{"id":7169,"date":"2019-03-18T08:28:00","date_gmt":"2019-03-18T08:28:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=7169"},"modified":"2019-03-18T09:55:29","modified_gmt":"2019-03-18T09:55:29","slug":"jan-thorsten-vollmer-ueber-recyclingfaehigkeit-eine-chance-fuer-pe-und-pp-folienverpackungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2019\/03\/18\/jan-thorsten-vollmer-ueber-recyclingfaehigkeit-eine-chance-fuer-pe-und-pp-folienverpackungen\/","title":{"rendered":"Jan-Thorsten Vollmer \u00fcber Recyclingf\u00e4higkeit &#8211; Eine Chance f\u00fcr PE- und PP-Folienverpackungen?!"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><em>Mit Ihrem Thema &#8220;Recyclingf\u00e4higkeit &#8211; Eine Chance f\u00fcr PE- und PP-Folienverpackungen?!&#8221; leisten Sie einen Beitrag zu unserer Tagung Umwelt- und umfeld-gerechte Kunststoffverpackungen durch Kreislaufwirtschaft im Mai in W\u00fcrzburg. Was genau werden Ihre Kernaussagen sein?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte in meinem Vortrag M\u00f6glichkeiten von Polyolefinstrukturen aufzeigen, die es vielleicht erm\u00f6glichen, heutige neue, ge\u00e4nderte Marktforderungen erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei m\u00f6chte ich nicht nur neue, sondern auch wohl bekannte Strukturen zeigen, die vielleicht dadurch zu anderen Anwendungen f\u00fchren k\u00f6nnten. <\/p>\n\n\n\n<p>Ferner versuche ich mit einigen \u201eGrenzen\u201c aufzur\u00e4umen, die man vielleicht von bestehenden Folienarten wie der CPP Folie hat &#8211; wohl wissend, dass es super bestehende Systeme gibt, die nicht ohne Einschr\u00e4nkung zu ersetzen sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Die Kunststoffverpackung dient in erster Linie dem Produktschutz und beugt somit Lebensmittelverschwendung vor. Trotzdem tendieren Medien und auch die \u00f6ffentliche Meinung in j\u00fcngster Vergangenheit immer mehr zu Negativ-Darstellungen von Verpackungen insgesamt. Neben Umweltrisiken werden auch immer wieder Gesundheitsrisiken bem\u00e4ngelt. Wie sch\u00e4tzen Sie das Aufwand-Nutzen-Verh\u00e4ltnis von Verpackungen allgemein und von Kunststoffverpackungen insbesondere ein? <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Nutzen von leichtgewichtigen, sicheren Verpackungen sollte au\u00dfer Frage sein. Betrachtet man den \u201ez\u00e4hlbaren\u201c Nutzen in Form vom CO2-Footprint, erkennt man sehr schnell, wie wenig Verpackung ben\u00f6tigt wird, um viel zu sch\u00fctzen. Denn was w\u00fcrden wir mehr verbrauchen, wenn unsere produzierten Lebensmittel nicht gesch\u00fctzt werden? Wenn wir schwere Verpackungen durch die Gegend fahren? Oder in welchem Verh\u00e4ltnis steht das Produkt zur Verpackung?<\/p>\n\n\n\n<p>Aber hier ist auch genau das Problem, das auftaucht, wenn es nicht um Fakten, sondern Emotionen geht &#8211; eben das Bild der Schildkr\u00f6te mit der Plastikverpackung &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Gerade PE- und PP-Kunststoffe sind die, die im Meer oben schwimmen, da ihre Dichte so gering ist. Warum pr\u00e4ferieren Sie gerade diese \u201eb\u00f6sen Buben\u201c f\u00fcr eine Kreislaufwirtschaft?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Tja, es ist \u201esaubl\u00f6d\u201c, dass Polyolefine nicht untergehen &#8211; aus den Augen, aus dem Sinn &#8211; wie bei anderen Sachen &#8211; w\u00fcrde unsere Probleme besser l\u00f6sen \ud83d\ude0a<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt keinen \u201eb\u00f6sen\u201c Kunststoff, sondern vielleicht nicht richtig eingesetzten oder benutzten Kunststoff. Gerade die Massenkunststoffe PE und PP sind soweit verbreitet und eingesetzt, dass auch hier genau die Chance liegt, die geforderten Recyclingquoten zu erf\u00fcllen und eine sinnvolle Wiederverwendung zu finden. <\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Deutschland belegt mit 220,5 kg produziertem Verpackungsm\u00fcll pro Einwohner und Jahr einen traurigen Spitzenplatz in Europa (zum Vergleich: Der EU-Mittelwert liegt bei 167,3 kg). Welche Besonderheit steckt Ihrer Meinung nach hinter dieser Zahl?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wahrscheinlich\neinfach in unsere Gesellschaftstruktur: <\/p>\n\n\n\n<p>Single-Haushalte, hoher Diskounteranteil im Handel, Bruttosozialprodukt &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch ist in diesem Wert der stark gestiegene Papieranteil wieder zu finden, der durch den Internethandel und entsprechende Distribution entsteht.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Das Verpackungsgesetz soll Verpackungsm\u00fcll reduzieren oder anders gesagt Packmittelnutzen verbessern. Wie sieht Ihre Empfehlung zu diesem Themenkomplex aus?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Genau dieses soll unsere Motivation sein &#8211; leichtgewichtige sinnvolle und nutzreiche Verpackungen. \u00dcberdenken von Verpackungskonzepten. Gute Beispiele von reduzierten Verpackungsgewichten (Consumer- und Industrie-Verpackungen) weiter vorantreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auf keinen Fall das Verteufeln von Verpackungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat einen \u201e5-Punkte-Plan\u201c mit Ma\u00dfnahmen f\u00fcr weniger Kunststoff und mehr Recycling vorgestellt. Dieser sieht gesetzliche und freiwillige Ma\u00dfnahmen zur Vermeidung von Plastik vor. Sie hat kein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, wenn Gurken in Folien eingeschwei\u00dft und Obst und Gem\u00fcse in Kunststoffverpackungen abgepackt sind. U. a. soll mehr Ware unverpackt angeboten und private Mehrweg-Beh\u00e4lter an der Frischetheke erm\u00f6glicht werden. Dass Folienverpackungen dem Produktschutz dienen und der Lebensmittelverschwendung vorbeugen, scheint sie dabei nicht zu bedenken. Was halten Sie von diesem Plan? <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich hoffe, dass sich hier alle Ministerien in Deutschland einmal abstimmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass ein Entwicklungsminister sich nicht um Verpackungssteuern Gedanken macht, sondern eher Projekte in Schwellenl\u00e4ndern zur M\u00fcllentsorgung vorantreibt. Und die deutsche Umweltministerin sich mit ihrer Kollegin im Landwirtschaftministerin abstimmt, wie man Foodwaste vermeidet &#8211; 20 % in Verkehr gebrachtes Lebensmittel wegzuschmei\u00dfen, ist eine Schande.<\/p>\n\n\n\n<p>Ach ja, die Gurke &#8211; ein super Beispiel, wie wieder einmal etwas falsch verstanden wird. Ich sch\u00e4tze, Ministerin Schulze kauft immer eingetrocknete, verschrumpelte Gurken im Laden, da diese nach 5 Tagen eben so aussehen, wenn man keinen Folieneinschlag hat. Oder wie hoch ist der Foodwaste ihres \u201eUn-Verpacktladens\u201c in Berlin?<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Welche Ma\u00dfnahmen m\u00fcssen die \u201eInverkehrbringer\u201c von Verpackungen ergreifen, um eine ausgewogenere Diskussion zu erreichen?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Eine ausgewogene Diskussion wird es nie geben, solange man einseitig polemisch in die Diskussion geht. <\/p>\n\n\n\n<p>Man kann nur versuchen, den positiven Nutzen \u201eeinfach\u201c darzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was soll ich meinem kleinen Neffen antworten, wenn er mir erz\u00e4hlt, dass Plastikverpackung schlecht ist, da er in der Kita einen Bericht \u00fcber Plastik im Meer gesehen hat. Da kommen keine guten, wissenschaftlichen Powerpointpr\u00e4sentationen ran.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Wie werden umwelt- und umfeldgerechte Verpackungen in 10 oder sogar 20 Jahren aussehen?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich hoffe, es werden super effiziente Kunststoffverpackungen sein. <\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Achten Sie auf eine optimale Verpackung, wenn Sie privat einkaufen? Und wie sieht die f\u00fcr Sie aus?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, auf gute Verpackungen achte ich &#8211; rein aus Interesse. Mit mir im Supermarkt die Regale entlang zu schlendern ist anstrengend. Ich bin auch schon mal aus einem Supermarkt geflogen &#8211; rumzippeln an Verpackungen versteht nicht jeder.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Wie genau nehmen Sie es pers\u00f6nlich mit der M\u00fclltrennung? Und wie wichtig stufen Sie als Verbraucher und Fachmann die M\u00fclltrennung ein?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich wohne in Bayern und fahre meinen getrennten M\u00fcll am Freitagnachmittag brav zum Wertstoffhof. Ob es Sinn macht, den gewaschenen (ich wasche nicht) Joghurtbecher vorsortiert abzuliefern, ist mir noch nicht ganz eing\u00e4ngig. <\/p>\n\n\n\n<p>Es ist sicherlich gut, gewisse Vorsortierungen zu machen, aber warum soll alles Brennbare der Grauen Tonne entzogen werden, wenn Teile nicht wiederverwertet werden k\u00f6nnen (auch technisch nicht). Hier w\u00e4re der Kunststoffm\u00fcll als Sekund\u00e4rbrennstoff\/schnittfestes Erd\u00f6l viel sinnvoller als erst zu sortieren, um ihn nachher nicht zu verwerten. <\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Zum Schluss noch eine pers\u00f6nliche Frage: Was begeistert Sie au\u00dferhalb Ihres Berufes?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Durch die gl\u00fcckliche Arbeits-\/Wohnortssituation nutze ich die Berge vor meiner Haust\u00fcr &#8211; Wandern und Mountainbike im Sommer &#8211; Skifahren im Winter.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr unterwegs habe ich mein altes Steckenpferd \u201eGeschichte\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dr. Jan-Torsten Vollmer wurde am 16.07.1966 geboren und wuchs in  Ostfriesland auf. Er studierte Diplom-Chemie in G\u00f6ttingen, wo er 1995  auch in Physikalischer Chemie mit einer Arbeit im Bereich  Gasphasenkinetik den Dr. rer. nat. erlangte. Im Jahr 1997, in einer  Phase, in der man keine Chemiker brauchte, machte er einen Abstecher  \u00fcber das Ruhrgebiet ins Allg\u00e4u in die Welt der flexiblen  Verpackungsindustrie. F\u00fcr dreieinhalb Jahre startete er in der  Entwicklung bei 4P Verpackungen (heute Huhtamaki Ronsberg). Es folgten 4  Jahre T\u00e4tigkeit als Technical Market Manager (Anwendungstechniker) und  Key Region Manager (NAFTA) f\u00fcr Pasten-PVC bei Vinnolit\/Burghausen.<br><br> Nach 2 Jahren Sales bei Huhtamaki Ronsberg (Confectionary) f\u00fchrte ihn  2006 der Weg zur\u00fcck in die Entwicklung\/Anwendungstechnik  zur Unterland  Flexible Packaging (heute Coveris Kufstein), wo nach anf\u00e4nglicher  Kaschierfolien-Anwendungstechnik (CPP\/PE) die Leitung der RD&amp;A  folgte. Im November 2016 \u00fcbernahm er die Funktion des BU Extrusion  Manger der BU-Food&amp;Consumer EMEA, in der er sich seither um  Extrusionsthemen (Rohstoffe\/Rezepturen\/Prozess) an den  Extrusionstandorten der Coveris befasst.<br><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Ihrem Thema &#8220;Recyclingf\u00e4higkeit &#8211; Eine Chance f\u00fcr PE- und PP-Folienverpackungen?!&#8221; leisten Sie einen Beitrag zu unserer Tagung Umwelt- und umfeld-gerechte Kunststoffverpackungen durch Kreislaufwirtschaft im Mai in W\u00fcrzburg. Was genau werden Ihre Kernaussagen sein? Ich m\u00f6chte in meinem Vortrag M\u00f6glichkeiten von Polyolefinstrukturen aufzeigen, die es vielleicht erm\u00f6glichen, heutige neue, ge\u00e4nderte Marktforderungen erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. 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