{"id":7638,"date":"2019-12-05T09:11:00","date_gmt":"2019-12-05T08:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=7638"},"modified":"2019-12-16T10:57:41","modified_gmt":"2019-12-16T09:57:41","slug":"prof-achim-grefenstein-ueber-recyclingfaehige-hochbarriere-verbunde-fuer-lebensmittelverpackungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2019\/12\/05\/prof-achim-grefenstein-ueber-recyclingfaehige-hochbarriere-verbunde-fuer-lebensmittelverpackungen\/","title":{"rendered":"Prof. Achim Grefenstein \u00fcber recyclingf\u00e4hige Hochbarriere-Verbunde f\u00fcr Lebensmittelverpackungen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><em>Das Inno-Meeting gilt als deutschsprachiger Branchentreff f\u00fcr Entscheider der Flexpack-Industrie. Was versprechen Sie sich pers\u00f6nlich von Ihrem Beitrag?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist eine gute Gelegenheit, ein breiteres Fachpublikum dar\u00fcber zu informieren, dass es mitterweile m\u00f6glich ist, auch Hochbarriereverpackungen f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft herzustellen. Polyethylen ist daf\u00fcr das optimale Material.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Der Themenschwerpunkt beim diesj\u00e4hrigen Inno-Meeting liegt auf \u201eHandeln\u201c. Anders ausgedr\u00fcckt: Zeit zum Umdenken. Was f\u00e4llt Ihnen spontan zu diesem Thema &#8211; bezogen auf Verpackungen und Verbraucheranforderungen &#8211; ein? <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Thema der Umweltbelastung, z. B. Marine Littering durch Verpackungen, besch\u00e4ftigt zu Recht eine gro\u00dfe Zahl an Konsumenten. F\u00fcr die Verpackungshersteller ist dies eine gro\u00dfe Verantwortung, durch aktives Handeln umweltfreundlichere Verpackungen zu entwickeln und in den Verkehr zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Wie bringt Ihr Unternehmen Handeln nach Ihrer Definition zum Ausdruck?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Erstens durch unsere \u00f6ffentlich kommunizierte Absicht, unser\ngesamtes Produktportfolio bis 2025 durch recyclingf\u00e4hige\nAlternativen ersetzen zu k\u00f6nnen, was umfassende R&amp;D-Aktivit\u00e4ten in den\nn\u00e4chsten Jahren erfordern wird. Zweitens dadurch, dass Constantia Flexibles\nk\u00fcrzlich in Indien die weltweit erste Fabrik er\u00f6ffnet hat, die ganz auf die\nHerstellung neuer recyclingf\u00e4higer Verpackungen ausgelegt ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Ihr Thema lautet \u201eRecyclingf\u00e4hige Hochbarriere-Verbunde f\u00fcr Lebensmittelverpackungen\u201c. Was wird Ihre Kernaussage sein, und wo sehen Sie f\u00fcr den Zuh\u00f6rer in erster Linie den Nutzen?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt keine Alternative zu einer Kreislaufwirtschaft auch im\nBereich Verpackungen. Die anerkannt gute Ressourceneffizienz (Stichwort\nKlimawandel) von Kunststoffverpackungen steht mittlerweile nicht mehr im\nWiderspruch zu einem hochwertigen Recycling von mehrlagigen\nBarriereverpackungen. Kunststoffverpackungen sind damit auch in Zukunft ein\nwesentlicher Teil der L\u00f6sung aktueller Umweltprobleme im Bereich Verpackung. <\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Warum hat Constantia Flexibles in Pirk ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum aufgebaut?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Neben der traditionellen St\u00e4rke bei der Entwicklung von\naluminiumhaltigen Verpackungen hat Constantia Flexibles durch die\nB\u00fcndelung und Verst\u00e4rkung unserer R&amp;D-Aktivit\u00e4ten auch im Bereich\nKunststoff eine bei Kunden und Lieferanten gesch\u00e4tzte umfassende Expertise\naufgebaut.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Was entwickeln Sie und Ihre Kollegen in Ihrem Forschungszentrum? <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir testen neue Rohstoffe und Verarbeitungskonzepte und\nentwickeln daraus nachhaltige Laminatstrukturen f\u00fcr unterschiedlichste\nAnwendungen in den Bereichen Consumer- und Pharma-Packaging in enger\nZusammenarbeit mit Kunden, Lieferanten und sonstigen Technologiepartnern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Wie wollen Sie Barrierefolien recycelf\u00e4higer machen? Ist das nicht ein Widerspruch in sich, da man immer unterschiedliche Materialien brauchen wird, die schwer zu recyceln sind? <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei unserer neuen Produktlinie \u201eEcoLam\u201c haben wir neben Polyethylen nur die minimal n\u00f6tigen Barriereschichten eingesetzt, die zudem mit PE kompatibel sind. Die Recyclingf\u00e4higkeit unserer Einstoffverbunde wurde u. a. von unabh\u00e4ngigen Instituten im Rahmen der Recyclass-Initiative der europ\u00e4ischen Kunststoffrecycler nachgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Welche Anstrengungen muss die Verpackungsindustrie unternehmen, um dem Plastik-Bashing entgegen zu wirken?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben uns im Rahmen von Wertsch\u00f6pfungsketten \u00fcbergreifenden Projekten wie CEFLEX (Circular Economy in Flexible Packaging) in Zusammenarbeit mit Herstellern von Verpackungen, Markenartikeln, Rohstoffen und Recyclingunternehmen auf Mindeststandards zur Recyclingf\u00e4higkeit geeinigt. Diese sind mittlerweile so oder sehr \u00e4hnlich auch in die nationalen Standards \u00fcbernommen worden. Diesen Weg muss unsere Industrie weitergehen. Nur wenn wir trotz aller Einzelinteressen mit einer Stimme sprechen, welche auch die physikalischen und naturwissenschaftlichen Realit\u00e4ten ber\u00fccksichtigt, k\u00f6nnen wir letztlich auch den Konsumenten sinnvolle L\u00f6sungen vermitteln.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Wie sch\u00e4tzen Sie pers\u00f6nlich die Zukunft von Kunststoffverpackungen ein?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Entgegen der landl\u00e4ufigen Meinung vieler\nKonsumenten, sehe ich die Kunststoffverpackung als gro\u00dfen Teil der L\u00f6sung an,\nwenn wir konsequent auf Recycling setzen und uns nicht in Nischenanwendungen\nwie bioabbaubaren Polymeren verzetteln. Diese bauen n\u00e4mlich meist nicht in der\nUmwelt oder gar im Meer ab und emittieren bei dem Abbau die Treibhausgase CO2\noder Methan. <\/p>\n\n\n\n<p>Papier hat von Hause aus keine guten\nBarriereeigenschaften, um Lebensmittel vor dem Verderb zu sch\u00fctzen. Zus\u00e4tzliche\nBarriereschichten k\u00f6nnen schnell auch das klassische Papierrecycling st\u00f6ren.\nDie Papierindustrie hat bei der Definition des richtigen \u201eDesign for Recycling\u201c\nsicher noch einige Hausaufgaben zu machen. In der n\u00e4heren Zukunft kann ich mir\nmit Papier bestenfalls mittlere Barrierewerte vorstellen. Zudem ist bei vielen\nAnwendungen die Dicke und damit auch der CO2-Aussto\u00df pro m\u00b2 Verpackung h\u00f6her\nals mit Kunststoff.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Unsere Teilnehmer m\u00f6chten die Referenten auch gern pers\u00f6nlich besser kennenlernen. Deshalb noch eine letzte Frage: Wof\u00fcr begeistern Sie sich neben Ihren beruflichen Aufgaben besonders?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich gehe sehr gern mit meiner Familie in der Natur wandern oder treibe Sport, wie zum Beispiel Tennis.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Professor Dr.-Ing. Achim Grefenstein, geboren 1965, studierte an der RWTH Aachen Maschinenbau Fachrichtung Kunststofftechnik. Von 1990 bis 1996 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter und sp\u00e4ter Abteilungsleiter \u201eExtrusion\/Weiterverarbeitung\u201c am Institut f\u00fcr Kunststoffverarbeitung (IKV), wo er 1994 promovierte und 1998 im Bereich Kunststoffaufbereitung habilitierte und bis heute die Vorlesung \u201eKunststoffaufbereitung und Recycling\u201c unterrichtet. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Von 1996 bis 2004 war er bei der BASF AG, Ludwigshafen, zun\u00e4chst in der Anwendungstechnik Thermoplaste, sp\u00e4ter in der Gesch\u00e4ftseinheit Styrolpolymere als Projekt- und Teamleiter t\u00e4tig. Gemeinsam mit seinem konzern\u00fcbergreifenden Team entwickelte er neue Folientechnologien f\u00fcr KFZ-Karosseriebauteile aus Kunststoff und f\u00fchrte diese, gemeinsam mit Partnern aus der Extrusions-, Spritzgie\u00df- und Automobilindustrie, in den Markt ein. <\/em><br> <br><em>Von 2004 bis 2013 war er als Director Corporate R&amp;D f\u00fcr die gesamten Entwicklungsaktivit\u00e4ten, das Patentwesen und die Markteinf\u00fchrung neuer Produkte der RKW SE, Frankenthal verantwortlich. Als europ\u00e4ischer Marktf\u00fchrer im Bereich flexible Folien produziert RKW Folien, Compounds und Vliestoffe f\u00fcr diverse M\u00e4rkte, wie Hygiene &amp; Medical, Verpackung, Bau und Agrar. Ab Oktober 2011 war er zus\u00e4tzlich als Produktmanager auch kommerziell f\u00fcr das Etikettenfoliengesch\u00e4ft der RKW-Gruppe zust\u00e4ndig.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Seit 2013 ist er als Senior Vice President Group R&amp;D bei Constantia Flexibles GmbH, Wien f\u00fcr die weltweiten Forschungs- und Entwicklungsaktivit\u00e4ten der beiden Gesch\u00e4ftsbereiche Consumer und Pharma-Packaging (bis zum Verkauf in 2017 auch Labels) und das Patentwesen verantwortlich. \u00a0<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>F\u00fcr die Industrievereinigung Kunststoffverpackungen (IK) e.V., Bad Homburg leitet er seit 2016 die Experten-Arbeitskreis zum Thema Bioplastics.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p> <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Inno-Meeting gilt als deutschsprachiger Branchentreff f\u00fcr Entscheider der Flexpack-Industrie. 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