{"id":7793,"date":"2020-03-09T13:35:52","date_gmt":"2020-03-09T12:35:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=7793"},"modified":"2020-03-23T12:47:13","modified_gmt":"2020-03-23T11:47:13","slug":"wir-muessen-handeln-nachbericht-zum-18-inno-meeting","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2020\/03\/09\/wir-muessen-handeln-nachbericht-zum-18-inno-meeting\/","title":{"rendered":"Wir m\u00fcssen handeln:  Nachbericht zum 18. Inno-Meeting"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Raumschiff Erde ist vom Nachschub abgeschnitten. Die Menschheit verbraucht mehr Ressourcen, als ihr zur Verf\u00fcgung stehen. Rohstoffknappheit, Entsorgungsstr\u00f6me, der Umgang mit Wertstoffen, Umweltschutz, der Verbrauch zu vieler Erden &#8211; diese Schlagw\u00f6rter bestimmen die Berichterstattung in den \u00f6ffentlichen Medien. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Verpackungsbranche steht unter medialem Beschuss: die Konsumentenwahrnehmung wird fehlgeleitet, und Kunststoffverpackungen sind b\u00f6se.  \u201eAber wie kann eine in Hochh\u00e4usern gestapelte Menschheit ern\u00e4hrt werden, wenn es keine Verpackungen g\u00e4be?&#8221;,  fragte Karsten Schr\u00f6der bei der Einf\u00fchrung in die beiden Tage.<\/p>\n\n\n\n<p>Handeln! Das war das Schlagwort des 18. Inno-Meetings am 13.\/14.\nFebruar in Osnabr\u00fcck. Was ist mit Handeln gemeint: M\u00fcssen wir handeln, wollen\nwir handeln, sind wir vom Handel abh\u00e4ngig oder m\u00fcssen wir \u00fcber den Handel und\ndas Handeln von Waren reden? <\/p>\n\n\n\n<p>Die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette der Verpackungsindustrie war\nvertreten. Die Referenten schilderten die spezifischen Herausforderungen, Anstrengungen\nund L\u00f6sungen, um die gesetzten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und\ngleichzeitig die \u00fcber viele Jahrzehnte gewonnenen Erfolge mit Verpackungen zu\nbewahren. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Natur l\u00e4sst nicht mit sich handeln! Nur durch einen Ausgleich und eine Verbesserung der CO2-Bilanz k\u00f6nnen Unternehmen nachhaltig(er) werden. Das Klimaziel f\u00fcr Deutschland ist bis 2025 verschoben. Ein erster Schritt ist die Verbesserung und der Ausgleich der CO2-Bilanz. <strong><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/co_neu\/de\/referenten\/walter-pohl\">Walter Pohl<\/a><\/strong>,<strong> Climate Partners<\/strong>, erl\u00e4uterte in seinem Vortrag, wie die CO2-Bilanz eines Unternehmens berechnet wird und durch Klimaschutzprojekte ausgeglichen werden kann. Neben dem Klimaschutz ist der positive Effekt die Kostenersparnis, denn je mehr vermieden und reduziert wird, desto weniger muss ausgeglichen werden. Lieferanten werden sensibilisiert, und der Effekt potenziert sich. <\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/co_neu\/de\/referenten\/heiko-huenemeyer\">Heiko H\u00fcnemeyer<\/a><\/strong>,<strong> A. Moras &amp; Comp. GmbH &amp; Co. KG<\/strong>,<em> <\/em>handelt bereits. Er versteht das Nachhaltigkeits-Engagement als eine generations\u00fcbergreifende Verpflichtung. Das Thema Nachhaltigkeit ist seit Jahren im Unternehmen verankert. Seit 2015 liefert Moras seine Produkte ohne Mikroplastik aus. In Kooperation mit Climate Partner produziert die Firma seit 2018 komplett klimaneutral und ist seit 2019 plastikfrei. <\/p>\n\n\n\n<p>Am Beispiel seiner Verpackungen schilderte er\neindrucksvoll, wie er dieses Ziel erreicht hat. Die Firma Schaebens (A. Moras\n&amp; Comp. GmbH &amp; Co. KG) hat die CO2-Emissionen\nunterschiedlicher Verpackungsformen berechnen lassen und daraufhin die Rezeptur\nauf die Verpackungen ausgerichtet\/zugeschnitten. <\/p>\n\n\n\n<p>Heiko H\u00fcnemeyer sieht in der Nachhaltigkeitsstrategie nicht nur eine generations\u00fcbergreifende Verpflichtung, sondern berichtete auch von Wettbewerbsvorteilen beim Konsumenten und auf dem Arbeitsmarkt. Positiver Nebeneffekt ist die Kosteneinsparung beim Dualen System durch gesunkene Abgaben. Besonderes Augenmerkt legte er auf die Differenzierung bei der CO2-Bilanz. Je nach Produkt, Vertriebs- und Anwendungsstrategie, sind unterschiedliche Verpackungsl\u00f6sungen optimal. Hier kann nur der Experte vern\u00fcnftige Absch\u00e4tzungen errechnen. Es gibt nicht die Optimalverpackung f\u00fcr alles.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/co_neu\/de\/referenten\/karsten-schroeder\">Karsten Schr\u00f6der<\/a><\/strong>,<strong> Moderator und Firmeninhaber der Innoform Coaching GbR<\/strong>, sieht in Verpackungen einen Baustein unseres Wohlstands. Einerseits stehen Verpackungen unter Druck und keiner will sie, andererseits kommen wir ohne sie nicht mehr aus: \u201eDenn wie kann eine stetig wachsende Menschheit, die vorzugsweise in St\u00e4dten wohnt, ern\u00e4hrt werden, wenn es keine Verpackungen g\u00e4be?&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend es 1950 kaum Verpackungsabf\u00e4lle gab, und das Hausschwein mit dem Biom\u00fcll gem\u00e4stet wurde, ist das Entsorgungssystem durch den gr\u00fcnen Punkt legitimiert, und die Abfallquote steigt an. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie kann die Verpackung uns nach dem Gebrauch noch n\u00fctzen? Ganz einfach: Die Verpackung muss sich ver\u00e4ndern. Karsten Schr\u00f6der vergleicht die Verpackung mit einer Materialbank: Die Verpackung\/das Material wird dem Konsumenten geliehen und geht nach Gebrauch zum Hersteller zur\u00fcck. So bleibt der Wert des Materials erhalten, und dabei steigt Wachstum sogar an. Seiner Meinung nach m\u00fcssen Verpackung und Produkt eine Einheit werden, die sich \u00fcber die \u00d6kologie, das Produkt und die Marke definiert. Auch er sieht in der Nachhaltigkeit eine neue Pflicht und Chance gleicherma\u00dfen: sozial, \u00f6konomisch und \u00f6kologisch. Die Idealverpackung muss auch nach dem Gebrauch noch n\u00fctzlich sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Wissen generieren, Wissen teilen, M\u00e4rkte ver\u00e4ndern. Das ist die Mission der Edeka-Partnerschaft mit dem WWF. Im Rahmen ihrer gemeinsamen Nachhaltigkeitsstrategie arbeiten der WWF und Edeka seit zehn Jahren daran, den \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck von Edeka auch im Verpackungsbereich zu optimieren. Welche Erwartungen der WWF an Unternehmen stellt,<strong> <\/strong>und wie eine gelungene Nachhaltigkeitsstrategie mit Eigenmarken gemeinsam umgesetzt werden kann, erl\u00e4uterte <strong><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/co_neu\/de\/referenten\/marina-beermann\">Dr. Marina Beermann<\/a><\/strong>,<strong> WWF-Leiterin der Edeka-Partnerschaft<\/strong>. So hat der Verzicht von Verpackungen oberste Priorit\u00e4t. Nicht vermeidbare Verpackungen sind auf ein effizientes und effektives Ressourcenmanagement ausgelegt, und keine Verpackung f\u00e4llt als Abfall an, sondern ihre Materialien werden als Ressource m\u00f6glichst lange sowohl quantitativ als auch qualitativ in Stoffstr\u00f6men gef\u00fchrt. Um Einfluss auf vorgelagerte Lieferketten nehmen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen Nachhaltigkeitskriterien &#8211; z. B. nachwachsende Rohstoffe, die nicht in Konkurrenz zu Lebensmitteln stehen &#8211; in Form glaubhafter Zertifizierungssysteme geschaffen werden. Zum Vorantreiben des Recyclings w\u00fcnscht sich der WWF eine Harmonisierung von Verpackungen und ihren Komponenten und Dialog und Aufkl\u00e4rung entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/co_neu\/de\/referenten\/wolfgang-jeschke\">Dr. Wolfgang Jeschke<\/a><\/strong>,<strong> GC Graphic Consult GmbH<\/strong>,<strong> <\/strong>berichtete \u00fcber die M\u00f6glichkeiten der Smart Packaging f\u00fcr smarteren Handel. Aufgrund des demographischen Wandels hat sich das Einkaufsverhalten drastisch ver\u00e4ndert. Zwar erschweren RFID-Chips die Kreislauff\u00e4higkeit, andererseits k\u00f6nnen aktive Verpackungen mit dem F\u00fcllgut in Wechselwirkung treten und der Lebensmittelvernichtung vorbeugen, indem sie z. B. die K\u00fchlkette \u00fcberwachen und &#8211; besonders wichtig bei Pharmaverpackungen &#8211; f\u00e4lschungssicher sind. Auch das verlangt Handeln und Entwicklungskraft. <\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/co_neu\/de\/referenten\/karlheinz-hausmann\">Karlheinz Hausmann<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/co_neu\/de\/referenten\/heiko-schenck\">Dr. Heiko Schenck<\/a><\/strong>,<strong> Dow<\/strong>,<strong> <\/strong>sehen auch die Rohstoffhersteller in der Pflicht: Dow will erneuerbare und rezyklierte Materialien in die Produktion aufnehmen und hat sich verpflichtet, bis 2025 100.000 t Kunststoffrezyklat in der EU anzubieten. So hat Dow neue Technologien entwickelt, um Polymere aus Recyclingstr\u00f6men in den Markt zu bringen. Auch werden Materialien und Zusatzstoffe entwickelt, die das Recycling insgesamt beg\u00fcnstigen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/co_neu\/de\/referenten\/birte-surborg\">Birte Surborg<\/a><\/strong>,<strong> Sealed Air<\/strong>, hob hervor, dass die Art des Handels und die Lieferkette sich ver\u00e4ndert haben. Eine verk\u00fcrzte Prozessdauer und der Zeitpunkt von der Bestellung bis zur Auslieferung bedeuten neue Herausforderungen f\u00fcr Unternehmen: Es m\u00fcssen effizientere Pick-, Pack- und Versandoptionen geschaffen und zu hohe Verpackungs- und Logistikkosten reduziert werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Sealed Air liefert u. a. Verpackungsmaschinen, die produktgr\u00f6\u00dfenabh\u00e4ngig insbesondere f\u00fcr den Online-Handel in Kartons verpackt. Das bedeutet f\u00fcr den Endkunden ein frustfreies Auspackerlebnis durch weniger Verpackung, eine schnelle Entsorgung sowie ein optimiertes Verh\u00e4ltnis von Volumen und Gewicht. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eVerpackungshersteller m\u00fcssen den Rezyklierern das Leben einfacher machen. Nur Mono-Material-Laminate aus PE oder PP sind derzeit die einzige realistische L\u00f6sung f\u00fcr unsere Umweltprobleme mit flexiblen (Hochbarriere-)Verpackungen. <strong><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/co_neu\/de\/referenten\/achim-grefenstein\">Prof. Achim Grefenstein<\/a><\/strong>,<strong> Constantia<\/strong>,<strong> <\/strong>berichtete \u00fcber recyclingf\u00e4hige Hochbarriere-Verbunde f\u00fcr Lebensmittelverpackungen. Er kl\u00e4rte auf \u00fcber die Nachteile von Papier-, bioabbaubaren und recyclingf\u00e4higen Verpackungen aus PE und PP, die der breiten \u00d6ffentlichkeit nicht bekannt sind. Nur Recycling und geringere Materialvielfalt sind die L\u00f6sung. Constantia hat die weltweit erste Fabrik zur Herstellung rezyklierbarer Mono-PE-Verpackungen in Indien gebaut. Das neue Material ersetzt nicht rezyklierbare Mischkunststoffe, womit die Wertsch\u00f6pfung beim Recycling erh\u00f6ht wird. <\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/co_neu\/de\/referenten\/markus-schmid\">Prof. Markus Schmid<\/a><\/strong>,<strong> Hochschule Albstadt<\/strong>,<strong> <\/strong>stellte aus der anwendungsorientierten Forschung Handlungsans\u00e4tze f\u00fcr nachhaltigere Lebensmittelverpackungskonzepte vor. Am Beispiel einer Schnittk\u00e4severpackung veranschaulichte er, dass Produktverluste h\u00f6here CO2-Emissionen verursachen als durch Vermeidung \u00fcberfl\u00fcssiger Verpackungen eingespart werden kann. Die Verpackung muss das Produkt ausreichend sch\u00fctzen, aber nur durch optimierte Materialeigenschaften kann Material reduziert werden, und das Material darf nur ersetzt werden, wenn der Produktschutz gew\u00e4hrleistet ist. Eine L\u00f6sung sind auf Molkenprotein basierte Folien. So wird aus einem Abfallprodukt eine nachhaltige Verpackung mit guten Barriereeigenschaften, die zu 100 % recyclebar ist &#8211; so zumindest das Entwicklungsziel auf Basis der vielversprechenden Ans\u00e4tze.<\/p>\n\n\n\n<p>Mangelndes Kunststoff-Recycling ist ein akutes, globales Problem. Weltweit werden weniger als 10 % der Kunststoff-Verpackungsabf\u00e4lle recycelt. Der Rest wird verbrannt, endet auf Deponien oder gelangt unkontrolliert in die Umwelt. Somit steigt der politische und gesellschaftliche Druck nach einem nachhaltigeren Umgang mit Verpackungen, mit dem Ziel, eine geschlossene Kreislaufwirtschaft zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Technologien f\u00fcr gemischte Abf\u00e4lle m\u00fcssen noch entwickelt werden, so dass Multi-Layer Verpackungen eine Herausforderung darstellen. <strong><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/co_neu\/de\/referenten\/florian-riedl\">Florian Riedl<\/a><\/strong>,<strong> APK<\/strong>, stellte ein innovatives Verfahren vor, mit dem PE- und PP-Rezyklate f\u00fcr Verpackungsanwendungen nur durch chemisches Recycling hergestellt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch ein spezielles L\u00f6severfahren k\u00f6nnen die einzelnen Polymertypen in Kunststoffverbunden (z. B. Mehrschichtfolien) und gemischten Kunststoffabf\u00e4llen separiert werden. Das Ergebnis sind sortenreine, saubere Kunststoff-Granulate mit Neuwarencharakter, die f\u00fcr Non-Food-Verpackungen eingesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Colorcon stellt erstmals f\u00fcr Lebensmittelkontakt geeignete Druckfarben vor, die bei allen Druckverfahren eingesetzt werden k\u00f6nnen. <strong><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/co_neu\/de\/referenten\/steve-walpuski\">Steve Walpuski<\/a><\/strong>,<strong> Colorcon<\/strong>,<strong> <\/strong>machte deutlich, dass in einigen F\u00e4llen auf mehrschichtige Folienverbunde und kompliziertes Recycling verzichtet werden kann, wenn Lebensmitteldirektkontaktfarben verwendet werden. Durch diese Funktionscoatings kann z. B. auch die Innenseite von Joghurtdeckeln als Werbefl\u00e4che genutzt und so auf \u00fcberfl\u00fcssiges Verpackungsmaterial verzichtet werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Maschinenbauer sehen sich in der Pflicht, die Kunden fordern L\u00f6sungen f\u00fcr neue Maschinen f\u00fcr die Herstellung innovativer Verpackungsmaterialien. <strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/co_neu\/de\/referenten\/andrea-glawe\">Andrea Glawe<\/a><\/strong>,<strong> Kroenert<\/strong>,<strong> <\/strong>berichtete \u00fcber neue Systeml\u00f6sungen, wie z. B. Beschichtungsanlagen im Reinraum oder die M\u00f6glichkeit einer doppelseitigen Silikonisierung von Papier in einem Arbeitsgang. <\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/co_neu\/de\/referenten\/erwin-jochim\">Erwin Jochim<\/a><\/strong>,<strong> Morchem<\/strong>,<strong> <\/strong>warnte davor, keinen blinden Aktionismus zu starten. Wiederholtes Recyceln birgt auch Gefahren: Vor dem Hintergrund von NIAS (nicht absichtlich zugesetzter Substanzen) k\u00f6nnen unbekannte Fremdstoffe und Spurenelemente die Rezyklate verunreinigen und damit die Sicherheit gef\u00e4hrden. Er hinterfragte kritisch, ob es nicht besser sei, die Kunststoffe an zentraler Stelle zu sammeln und thermisch zu entsorgen. Warum sollen bew\u00e4hrte Prozesse zu Lasten der Sicherheit \u00fcber Bord geworfen werden? Der Produktschutz hat immer im Vordergrund zu stehen. Au\u00dfer beim PET sind bisher genau aus diesen Bedenken heraus Rezyklate f\u00fcr Lebensmittelverpackungen (noch) nicht zugelassen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/co_neu\/de\/referenten\/kurt-stark\">Kurt Stark<\/a><\/strong>,<strong> Buergofol<\/strong>,<strong> <\/strong>betonte, dass das Verpackungsgesetz au\u00dfer Kosten nichts gebracht hat und die Industrie weiterw\u00e4chst. Warum werden Plastikt\u00fcten aus PE verboten, obwohl sie am besten zu recyceln sind, ideale Eigenschaften haben und nur die Entsorgung noch ungeregelt abl\u00e4uft? Ob die angestrebten Recycling-Quoten erreicht werden, stellte er in Frage. Solange Abfall noch einen Wert hat, ist es kein M\u00fcll. <\/p>\n\n\n\n<p>Jede Medaille hat zwei Seiten: Trotz des Willens, Verpackungen zu vermeiden, steigt der Verbrauch stetig an. Da scheint ein Konstruktionsfehler im Anreizsystem vorzuliegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle Teilnehmer konnten die Tagung mit ihrem Live-Feedback aktiv\nmitgestalten. <\/p>\n\n\n\n<p>Die gro\u00dfe Bandbreite der Teilnehmer bot fachlich, inhaltlich und pers\u00f6nlich w\u00e4hrend der Pausen und des gemeinsamen Abends in der Hausbrauerei Rampendahl ideale Austauschm\u00f6glichkeiten. Sie lobten das hervorragende und abwechslungsreiche Vortragsprogramm. Auch (selbst-)kritische Ans\u00e4tze kamen nicht zu kurz. Die Veranstaltung verschaffte einen sehr informativen und guten \u00dcberblick zu Trends und Aktivit\u00e4ten der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette\/supply chain hinsichtlich Circular Economy. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit\n<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Verpackungsbranche muss eine gemeinsame Lobby und L\u00f6sungswege entwickeln, und das braucht mehr Kooperation. Der katastrophalen Wahrnehmung von Kunststoffen in der breiten \u00d6ffentlichkeit kann nur durch gezielte Weiterentwicklung und sachliche Berichterstattung begegnet werden. Verpackungen m\u00fcssen auf das Wesentliche reduziert werden. Rohstoffhersteller k\u00f6nnen nur aktiv werden, wenn sie von der Politik mitgetragen werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Einige Forderungen aus den Vortr\u00e4gen sind:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Dem Raumschiff Erde gehen Ressourcen und vor allem die Luft aus<\/li><li>Verpackungen m\u00fcssen sich ver\u00e4ndern und auf das Wesentliche reduziert werden<\/li><li>Die Gesamttonnage an Kunststoffen, die in die Umwelt gelangen, muss sinken.<\/li><li>Es m\u00fcssen Nachhaltigkeitskriterien in Form glaubhafter Zertifizierungssysteme geschaffen werden<\/li><li>Nachhaltigkeit ist die neue Pflicht und birgt Chancen f\u00fcr neue Gesch\u00e4ftsideen: sozial, \u00f6kologisch und \u00f6konomisch<\/li><li>Abfallvermeidungsziele m\u00fcssen von der Politik klar definiert und kontrolliert werden<\/li><li>Rohstoffhersteller k\u00f6nnen aktiv werden, wenn sie von der Politik mitgetragen werden<\/li><li>Entwicklung neuer Technologien zur Entwicklung gemischter Abfallstr\u00f6me sind in Arbeit <\/li><li>Die Kunststoffbranche sollte wie die Papierindustrie mehr mit einer Stimme sprechen und nach tragf\u00e4higen Leitbildern handeln<\/li><li>Flexpack kann umweltsch\u00e4dlichere Verpackungsl\u00f6sungen nach wie vor im gro\u00dfen Umfang ersetzen. Wir sollten nun nicht wieder in die 1990er Jahre und einen Papierboom unreflektiert umschwenken<\/li><li>Recycling und geringere Materialvielfalt sind ein wesentlicher Teil der L\u00f6sung<\/li><li>Insgesamt muss es weniger (\u00fcberfl\u00fcssige) Verpackungen geben.  Die Flexpackindustrie kann helfen, diesen Zielkonflikt zu l\u00f6sen, da Flexpack oft die Minimalverpackung darstellt<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Save\nthe date<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit einem Dank an die Teilnehmer und Referenten warf Karsten Schr\u00f6der einen letzten Blick nach vorn: Mittwoch\/Donnerstag, 3.und 4. Februar 2021, ist als n\u00e4chster Termin f\u00fcr das 19. Inno-Meeting in Osnabr\u00fcck fixiert. F\u00fcr 2022 stimmten die Teilnehmer mit knapper Mehrheit wieder f\u00fcr Donnerstag\/Freitag ab.\u00a0 <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Raumschiff Erde ist vom Nachschub abgeschnitten. Die Menschheit verbraucht mehr Ressourcen, als ihr zur Verf\u00fcgung stehen. 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