{"id":7379,"date":"2019-05-03T08:32:48","date_gmt":"2019-05-03T08:32:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=7379"},"modified":"2019-05-06T08:52:48","modified_gmt":"2019-05-06T08:52:48","slug":"patrick-zimmermann-ueber-natuerliche-kreislaufwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2019\/05\/03\/patrick-zimmermann-ueber-natuerliche-kreislaufwirtschaft\/","title":{"rendered":"Patrick Zimmermann \u00fcber nat\u00fcrliche Kreislaufwirtschaft"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><em>Mit Ihrem Thema &#8220;Kreislaufwirtschaft \u2013 aber nat\u00fcrlich! &#8221; leisten Sie einen Beitrag zu unserer Tagung Umwelt- und umfeldgerechte Kunststoffverpackungen durch Kreislaufwirtschaft im Mai in W\u00fcrzburg. Was genau werden Ihre Kernaussagen sein?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kernaussagen werden sein: Der perfekte Kreislauf im Hinblick auf eine CO2 Neutralit\u00e4t wird von der Natur seit jeher praktiziert. Diese ist sicher ein bestrebenwertes Ideal. Unsere industriellen Prozesse vollziehen diesen Kreislauf aus unterschiedlichsten Gr\u00fcnden jedoch nur bedingt. Daher m\u00fcssen wir unsere Produkte entweder optimal f\u00fcr das Recycling gestalten oder aber bei Produkten, die in der Natur verbleiben, biologisch abbaubare L\u00f6sungen anbieten. Wichtig ist in beiden F\u00e4llen, dass nachwachsende Rohstoffe zum Einsatz kommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Sie werden in W\u00fcrzburg \u00fcber das s. g. Drop-in sprechen. Was bedeutet das im Kontext mit Biopolymeren und der angestrebten Verbesserung der Kreislaufwirtschaft?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unter Drop-Ins\nversteht man im Allgemeinen biobasierte Kunststoffe, die chemisch identisch zu\nihren erd\u00f6lbasierten Pendants sind, Beispiele sind biobasiertes PE oder\nPET.&nbsp; Diese haben den Vorteil, dass sie in bestehende Recyclingkreisl\u00e4ufe\nunmittelbar integriert werden k\u00f6nnen. Und sie gehen noch einen Schritt weiter:\nWenn diese biobasierten Kunststoffe sp\u00e4ter thermisch verwertet werden, dann\nemittieren sie nur die Menge an CO2, welches die Pflanze im Laufe ihres\nWachstums aus der Atmosph\u00e4re gebunden hat. Dies trifft auf erd\u00f6lbasierte\nKunststoffe nicht zu. <\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Die Kunststoffverpackung dient in erster Linie dem Produktschutz und beugt somit Lebensmittelverschwendung vor. Trotzdem tendieren Medien und auch die \u00f6ffentliche Meinung in j\u00fcngster Vergangenheit immer mehr zu Negativ-Darstellungen von Verpackungen insgesamt. Neben Umweltrisiken werden auch immer wieder Gesundheitsrisiken bem\u00e4ngelt. Wie sch\u00e4tzen Sie das Aufwand-Nutzen-Verh\u00e4ltnis von Verpackungen allgemein und von Kunststoffverpackungen insbesondere ein? <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kunststoffverpackungen leisten einen wichtigen Beitrag zum Produktschutz und zur Haltbarkeit von Lebensmitteln. Jedoch m\u00fcssen wir uns fragen, ob jede Verpackung notwendig ist, ein kompliziertes Mehrschichtkonstrukt ben\u00f6tigt wird oder aber ob wir nicht zu einfacheren und damit leichter recycelbaren Verpackungen zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Deutschland belegt mit 220,5 kg produziertem Verpackungsm\u00fcll pro Einwohner und Jahr einen traurigen Spitzenplatz in Europa (zum Vergleich: Der EU-Mittelwert liegt bei 167,3 kg). Welche Besonderheit steckt Ihrer Meinung nach hinter dieser Zahl?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach meinem Kenntnisstand liegt das unter anderem an den Portionierungsgr\u00f6\u00dfen, insbesondere an kleinen Verpackungsgr\u00f6\u00dfen. Dies ist wohl auch bedingt durch die gro\u00dfe Dichte an Single-Haushalten. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Bundesumweltministerin\nSvenja Schulze hat einen \u201e5-Punkte-Plan\u201c mit Ma\u00dfnahmen f\u00fcr weniger Kunststoff\nund mehr Recycling vorgestellt. Dieser sieht gesetzliche und freiwillige\nMa\u00dfnahmen zur Vermeidung von Plastik vor. Sie hat kein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, wenn\nGurken in Folien eingeschwei\u00dft und Obst und Gem\u00fcse in Kunststoffverpackungen\nabgepackt sind. U. a. soll mehr Ware unverpackt angeboten und private\nMehrweg-Beh\u00e4lter an der Frischetheke erm\u00f6glicht werden. Dass Folienverpackungen\ndem Produktschutz dienen und der Lebensmittelverschwendung vorbeugen, scheint\nsie dabei nicht zu bedenken. Was halten Sie von diesem Plan? <\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Siehe Antwort Nr. 3<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Ist Recycling f\u00fcr Sie der richtige Weg raus aus der Packmittel-Diskussion?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Recycling ist ein wichtiger Baustein in der Kreislaufwirtschaft. Kunststoffe sind schlie\u00dflich auch Rohstoffe und diese gilt es, in verschiedenen Lebenszyklen zu nutzen. Wenn also Verpackungen bzw. Produkte grunds\u00e4tzlich recyclingfreundlicher gestaltet werden, hat das nat\u00fcrlich Vorteile &#8211; auch im Hinblick auf die Packmittel-Diskussion. <\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Welche Ma\u00dfnahmen m\u00fcssen die \u201eInverkehrbringer\u201c von Verpackungen ergreifen, um eine ausgewogenere Diskussion zu erreichen?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p> Den meisten Verbrauchern ist der positive Nutzen (Schutz, Verl\u00e4ngerung der Lagerbarkeit) von Verpackungen nicht bekannt, sie sehen nur die \u201eM\u00fcllberge\u201c, die sich in ihrem privaten Haushalt t\u00fcrmen. Die Vorteile und Nutzen von Verpackungen m\u00fcssten besser vermittelt werden. Aber auch die Reduzierung von Verpackungen ist ein weiterer Aspekt, ebenso wie ein Verpackungsdesign, das sich leicht trennen bzw. recyclen l\u00e4sst. <\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Wie werden umwelt- und umfeldgerechte Verpackungen in 10 oder sogar 20 Jahren aussehen?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich vermute, wir kommen auch um eine Reduzierung von Verpackungen nicht herum. Zudem k\u00f6nnte es eine Mischung aus Neuware, biobasierten Werkstoffen und Rezyklaten sein. <\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Achten Sie auf eine optimale Verpackung, wenn Sie privat einkaufen? Und wie sieht die f\u00fcr Sie aus?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich achte bewusst darauf, dass ich keine unn\u00f6tigen Verpackungen kaufe. Tragetaschen kaufe ich schon lange nicht mehr, sondern nehme den Jutesack. Die optimale Verpackung ist schwierig zu definieren. Aber ich frage mich oftmals, ob diese Art der Verpackung in diesem Ma\u00dfe f\u00fcr das Produkt wirklich ben\u00f6tig wird. <\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Wie genau nehmen Sie es pers\u00f6nlich mit der M\u00fclltrennung? Und wie wichtig stufen Sie als Verbraucher und Fachmann die M\u00fclltrennung ein?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>M\u00fclltrennung ist eine wichtige Sache. Organische Abf\u00e4lle sind genauso Wertstoffe wie Kunststoffabf\u00e4lle. Wenn wir also eine Kreislaufwirtschaft etablieren wollen, dann m\u00fcssen wir all diese Wertstoffe einem weiteren Nutzen zuf\u00fchren, bevor diese (Stand heute) letztendlich dann doch thermisch oder anderweitig verwertet werden. <\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Zum Schluss noch eine pers\u00f6nliche Frage: Was begeistert Sie au\u00dferhalb Ihres Berufes?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich klettere leidenschaftlich gern. Daneben besch\u00e4ftige ich mich auch mit diversen philosophischen und gesellschaftlichen Aspekten sowie mit Zukunftsthemen, wie z. B. Ressourcenverknappung.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Patrick Zimmermann studierte an der Fachhochschule Aachen Maschinenbau mit Schwerpunkt Energie- und Umweltschutztechnik, spezialisiert auf Abfallbehandlung und Abfallmanagement von gef\u00e4hrlichen und  nuklearen Substanzen. Zudem absolvierte er ein postgraduales Studium an  der Fernhochschule Hamburg zum Diplom- Wirtschaftsingenieur mit  Schwerpunkt Risikomanagement.<br> In den vergangenen 16 Jahren war Patrick Zimmermann ma\u00dfgeblich an der  globalen Marktentwicklung und der Vermarktung des kompostierbaren und  biologisch abbaubaren Produktportfolio der FKuR beteiligt. Er ist  au\u00dferdem verantwortlich f\u00fcr die Vermarktung des FKuR- Distributionsportfolios, wie Green PE oder Bio PA. Im Rahmen der  globalen Marketing Strategie der FKuR war er unter anderem f\u00fcr den  Aufbau der US- Niederlassung verantwortlich. Seit August 2015 ist er  zudem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der FKuR Polymers GmbH, eines Herstellers von  kundenspezifischen Polyolefin- und TPE Compounds. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Ihrem Thema &#8220;Kreislaufwirtschaft \u2013 aber nat\u00fcrlich! &#8221; leisten Sie einen Beitrag zu unserer Tagung Umwelt- und umfeldgerechte Kunststoffverpackungen durch Kreislaufwirtschaft im Mai in W\u00fcrzburg. Was genau werden Ihre Kernaussagen sein? Die Kernaussagen werden sein: Der perfekte Kreislauf im Hinblick auf eine CO2 Neutralit\u00e4t wird von der Natur seit jeher praktiziert. 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