{"id":6985,"date":"2018-11-19T10:12:32","date_gmt":"2018-11-19T10:12:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=6985"},"modified":"2018-11-21T11:40:03","modified_gmt":"2018-11-21T11:40:03","slug":"andre-salie-ueber-weniger-verpackungen-als-lukratives-ziel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2018\/11\/19\/andre-salie-ueber-weniger-verpackungen-als-lukratives-ziel\/","title":{"rendered":"Andr\u00e9 Sali\u00e9 \u00fcber weniger Verpackungen als lukratives Ziel"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Das Inno-Meeting gilt mittlerweile als deutschsprachiger Branchentreff f\u00fcr Entscheider der Flexpack-Industrie. Was versprechen Sie sich pers\u00f6nlich von einem Beitrag zu dieser Veranstaltung?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Mich hat insbesondere der urspr\u00fcngliche Titel \u201eNeustart &#8211; warum das denn?\u201c sehr angesprochen, denn er bringt sehr gut die Widerspr\u00fcchlichkeit zum Ausdruck, in der wir uns als Verbraucher, aber auch als Mitarbeiter in Unternehmen f\u00fcr die Verpackungsindustrie bewegen. Ich habe mich daraufhin etwas intensiver mit Fragen der Nachhaltigkeit besch\u00e4ftigt und \u00fcberlegt, ob ein solcher Vortrag vielleicht ein wenig aufr\u00fctteln k\u00f6nnte. Wie immer, wenn man sich als Verbraucher, aber auch als Mitwirkender im Bereich Verpackung aus einer Komfortzone bewegen soll, ist das nicht leicht. Das ist ein bisschen wie der gute Vorsatz zu Neujahr\u2026.<\/p>\n<p><em><strong>Woran denken Sie bei unserem diesj\u00e4hrigen Fokus Neustart?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Dass die Menschheit als eine Spezies, die sich rasant vermehrt und Ressourcen beansprucht, eine besondere Verantwortung f\u00fcr den eigenen Lebensraum tr\u00e4gt, um nicht nur nachfolgenden Generationen, sondern auch anderen Arten auf diesem Planeten die Lebensgrundlage nicht zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p><em><strong>Ihr Thema lautet &#8220;Wie kann weniger Verpackung ein lukratives Ziel sein?&#8221; Was wird Ihre Kernaussage sein und wo sehen Sie f\u00fcr den Zuh\u00f6rer in erster Linie den Nutzen?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Wir leben in einer Wirtschaft, die auf permanentes Wachstum ausgerichtet ist. Hinsichtlich einer steigenden Weltbev\u00f6lkerung ist das logisch, aber ist es auch angemessen? Mein Vortrag soll in erster Linie ein Bewusstsein daf\u00fcr schaffen, dass alle Ressourcen endlich sind, auch die nachwachsenden, wenn sie mittlerweile schon innerhalb von 6 Monaten einmal komplett verbraucht wurden.<\/p>\n<p>Verpackungen haben eine wichtige Funktion, wenn es darum geht &#8211; vor allem im Lebensmittelbereich &#8211; diese Produkte zu sch\u00fctzen und haltbar zu machen, damit unn\u00f6tige Vernichtung von Produkten, in die wertvolle Ressourcen eingebracht wurden, verringert oder sogar vermieden werden kann. Wie sollen diese Verpackungen beschaffen sein, damit sie am Ende ihres Lebenszyklus&#8217; nicht zu einer zus\u00e4tzlichen Belastung f\u00fcr uns werden? Daraus k\u00f6nnen sich durchaus auch neue Gesch\u00e4ftsfelder er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p><em><strong>Sie reizen mit Ihrem Vortrag auch Ihre Kunden. Einerseits sprechen Sie von weniger Verpackungen als lukratives Ziel, andererseits von zwingend notwendigen.\u00a0 Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Wie setzen Sie das in einen aktuellen Kontext zur Umweltdebatte?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>In der Umweltdebatte m\u00fcssen wir genau hinschauen und -h\u00f6ren, wie und wor\u00fcber diskutiert wird. Mikroplastik ist momentan f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit ein gro\u00dfes Thema. Aber Mikroplastik kommt nicht nur aus Verpackungen; es ist in vielen Kosmetik- und Reinigungsprodukten schon enthalten, es kommt aus dem Abrieb von Milliarden von Autoreifen, Stra\u00dfenbel\u00e4gen usw. Nat\u00fcrlich tr\u00e4gt auch der durch Kunststoffverpackungen verursachte M\u00fcll zu diesem Problem bei. Meiner Meinung nach ist es leichter, im Bereich Kosmetik andere Produkte einzusetzen und Mikroplastik zu vermeiden als Kunststoffverpackungen zu ersetzen, die sehr wichtige Funktionen in den Prozessketten rund um Nahrungsmittel erf\u00fcllen, wie bereits erw\u00e4hnt. Die Frage ist, wie kann man dort die Materialien so gestalten, aber auch wieder in den Kreislauf zur\u00fcckf\u00fchren, dass Umweltbelastungen so gering wie m\u00f6glich gehalten werden. Dieses Feld bietet sicher auch noch viel Spielraum f\u00fcr neue Produkte. Ein anderes Thema sind die Plastikstrudel in den Weltmeeren. Schaut man sich deren Ursprungsquelle an, wird schnell klar, dass jede Umweltdebatte auch stark in soziale und politische Kontexte eingebunden ist.<\/p>\n<p><em><strong>Welche Konsequenzen kann ein Zur\u00fcckdr\u00e4ngen oder sogar Verbot von bestimmten Verpackungen f\u00fcr die breite Masse und sogar f\u00fcr unsere Industrie haben?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich sind Verbote aus meiner Sicht immer das letzte Mittel, um eine \u00c4nderung herbeizuf\u00fchren. Aber wie das Verbot bestimmter Kunststoffprodukte in der EU zeigt, kommt man offensichtlich mit freiwilligen Absprachen nicht immer und vor allem nicht zeitnah an ein Ziel. Wenn sich Ver\u00e4nderungen evolution\u00e4r entwickeln, ist die Chance gr\u00f6\u00dfer, dass m\u00f6glichst viele dabei mitgenommen werden, als ein Verbot, das in recht kurzer Zeit bestimmte Industrieleistungen einfach lahmlegt. Trotzdem bleibt f\u00fcr mich die Frage: Sind Selbstverpflichtungen h\u00e4ufig nur leere Versprechungen? Ich sehe auch eine Verantwortung bei den Verbrauchern, die durch ihr Verhalten die Produktlandschaft ma\u00dfgeblich mitbestimmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em><strong>Wie sch\u00e4tzen Sie pers\u00f6nlich die Zukunft von Kunststoffverpackungen ein? Muss das Rad zur\u00fcckgedreht werden? Arbeiten Sie an alternativen Systemen?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Verpackungen leisten einen gro\u00dfen Beitrag zur Minimierung von Lebensmittelabf\u00e4llen, insbesondere die Kunststoffverpackungen. Es gibt Berechnungen dar\u00fcber, dass der Carbon Footprint von Lebensmitteln, die neu produziert werden m\u00fcssen, weil sie verdorbene Ware ersetzen, gr\u00f6\u00dfer ist als derjenige einer daf\u00fcr hergestellten Kunststoffverpackung. Die Kunststoffverpackung leistet also einen wichtigen Beitrag zur sicheren und nachhaltigen Versorgung der Bev\u00f6lkerung. Doch dann muss es weitergehen: Was wird aus der Verpackung, wenn sie nicht mehr ben\u00f6tigt wird? Und was muss wirklich wie verpackt werden? Wie bekommen wir diese gigantischen Abfallmengen in den Griff, ohne unsere Lebensgrundlage zu zerst\u00f6ren? ACTEGA stellt selber keine Verpackungen her, sondern Produkte, die wiederum in die Verpackungsherstellung einflie\u00dfen. Wir orientieren uns mit unserer Produktentwicklung an den Bed\u00fcrfnissen unserer Kunden und k\u00f6nnen helfen, Verpackungen nachhaltiger zu gestalten. Das f\u00e4ngt bei Formulierungen an, die auf gef\u00e4hrliche, gesundheits- und umweltgef\u00e4hrdende Stoffe verzichten (auch in der Herstellung) bis hin zur Prozessberatung, wie der Kunde ressourcenschonender produzieren kann. Entwicklungen zu Beschichtungen, die z. B. Barrierefolien teilweise ersetzen k\u00f6nnen, laufen, befinden sich aber noch in einem fr\u00fchen Stadium.<\/p>\n<p><em><strong>Und dann noch eine private Frage: Was begeistert Sie au\u00dfer Ihrem Beruf sonst noch?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Das Feld der Digitalisierung finde ich sehr spannend. Wir erleben gerade den gr\u00f6\u00dften Strukturwandel in der Druckindustrie seit der Erfindung des Druckens mit beweglichen Lettern. Dar\u00fcber hinaus erleben wir, wie digitale Technologien einen nie gekannten Einfluss auf unser t\u00e4gliches Leben haben, angefangen beim Smartphone bis hin zur k\u00fcnstlichen Intelligenz, die unsere Lebensqualit\u00e4t und -dauer steigert. Aber nat\u00fcrlich gibt es auch gro\u00dfe Herausforderungen: Wie wird die Arbeitswelt in 20 Jahren aussehen? Wie k\u00f6nnen wir uns unsere Unabh\u00e4ngigkeit und kritische Distanz angesichts intelligenter Technik bewahren, die uns sagt, wie wir uns ern\u00e4hren, bewegen und schlafen sollen? Ich glaube, es war Steve Jobs, der einmal sagte, der Computer sei ein Fahrrad f\u00fcr das Gehirn. Wir m\u00fcssen aufpassen, dass wir nicht das Treten und Lenken vor lauter intelligenter Technik vergessen, und zwar aus eigenem, freien Willen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Nach der Ausbildung zum Buch- und Offsetdrucker 1981 bildete sich Andr\u00e9 Sali\u00e9 berufsbegleitend zum Industriemeister Druck weiter.<\/em><br \/>\n<em>Es folgten unterschiedliche T\u00e4tigkeiten in der Zulieferindustrie f\u00fcr die Druckindustrie mit dem Schwerpunkt Farben und Lacke.<\/em><br \/>\n<em>Ab 2000 war er bei der Merck KGaA als Key Account Manager f\u00fcr Gro\u00dfkunden im Vertrieb f\u00fcr Effektpigmente\u00a0f\u00fcr alle Druckverfahren in Deutschland und Skandinavien t\u00e4tig. Es erfolgten berufsbegleitende Weiterbildungen in den Bereichen Betriebswirtschaftslehre und Marketing.<\/em><br \/>\n<em>Seit 2013 ist Andr\u00e9 Sali\u00e9 bei der Actega Terra GmbH. Durch zunehmendes Interesse an digitalen Drucktechniken wechselte er 2016 innerhalb der Actega vom Leiter Produktmanagement und Anwendungstechnikin in die Gruppe Digital Technologies mit dem Aufgabenbereich New Business Development.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Inno-Meeting gilt mittlerweile als deutschsprachiger Branchentreff f\u00fcr Entscheider der Flexpack-Industrie. Was versprechen Sie sich pers\u00f6nlich von einem Beitrag zu dieser Veranstaltung? 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