{"id":9539,"date":"2022-04-26T19:27:27","date_gmt":"2022-04-26T18:27:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/?p=9539"},"modified":"2023-03-14T13:52:40","modified_gmt":"2023-03-14T12:52:40","slug":"klimawandel-und-ressourcenknappheit-mit-verpackungen-bremsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/2022\/04\/26\/klimawandel-und-ressourcenknappheit-mit-verpackungen-bremsen\/","title":{"rendered":"Klimawandel und Ressourcenknappheit mit Verpackungen bremsen"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Eine Beobachtung und Meinung von Karsten Schr\u00f6der<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Gerade auch die Verpackungsindustrie leidet unter knappen Ressourcen und gest\u00f6rten Lieferketten. Liegt das an den hohen Energiepreisen, den gest\u00f6rten Lieferketten oder gibt es auch andere L\u00f6sungsans\u00e4tze? Und wie sieht es mit dem Produktschutz durch Verpackungen aus?<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:60% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"982\" height=\"856\" src=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Fleisch_BIP.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9540 size-full\" srcset=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Fleisch_BIP.jpg 982w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Fleisch_BIP-300x262.jpg 300w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Fleisch_BIP-768x669.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 982px) 100vw, 982px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Konsens besteht mittlerweile darin, dass die h\u00f6her entwickelten Staaten seit Jahrzehnten \u00fcber ihre Verh\u00e4ltnisse leben. Die Weltbank f\u00fchrt absurd anmutende Indikatoren wie den Fleischverbrauch im Verh\u00e4ltnis zum BIP (Brutto-Inlands-Produkt) an. Und schon landen wir wieder bei der Lebensmittelverpackung.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Denn nur die Verpackung zeichnet derzeit einen Ausweg aus der enormen menschlichen &#8220;\u00dcberbev\u00f6lkerung&#8221; und der damit einhergehenden Ern\u00e4hrungsprobleme. Doch nicht die schiere Anzahl an Menschen macht das Problem, sondern auch der enorme, luxuri\u00f6ser werdende Anspruch immer gr\u00f6\u00dfer werdender Bev\u00f6lkerungsschichten. Doch wer will das irgendjemandem verdenken?<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:65% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"990\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/statistic_id588224_oekologischer-fussabdruck_-laendervergleich-2021-990x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-9542 size-full\" srcset=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/statistic_id588224_oekologischer-fussabdruck_-laendervergleich-2021-990x1024.png 990w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/statistic_id588224_oekologischer-fussabdruck_-laendervergleich-2021-290x300.png 290w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/statistic_id588224_oekologischer-fussabdruck_-laendervergleich-2021-768x794.png 768w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/statistic_id588224_oekologischer-fussabdruck_-laendervergleich-2021.png 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 990px) 100vw, 990px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Ein ma\u00dfgeblicher Verbrauchstreiber von Rohstoffen und Lebensmitteln sind die s. g. reicheren L\u00e4nder. Dieser Einfluss der L\u00e4nder auf den &#8220;Erdenverschlei\u00df&#8221;, wie die Ingenieure sagen w\u00fcrden, ist in den USA \u00fcber sieben Mal h\u00f6her als in Indien. Die USA-Bev\u00f6lkerung verschlingt also jedes Jahr Ressourcen von umgerechnet 5 Erden. Wie kann das sein? Und was hat das mit Verpackungen zu tun?<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Die Ursachen sind vielf\u00e4ltig und nicht systematisch bekannt bzw. umstritten in ihrer Gewichtung. Fest steht, dass sowohl in entwickelten als auch weniger entwickelten L\u00e4ndern enorme Mengen an Lebensmitteln verderben. Bei den weiter entwickelten L\u00e4nder liegt das meistens am \u00dcberkonsum und dem daraus folgenden Verderb. Es wird zu viel gekauft und nicht alles verzehrt. Es verdirbt zu viel in Restaurants und wir nehmen zu viel Nahrung zu uns, was am Anstieg des BMI (Body Mass Index), aber auch der steigenden Bev\u00f6lkerungszahl ablesbar ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/statistic_id760992_anzahl-erwachsene-weltweit-nach-bmi-2014-und-2025.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"743\" src=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/statistic_id760992_anzahl-erwachsene-weltweit-nach-bmi-2014-und-2025.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-9545\" srcset=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/statistic_id760992_anzahl-erwachsene-weltweit-nach-bmi-2014-und-2025.png 1000w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/statistic_id760992_anzahl-erwachsene-weltweit-nach-bmi-2014-und-2025-300x223.png 300w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/statistic_id760992_anzahl-erwachsene-weltweit-nach-bmi-2014-und-2025-768x571.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>In den weniger entwickelten L\u00e4ndern<\/strong> entsteht der Lebensmittelverderb eher schon in der Lieferkette selber, d.h. auf dem Weg vom Acker zum Teller verdirbt ein wesentlicher Teil. In beiden Bereichen k\u00f6nnen optimale Verpackungen zur Minimierung der Verschwendung beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der mittlerweile manisch anmutende Druck auf die Lieferanten einiger Lebensmittelhersteller mit ihren Nachhaltigkeitszielen mit Fokus vor allem auf recyclingf\u00e4higen und recycelten Verpackungen erscheint da wenig zielf\u00fchrend. Auch wenn das Ziel an sich wertvoll f\u00fcr diese erscheinen mag, wird es im gro\u00dfen Kontext kaum Wirkung entfalten und dient sicherlich auch der Sicherung von Absatzm\u00e4rkten in L\u00e4ndern mit fehlenden Kreislaufsystemen und entsprechenden Umweltproblemen, die durch gebrauchte Einwegverpackungen ihre Gestalt und einen S\u00fcndenbock finden. <\/p>\n\n\n\n<p>Doch jedes verpackte und damit vor dem Verderb gesch\u00fctzte Lebensmittel ist ein Nachhaltigkeitsgewinn. Es ist sozial, da es Ern\u00e4hrungsprozesse verbessert, es ist \u00f6konomisch, da die Hauptwertsch\u00f6pfung im Lebensmittel selbst liegt und diese gesch\u00fctzt bleibt, und sie ist \u00f6kologisch, da Ressourcen geschont und die Umwelt damit entlastet wird. Damit sind alle drei S\u00e4ulen der Nachhaltigkeit wie \u00d6konomie, \u00d6kologie und Sozialwesen positiv beeinflusst.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber warum ist Verpackung f\u00fcr viele, besonders in den entwickelteren L\u00e4ndern, auf einmal &#8220;b\u00f6se&#8221;? Ich m\u00f6chte mit folgenden Punkten zum Weiterdenken anregen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wir haben es als Verpacker und Verpackungshersteller weitgehend vers\u00e4umt, Vorteile zu kommunizieren.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wir haben bisher zu viel in linearen Materialstr\u00f6men gedacht und zu wenig in Kreisl\u00e4ufen. Und das gilt nicht nur f\u00fcr die Verpackung, sondern auch f\u00fcr die Lebensmittel und Konsumg\u00fcter, ja letztlich f\u00fcr das gesamte moderne Wirtschaften. Zum Beispiel ist es bisher in der EU nicht zugelassen,  menschliche Exkremente zur D\u00fcngung zu nutzen &#8211; das w\u00e4re ja ein Kreislauf.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Unser Blick aufs Ganze ist durch die reine Kostenbrille getr\u00fcbt. Das bedeutet, dass Dinge, die nicht in der Bilanz als Kosten erscheinen, immer zweitrangig oder gar nicht einkalkuliert werden. Wir sehen diese schlichtweg nicht. <\/li>\n\n\n\n<li>\u00dcberbetont werden hingegen absatzsteigernde Ma\u00dfnahmen &#8211; egal wie langfristig sinnvoll das f\u00fcr Mensch und Umwelt sein wird &#8211; es geht ums pure Wachstum in Gewinn und mindestens Umsatz.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>So zahlt eine \u00d6lf\u00f6rderfirma der Natur ja nichts f\u00fcr das entnommene \u00d6l zur\u00fcck. Der Landwirt laugt B\u00f6den aus, bis sie versanden oder nicht mehr profitabel sind, ohne neuen Ackerboden zu erzeugen. Viele Packmittelproduzenten produzieren kurzlebige Einwegverpackungen, ohne sich um den Materialnachschub zu k\u00fcmmern.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so zieht es sich durch unser gesamtes Wirtschaftsleben mit mehr oder weniger offensichtlichen katastrophalen Auswirkungen. Das hier ist keine Klageschrift, sondern ein Aufr\u00fctteln, den begonnenen Weg des Kreislaufdenkens weiterzuf\u00fchren, ohne sich selbst im Kreise zu drehen. Die Idee ist, gelegentlich zur\u00fcckzutreten und sich zu fragen: Ist diese Monomaterialverpackung, die 25 % teurer wird und die Haltbarkeit des Lebensmittels vielleicht sogar herabsetzt, wirklich besser als eine Multimaterialverpackung, deren Gesamt-Energiebilanz einschlie\u00dflich eines aufwendigeren Recyclingprozesses besser w\u00e4re?<\/p>\n\n\n\n<p>Ist bei den Mengen an verbrannten \u00d6lprodukten zur Energieerzeugung und zur Mobilit\u00e4tserhaltung und -steigerung das wahllose Zwingen von Verpackungen in Monomaterialstrukturen immer richtig? Ist das mechanische Recycling von Lebensmittelverpackungen nicht nur eine Br\u00fcckentechnologie, an der wir aber nun unsere Monomaterial-Manie ausleben, da dieser wenig entwickelte Prozess einfach keine saubere Materialtrennung erm\u00f6glicht? Oder sollten wir vielmehr an echte Kreisl\u00e4ufe wie Cradle to Cradle denken? Wo aus einer Chips-T\u00fcte wieder eine gleichwertige, rezyklierte Chips-T\u00fcte werden kann? <\/p>\n\n\n\n<p>Oder brauchen wir diesen Zwischenschritt der <em>Monomaterialisierung <\/em>erst, um dann die wirkliche Kreislaufwirtschaft in Angriff zu nehmen? Und gerade wir Flexpacker haben schlechte Recyclingquoten wegen ihrer Kleinteiligkeit und Verbundstrukturen, die leider in heutigen mechanischen Recyclingverfahren ein KO-Kriterium darstellen. Und das f\u00fchrt zu kl\u00e4glichen Recyclingquoten bei kleinen Folienverpackungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Momentan geben die Recycler &#8211; auch f\u00fcr Flexpack &#8211; den Monomaterial-Weg eindeutig vor. Aber sind wir da auf dem richtigen Pfad? Warum stellen noch so wenige wirklich auf Monomaterialien im Regal um? Lohnt es sich f\u00fcr den, der Mehrkosten zahlen muss, vielleicht nicht genug an anderer Stelle? Ein hoher Recycling-Score auf Basis der vorliegenden Recycling-M\u00f6glichkeiten reicht da vermutlich nicht als Anschubmotivation. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Umwelt wird es egal sein, ob ein Multi- oder Monomaterial-Standbeutel mit Einschwei\u00dfteil f\u00fcr die Baby-Einmalration in die M\u00fcllverbrennug, auf den Waldboden, ins Meer oder auf den Recyclinghof ger\u00e4t. Lasst uns alle noch einmal tiefer gehen und einen Schritt zur\u00fccktreten, was im gro\u00dfen Bild (big picture) wirklich zielf\u00fchrend ist. Es muss ja \u00f6kologischer, sozialer und \u00f6konomischer werden, wenn es wirklich nachhaltiger sein soll. Da bringen echte Systemwechsel bahnbrechende Erfolge. Aufwendige Weiterentwicklungen verschleppen eher den Fortschritt, wie es die Autobauer gerade zu sp\u00fcren bekommen. Was vor zehn Jahren noch unm\u00f6glich schien, wird durch einen, der es vormacht, in wenigen Jahren zum Status Quo. Quo vadis Flexpack &#8211; wer wei\u00df?<\/p>\n\n\n\n<p>Wer mehr Wissen \u00fcber diese Zusammenh\u00e4nge im Austausch mit bunt gemischten Fachleuten erleben und studieren will, ist herzlich nach W\u00fcrzburg eingeladen &#8211; es lohnt sich auch Online &#8211; der Nachhaltigkeit zuliebe &#8230; <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/UM-05-22.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"784\" height=\"134\" src=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/UM-05-22.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9580\" srcset=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/UM-05-22.jpg 784w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/UM-05-22-300x51.jpg 300w, https:\/\/www.innoform-coaching.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/UM-05-22-768x131.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 784px) 100vw, 784px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\"><a href=\"https:\/\/www.innoform-coaching.de\/tagung\/umweltgerechte-kunststoffverpackungen-2022\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.inno-meeting.de <\/a><\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Beobachtung und Meinung von Karsten Schr\u00f6der Gerade auch die Verpackungsindustrie leidet unter knappen Ressourcen und gest\u00f6rten Lieferketten. 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