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Gundolf Meyer-Hentschel über neu gedachte Innovationen

Das Inno-Meeting gilt mittlerweile als deutschsprachiger Branchentreff für Entscheider der Flexpack-Industrie. Was versprechen Sie sich persönlich von einem Beitrag zu dieser Veranstaltung?

Ich durfte ja schon mehrfach beim Inno-Meeting referieren. Ich habe dort schon viele interessante Menschen getroffen. Das Niveau der Teilnehmenden ist sehr hoch, ein exzellenter Branchentreff. Zugleich liebe ich die absolut professionelle Durchführung der Veranstaltung in sehr entspannter Atmosphäre. Karsten Schröder ist ein Moderator, den man als Referent und Teilnehmer einfach mag. Ein Vollprofi.

Woran denken Sie bei unserem diesjährigen Fokus Neustart?

Neustart ist für mich sehr positiv. Viele Unternehmen und Menschen nutzen nicht die vielen Gelegenheiten zu Neustarts, die möglich sind. Ich bin ganz sicher, das Inno-Meeting wird dazu Impulse geben und richtig stark motivieren.

Ihr Thema lautet „Innovation neu denken“. Was wird Ihre Kernaussage sein und wo sehen Sie für den Zuhörer in erster Linie den Nutzen?

Innovation ist für mich der Sex der Geschäftswelt. Innovation macht Spass und lässt Neues entstehen. Ich werde den Zuhörern vermitteln, dass wir Innovationen ganz anders angehen müssen. Innovation muss ein ganz zentraler Bestandteil jedes Unternehmens werden, das seine Wettbewerber hinter sich lassen will. Innovation muss Teil der DNA eines Unternehmen werden. Innovationsmanager und Kreativ-Workshops reichen für den Erfolg nicht aus. Deshalb Neustart!

Sie haben BWL mit Schwerpunkt Verhaltensbiologie studiert. Zielorientierter und vorausschauender zu studieren ist kaum möglich. 2008 haben Sie das erste Mal über neue Anforderungen an Verpackungen für die 60 plus-Kunden referiert, 2017 über die perfekte Verpackung und jetzt sollen Innovationen neu erdacht werden. Sind Verpackungsdesigner an ihre Grenzen gekommen? Beobachten Sie einen Entwicklungsstillstand, auch bezüglich Ihres  Awards „Höfliche Verpackung“?

Die Verpackungsentwickler sind noch lange nicht an ihren Grenzen. Das Thema „Verpackungsconvenience“ wird allerdings häufig durch das Thema „Nachhaltigkeit“ in den Hintergrund gedrängt. Viele Unternehmen verstehen noch nicht, dass Convenience und Nachhaltigkeit Hand und Hand gehen können. Davon bin ich überzeugt und dafür kämpfe ich. Sprechen wir uns in zwei Jahren wieder.

Welche Konsequenzen kann ein Zurückdrängen oder sogar Verbot von bestimmten Verpackungen für die breite Masse und sogar für unsere Industrie haben?

Als liberaler Mensch  bin ich gegen staatliche Eingriffe in die Wirtschaft. Die Industrie muss endlich lernen, sich schneller als Beamte zu bewegen. Wir dürfen dem Staat keine Chance geben, uns zu gängeln. Auch hier ist ein Neustart nötig.

Wie schätzen Sie persönlich die Zukunft von Kunststoffverpackungen ein? Muss das Rad zurückgedreht werden? Arbeiten Sie an alternativen Systemen?

Jetzt haben Sie sich die schwierigste Frage bis zum Schluss aufgehoben. Ich bin überzeugt, dass flexible Verpackungen für Industrie und Verbraucher ganz wichtig sind. Die entscheidende Frage für mich: Müssen flexible Verpackungen unbedingt aus herkömmlichen Kunststoffen hergestellt werden? Auch hier sehe ich riesige Chancen für Neustarts.

Und dann noch eine private Frage: Was begeistert Sie außer Ihrem Beruf sonst noch?

Sie haben recht, mein Beruf begeistert mich. Was mich privat begeistert, sind Hunde. Gerade, wenn man aus der Verhaltensforschung kommt, kann man beim Beobachten von Hunden sehr viel lernen. Ja, und das begeistert mich auch: Ständig neue Dinge zu lernen.

Dr. Gundolf Meyer-Hentschel studierte Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Verhaltensbiologie. Nach seinem Studium gründete er das Meyer-Hentschel Institut, Saarbrücken. Das europaweit tätige Institut beschäftigt sich seit 1985 mit Megatrends im Verhalten von Konsumenten, die grundlegende Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft haben und berät Unternehmen bei der erfolgreichen Anpassung von Produkten und Verpackungen an diese Trends. Der bekannte Age Explorer® des Meyer-Hentschel Instituts wird seit 18 Jahren von einer grossen Zahl von Unternehmen als Instrument für den Test von Verpackungen genutzt sowie für die Schulung von Packungsentwicklern, Marketing usw.