{"id":8113,"date":"2020-08-10T19:29:33","date_gmt":"2020-08-10T18:29:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=8113"},"modified":"2020-08-11T16:53:56","modified_gmt":"2020-08-11T15:53:56","slug":"ich-habe-das-mal-nachgeschaut-verpackungsverbrauch-teil-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2020\/08\/10\/ich-habe-das-mal-nachgeschaut-verpackungsverbrauch-teil-3\/","title":{"rendered":"Ich habe das mal nachgeschaut \u2013 Verpackungsverbrauch Teil 3"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verwertungsquoten und Marketing<\/h2>\n\n\n\n<p>In <a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2020\/07\/10\/ich-habe-das-mal-nachgeschaut-verpackungsverbrauch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Teil 1<\/a> und<a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2020\/07\/22\/ich-habe-das-mal-nachgeschaut-verpackungsverbrauch-teil-2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> 2<\/a> lieferten wir offizielle Daten des Bundesamtes f\u00fcr Umwelt. Das soll hier auch wieder das Fundament sein. Aber ich traue mir in diesem dritten und letzten Teil einige Schlussfolgerungen und Empfehlungen zu, die Mut machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier sehen wir, wie sich das Abfallaufkommen (Balken) und die Verwertungsquoten (Linien) in den letzten Jahren entwickelt haben. Die Menge an Siedlungsabf\u00e4llen steigt und Verwertungsquoten sind mehr oder weniger prozentual konstant. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/384\/bilder\/2_abb_verwertungsquoten_2019-10-17.png\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/daten\/ressourcen-abfall\/verwertungsquoten-der-wichtigsten-abfallarten\">https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/daten\/ressourcen-abfall\/verwertungsquoten-der-wichtigsten-abfallarten<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Doch wie sieht es bei den Verpackungen aus?<\/p>\n\n\n\n<p>Die rote Linie unten mit der Verwertungsquote macht doch Mut, oder? \u00dcber die Art und Weise, wie die zustande kommt, und was Fachleute daran auszusetzen haben, lasse ich heute mal unbesprochen. Fakt ist &#8211; die Quote sieht besser aus als sie ist und stagniert auf scheinbar hohem Niveau.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"496\" src=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/image-1-1024x496.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8115\" srcset=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/image-1-1024x496.png 1024w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/image-1-300x145.png 300w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/image-1-768x372.png 768w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/image-1.png 1173w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Quelle GVM, <a href=\"https:\/\/gvmonline.de\/\">https:\/\/gvmonline.de\/<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Spannend wird es bei der Stofflichen Verwertung &#8211; also sinngem\u00e4\u00df dem Recycling. Hier soll sich nach dem Wunsch der EU und auch Deutschland richtig etwas nach oben bewegen. Nur wie soll das passieren?<\/p>\n\n\n\n<p>Und warum wird eigentlich noch nicht mehr recycelt?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Recycelte Rohstoffe d\u00fcrfen f\u00fcr Lebensmittelverpackungen oft nicht eingesetzt werden, da Kontaminationen vermieden werden sollen.<\/li><li>Durch den niedrigen \u00d6lpreis bieten recycelte Kunststoffe kaum oder gar keinen Preisvorteil<\/li><li>Die Qualit\u00e4t von neuem Kunststoff ist in der Regel besser als von recycelten Kunststoffen (Farben, Stippen, Festigkeiten, Geruch &#8230;)<\/li><li>Der logistische, technologische und finanzielle Aufwand f\u00fcr Sammlung, Sortierung und Recycling ist hoch. Der Markteintritt ist somit begrenzt und eine Monopolbildung mit all ihren Nebenwirkungen gegeben.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Mich interessiert auch die Antwort auf die Frage: Warum eigentlich Recyclingf\u00e4higkeit und nicht Verpackungen aus recyceltem Material, wie Werner&amp;Mertz es vormacht?<\/p>\n\n\n\n<p>Werner &amp; Mertz mit seiner Marke Frosch z.B. ist in Europa sicherlich momentan f\u00fchrend, was Umsetzungswillen, Umsetzungskraft und Umsetzungsgeschwindigkeit hin zur Kreislaufwirtschaft angeht. Details finden Sie <a href=\"https:\/\/initiative-frosch.de\/verpackungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Nun setzen aktuell auch einige gro\u00dfe Markeninhaber auf recyclingf\u00e4hige Materialien f\u00fcr ihre Verpackungen. Immer wieder geben Unilever, Nestl\u00e9 oder P&amp;G vollmundige und ermutigende Versprechen ab, dass z.B. bis 2025 alle Verpackungen recycelf\u00e4hig sein sollen. Und der Gesetzgeber hat klar gestellt: In der Verantwortung ist der Inverkehrbringer des verpackten Gutes. Da gibt es also keine Fragen mehr. Ein Erkl\u00e4rvideo findet sich hier: <\/p>\n\n\n\n<figure><iframe loading=\"lazy\" width=\"605\" height=\"341\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/URRxad-F0RU\" allowfullscreen=\"\"><\/iframe><\/figure>\n\n\n\n<p>Aber die wirklich gro\u00dfen Unternehmen tun sich mit der Umsetzung schwer und das ist nachvollziehbar bei der Komplexit\u00e4t, die zu bew\u00e4ltigen ist. Und zudem treibt viele die Frage um, warum \u00fcberhaupt ein Markenartikler auf z.Zt. noch teureres Recycling wechseln sollte?<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Antwort k\u00f6nnte doch sein, weil es sinnvoll f\u00fcrs Gesch\u00e4ft erscheint. Marketing erkennt zunehmend &#8211; insbesondere in dem s.g. entwickelteren Teil der Bev\u00f6lkerung &#8211; den Wunsch nach weniger Plastik in der Umwelt und weniger Plastik insgesamt. Demgegen\u00fcber steht aber das, was wir alle seit den 1950er Jahren gelernt haben &#8211; die <strong>Pros<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>preiswert<\/li><li>gut als Verpackungsmaterial geeignet<ul><li>inert<\/li><li>langlebig<\/li><li>keimfrei<\/li><li>einfach herzustellen<\/li><li>optimaler Schutz des F\u00fcllguts<\/li><li>leicht<\/li><li>bruchfest<\/li><li>bequem in der Handhabung<\/li><\/ul><\/li><li>nahezu unbegrenzt verf\u00fcgbar<\/li><li>recyclingf\u00e4hig<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Nachteile (<strong>Cons<\/strong>) sind &#8220;nur&#8221;:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>kontaminiert die Umwelt<ul><li>verrottet nicht schnell in der Natur<\/li><li>treibt Jahrhunderte lang im Meer<\/li><li>kann Mikroplastik bilden<\/li><\/ul><\/li><li>ist bei einigen u.a. deshalb unerw\u00fcnscht<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Wenn man sich diese Pros und Cons mal so runter liest, erscheint es doch zumindest dem Ingenieur, wie ich einer bin, absurd, Kunststoffe aus der Verpackung zu verbannen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Marketier hingegen liest das alles von unten nach oben und folgert vielleicht:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Um unsere Produkte von dem schlechten Image des Plastiks zu befreien, m\u00fcssen wir schnell in alternative oder zumindest umweltvertr\u00e4glich erscheinende Verpackungen investieren. Das tun wir, indem wir zun\u00e4chst gute Handlungen ank\u00fcndigen und diese dann schrittweise nach Empfehlungen der Experten umsetzen .<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>So klingen zumindest die meist vollmundigen Ank\u00fcndigungen der CEOs von Unilever, P&amp;G und Nestl\u00e9. Doch was dahinter steckt und was eben nicht zeigt dieses Video hier:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/archiv\/2019\/Plastikmuell-Die-leeren-Versprechen-der-Industrie,plastikmuell250.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"526\" height=\"296\" src=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/image-2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8120\" srcset=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/image-2.png 526w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/image-2-300x169.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 526px) 100vw, 526px\" \/><\/a><figcaption><strong>Plastikm\u00fcll: Die leeren Versprechen der Industrie<\/strong><br>Weniger Verpackung, mehr Recycling &#8211; seit Jahren verspricht die Industrie umweltfreundlichere Produkte. Doch es \u00e4ndert sich kaum etwas, auch weil die Politik auf Freiwilligkeit setzt.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Kernaussage ist u.a.: Nestl\u00e9 will bis 2025 nur noch recycelf\u00e4hige Verpackungen einsetzen. <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wie genau? Keine Angaben<\/li><li>Wo genau? Mal sehen<\/li><li>Mehrweg soll kommen &#8211; geht aber noch nicht nachhaltig &#8211; aber gewinnbringend und Image f\u00f6rdernd<\/li><li>Was bedeutet recycelf\u00e4hig? Hm &#8211; Experten fragen<\/li><li>Was bringt recycelf\u00e4hig? Hm?<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Da uns &#8220;Verpackungsexperten&#8221; daran vieles st\u00f6rt, sollten wir mit den Marketing-Experten reden und Strategien entwickeln, die beides vereinen. Das Recycling als Wunderwaffe erscheint mir da doch etwas kurz gesprungen zu sein. Allerdings ist es ein guter Start in eine andere Diskussion &#8211; eine Br\u00fcckentechnologie vielleicht. Aber eine echte Win-Win Situation entsteht da noch nicht.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><a href=\"https:\/\/c2c-ev.de\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"116\" src=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/cradle_to_Cradle.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5189\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Richtig rund &#8211; Kreislauf rund &#8211; wird es aus meiner Sicht nur mit dem <a href=\"https:\/\/c2c-ev.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Cradle2Cradle<\/a> Denken. Ohne &#8220;wenn und aber&#8221;. Und wissen Sie warum? Weil es funktioniert. Weil es besser ist als alle anderen Vorschl\u00e4ge. Weil es alle Belange einbezieht. Und weil es das Beste f\u00fcr uns alle bewirkt &#8211; nachhaltiges Wirtschaften:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>f\u00fcr Marketing <\/li><li>f\u00fcr die Recycler <\/li><li>f\u00fcr die Verpacker <\/li><li>f\u00fcr die Packmittelhersteller <\/li><li>f\u00fcr Umwelt, Fische und Meere<\/li><li>f\u00fcr die Menschen &#8230;<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><em>Oder f\u00e4llt Ihnen irgendjemand oder irgendetwas ein, der\/die\/das dabei verliert? <\/em> Langfristig nicht einmal die Share-Holder &#8211; gesch\u00fctzteste Spezies im Wirtschaftsuniversum. Im Gegenteil &#8211; &#8220;tote Pferde&#8221; zu reiten, die auf Verschlei\u00df geritten wurden, haben noch nie jemanden ans Ziel gebracht. Da hei\u00dft es ABSTEIGEN oder ich empfehle UMSTEIGEN.<\/p>\n\n\n\n<p>Also raus aus der<em> <\/em>Komfortzone und rein in ein echtes <strong>Kreislaufdenken<\/strong>! Denn so, wie wir es Anfang der 1990er Jahre versucht haben, mit Recycling alleine zu l\u00f6sen, wird es auch die n\u00e4chsten 30 Jahre nicht klappen. Stoffliche Verwertung ist nur der erste Schritt, den wir nun beherzt tun m\u00fcssen. Aber cradle2cradle fu\u00dft auf <strong>Materialgesundheit <\/strong>&#8211; das m\u00fcssen wir erst noch lernen und weiter entwickeln, wie wir das hinbekommen. Gesunde Materialien, die auch einmal in die Umwelt gelangen k\u00f6nnen, in unseren K\u00f6rper oder sonst wo hin, ohne Schaden anzurichten. Es klingt absurd &#8211; aber es geht! Davon bin ich heute \u00fcberzeugt. Packen wir es ein (an)!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verwertungsquoten und Marketing In Teil 1 und 2 lieferten wir offizielle Daten des Bundesamtes f\u00fcr Umwelt. 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