelangt (bis zu 114 Mikroplastikpartikel pro Mahlzeit).<\/strong><\/p>\n<p>In einer Studie des Chemisches und Veterin\u00e4runtersuchungsamt M\u00fcnsterland-Emscher-Lippe wurden verschiedene verpackte Mineralwasser untersucht.<\/p>\n<p><em>Es wurde Mineralwasser aus 22 verschiedenen\u00a0<strong>Mehrwegflaschen<\/strong>\u00a0und\u00a0<strong>Einwegflaschen<\/strong>\u00a0aus PET untersucht, aus 3\u00a0<strong>Getr\u00e4nkekartons<\/strong>\u00a0und 9 verschiedenen\u00a0<strong>Glasflaschen<\/strong>. Dabei wurde in allen Verpackungsarten Mikroplastik im kleinen (50 &#8211; 500 \u00b5m) und sehr kleinen (1 &#8211; 50 \u00b5m) Gr\u00f6\u00dfenbereich gefunden.\u00a0<strong>Ca. 80 %<\/strong>\u00a0aller identifizierten Partikel geh\u00f6rten dem\u00a0<strong>kleinsten<\/strong>\u00a0untersuchten\u00a0<strong>Gr\u00f6\u00dfenbereich von 5-20 \u00b5m<\/strong>\u00a0an<\/em>.<\/p>\n<ul>\n<li>In PET-Mehrwegflaschen fand man\u00a0 118 \u00b1 88 Mikroplastikpartikel\/L (MPP\/L).<\/li>\n<li>In PET-Einwegflaschen wurden lediglich 14 \u00b1 14 MPP\/L gefunden.<\/li>\n<li>Und in Getr\u00e4nkekartons wurden sogar nur 11 \u00b1 8 MPP\/L gefunden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Hier scheinen also die Einwegflasche und der Getr\u00e4nkekarton deutlich vorteilhafter zu sein.<\/p>\n<h1>Erkenntnislage heute<\/h1>\n<p>Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass die menschliche oder tierische Gesundheit durch Mikroplastik gef\u00e4hrdet wird. Mikroplastik kann Giftstoffe absorbieren und im K\u00f6rper abgeben, auch wenn es selber wieder ausgeschieden wird. Mikroplastik in Lebensmitteln ist im Vergleich zur Kontamination beim Essen selbst durch die Luft deutlich kleiner. Einweg-PET-Flaschen sind weniger mit Mikroplastik verunreinigt als Mehrwegflaschen. Kunststoffverpackungen bringen auch immer Mikroplastik in die Umwelt und ins Lebensmittel ein.\u00a0Plastik in der Umwelt summiert sich Jahr f\u00fcr Jahr auf und kann dadurch zur Zeitbombe werden. Die Kontamination der Luft durch Verkehr und bei der Abfallentsorgung muss vorrangig bei der Bek\u00e4mpfung von Mikroplastik in den Fokus r\u00fccken.<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.cvua-mel.de\/index.php\/aktuell\/138-untersuchung-von-mikroplastik-in-lebensmitteln-und-kosmetika\">https:\/\/www.cvua-mel.de\/index.php\/aktuell\/138-untersuchung-von-mikroplastik-in-lebensmitteln-und-kosmetika<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0043135417309272\">http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0043135417309272<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0043135417309272\">http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0043135417309272<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/content\/dam\/umsicht\/de\/dokumente\/publikationen\/2018\/kunststoffe-id-umwelt-konsortialstudie-mikroplastik.pdf\">https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/content\/dam\/umsicht\/de\/dokumente\/publikationen\/2018\/kunststoffe-id-umwelt-konsortialstudie-mikroplastik.pdf<\/a><\/p>\n<p>von Karsten Schr\u00f6der<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mikroplastik ist nicht nur in aller Munde, sondern auch in jeder Kunststoffverpackung zu finden. 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