Nov 172017
 
Kohlert_Michael_klein

Herr Dr.-Ing. Michael Kohlert studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der TU in Kaiserslautern. Anschließend sammelte er 7 Jahre Erfahrungen bei der Klöckner Pentaplast GmbH & Co. KG und der Mondi Gronau GmbH in den Bereichen: R&D, Extrusion, Druckerei, Kaschierung und IT. Als Abteilungsleiter IT & Automation am Standort Gronau stellte er seine Praxisnähe mit zahlreichen neuen Entwicklungen im Bereich Industrie 4.0 unter Beweis.
Im Jahre 2012 gründete er die Software & Messsysteme GbR, die seitdem Entwicklungen im Bereich der Folienindustrie anbietet.

Besonders gern beschäftigt er sich mit der präventiven Instandhaltung und Ausschussreduktion mittels mathematischer Algorithmik.

Das Inno-Meeting gilt mittlerweile als deutschsprachiger Branchentreff für Entscheider der Flexpack-Industrie. Was versprechen Sie sich persönlich von einem Beitrag zu dieser Veranstaltung?
Industrie 4.0 der Branche näher zu bringen und neue Kontakte zu knüpfen.

Ihr Vortragstitel lautet: „Industrie 4.0 in der Kunststofffolienindustrie“
Was wird Ihre Kernaussage sein und wo sehen Sie für den Zuhörer in erster Linie den Nutzen?
Einen Überblick über 4.0 zu geben und anhand von Beispielen darzulegen, wie man mittels Daten zur Reduktion von bspw. Ausschuss beiträgt.

Große Datenmengen zu sammeln ist das eine. Aber was machen Flexpackunternehmen mit diesen Datenmengen und wie kann deren Beherrschung und Auswertung zur Nachhaltigkeit beitragen?
Daten müssen mit Intelligenz verknüpft werden, andernfalls sind sie nutzlos. Um einen Mehrwert zu erreichen, muss die Aggregation/Auswertung von Daten zu einem verständlichen Ergebnis führen, bspw. Kostenreduktion. Der wirtschaftliche Nutzen ist die Zielkomponente.

Wo sehen Sie die Ansätze für eine strikte Vermeidung von Verpackungsabfällen bezogen auf Folie?
Betrachtung der ganzheitlichen Wertschöpfungskette im Zusammenspiel. Die Zukunft liegt in der Überwachung aller Prozesse und einem schnellen Eingreifen. Wer nicht überwacht, der kann nicht steuern.

Welcher Bereich sollte dringend vom Gesetzgeber geregelt werden, um die Verpackungsindustrie stärker zu motivieren, Kreislaufwirtschaft zu betreiben?
Neuere Maschinen, denn je älter, desto geringer die Datendichte und damit die Erkenntnisse. Eine Abwrackprämie für alte Maschinen?

Achten Sie auf eine rezyclierbare Verpackung, wenn Sie privat einkaufen? Was raten Sie als Fachmann dem Konsumenten und Ihren direkten Kunden?
Nein, denn dazu müsste die Abfallwirtschaft in der Lage sein, die rezyclierbaren Verpackungen zu bezwingen, was heute nur teilweise klappt. Verpackungen, die sich selbst zersetzen, werden in Zukunft stärker im Fokus sein.

Alle Beteiligten der gesamten Wertschöpfungskette (Verpackungshersteller, Abfüller/Abpacker, Handel, Recycler) müssen Anstrengungen zur stofflichen Wiederverwertung möglichst aller Verpackungsrohstoffe unternehmen. Wo fängt da die Kommunikation an?
Ein Netzwerk aufzubauen wäre hier ein erster Schritt. Dadurch können Schnittstellen geschaffen werden und die Kommunikation kann starten. Die Kommunikation fängt eigentlich beim Handel an, denn der Kunde bestimmt, was gekauft wird und was nicht.

Und dann noch eine private Frage: Was begeistert Sie außer Ihrem Beruf?
Umbau eines alten Rasenmähers zu einem automatisierten, steuerbaren Rasenmäher. Hobby, um Altes wiederzuverwenden.

 

Nov 142017
 
Natelberg_Johnny

Jonny Natelberg ist als Executive Advisor Corporate Affairs bei der Lekkerland AG & Co. KG tätig und verantwortet den Bereich der politischen Kommunikation. Corporate Responsibility fällt ebenfalls in seine Zuständigkeit. Jonny Natelberg war zuvor viele Jahre für den nationalen und internationalen Vertrieb sowie für den Bereich Electronic Value bei Lekkerland verantwortlich.

Das Inno-Meeting gilt mittlerweile als deutschsprachiger Branchentreff für Entscheider der Flexpack-Industrie. Was versprechen Sie sich persönlich von einem Beitrag zu dieser Veranstaltung?
Der BGVZ möchte mit seinem Vortrag die Branche über den aktuellen Faktenstand von EinWeg mit Pfand im DPG-System informieren, neue Kontakte knüpfen und sich mit den Teilnehmern fachlich austauschen.

Ihr Vortragstitel lautet: „EinWeg-Getränkeverpackungen mit Pfand: Impuls für einen funktionierenden Wertstoffkeislauf“.Was wird Ihre Kernaussage sein und wo sehen Sie für den Zuhörer in erster Linie den Nutzen?

Die Einführung des sogenannten „Dosenpfands“ in 2003 hatte zum politischen Ziel, Einweg unattraktiver zu gestalten und somit die Mehrwegquote zu steigern. Jedoch hat die Einwegpfandpflicht möglicherweise anders gewirkt als beabsichtigt. Statt dem Mehrweg-System zu einer Renaissance zu verhelfen, wirkte die einheitliche Pfand- und Rückgabepflicht im DPG-System als Impuls für ein funktionierenden Wertstoffkreislauf.

Achten Sie auf eine rezyclierbare Verpackung, wenn Sie privat einkaufen? Was raten Sie als Fachmann dem Konsumenten und Ihren direkten Kunden?
Durch das flächendeckende Rücknahmesystem wird bei EinWeg mit Pfand eine Rücklaufquote von 98,5 % erreicht. Unter Berücksichtigung aller Erfassungs- und Verwertungswege (Gelber Sack, Rückgewinnung aus Restmüll etc.) ergibt sich eine werkstoffliche Verwertungsquote von 99,7 Prozent für Weißblech-Getränkedosen und 98,9 Prozent für Aluminium-Getränkedosen. 97,9 Prozent der PET-Einwegflaschen mit Pfand werden recycelt.

Ich persönlich kaufe „convenient“ ein. Wasser und Erfrischungsgetränke in praktischen EinWeg mit Pfand-Verpackungen, und bei Bier bevorzuge ich regionale Produkte. Da ich in Bonn lebe: Ein Kölsch in der Glasflasche.

Alle Beteiligten der gesamten Wertschöpfungskette (Verpackungshersteller, Abfüller/Abpacker, Handel, Recycler) müssen Anstrengungen zur stofflichen Wiederverwertung möglichst aller Verpackungsrohstoffe unternehmen. Wo fängt da die Kommunikation an?
Beim Verbaucher, da ohne eine Rückgabe des Wertstoffes kein Wertstoffkreislauf aufgebaut werden kann.

Und dann noch eine private Frage: Was begeistert Sie außer Ihrem Beruf?
Reisen und Städte Erkundungen, indem ich in der Stadt meiner Wahl lebe.

Nov 142017
 
Kardetzky_Martin

Syndikusrechtsanwalt Martin Kardetzky studierte Jura an der Universität Bielefeld, Schwerpunkt Öffentliche Verwaltung. Anschließend arbeitete er bei der Stadt Brandenburg als Städtischer Rechtsrat und bei DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs und -bau GmbH) als Abteilungsleiter im Rechtsbereich, bevor er 1997 seine Karriere bei der Deutschen Bahn AG fortsetzte.
Seit Mai 2017 arbeitet er als Leiter der Abteilung Recht/Entsorgung bei der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister in Osnabrück.

Das Inno-Meeting gilt mittlerweile als deutschsprachiger Branchentreff für Entscheider der Flexpack-Industrie. Was versprechen Sie sich persönlich von einem Beitrag zu dieser Veranstaltung?
Zunächst einmal freue ich mich darauf, die Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister vor Verpackungsexperten in Osnabrück vorzustellen. Unsere Aufgabenstellung ist ehrgeizig, wir sind mitten im Aufbau begriffen und sehr daran interessiert, die Erwartungen an die Zentrale Stelle aufzunehmen und zu diskutieren. Vielleicht kann ich einige Erwartungen bestätigen und muss dafür die ein oder andere Hoffnung dämpfen – jedenfalls ist die Vermittlung eines sachlich-realistischen Bildes der Zentralen Stelle mein Ziel.

Ihr Vortragstitel lautet: „Aufgaben und Chancen des Zentralen Verpackungsregisters“
Was wird Ihre Kernaussage sein und wo sehen Sie für den Zuhörer in erster Linie den Nutzen?
Das System der Verpackungsentsorgung ist in den vergangenen zwanzig Jahren immer mal wieder in die Schieflage geraten, weil es beispielsweise Missverständnisse über die Frage gab, was eine lizenzpflichtige Verpackung ist und was nicht. Diese Unschärfen bei den Definitionen und Pflichten soll und wird die Zentrale Stelle ausräumen. Das schafft Klarheit, gerade auch in dem rasant wachsenden Bereich des Online-Handels.

Unsere Kernaufgabe ist die Zusammenführung und der Abgleich aller Marktdaten zu Herstellung und Entsorgung in einem Register. Ab dem 1. Januar 2019 laufen alle Daten bei uns in diesem Register zusammen, Unregelmäßigkeiten fallen deshalb sofort auf.  Wichtig ist, dass wir auch rückwirkend prüfen werden: Es geht also schon 2018 darum, sich rechtskonform zu registrieren und lizenzieren zu lassen.  Hinweise dafür finden Sie auf unserer Website www.verpackungsregister.org.

Mit welchen Schwierigkeiten und Vorgaben hat die Zentrale Stelle Verpackungsregister vor allem zu kämpfen, um ihren Aufgaben gerecht zu werden? Wo sehen Sie die Ansätze für eine strikte Vermeidung von Verpackungsabfällen bezogen auf Folie?
Gemeinsam mit dem Umweltbundesamt, das die Rechts- und Fachaufsicht über die Zentrale Stelle übernehmen wird, entwickeln wir bis Mitte nächsten Jahres Mindestanforderungen für recyclinggerechtes Design. Das ist unsere Aufgabe. Die Unternehmen der Branche müssen dann selbst entscheiden, wie sie den Kreislaufanspruch an Verpackungen wahrnehmen wollen und können. Die konkrete Umsetzung entscheiden nicht wir, dies ist durch die zunehmenden Anforderungen des Marktes an die Verpackung determiniert. Mit Freude sehen wir die vielfältigen Anstrengungen der Branche, schon jetzt die Verpackungen recyclinggerechter zu gestalten.

Welcher Bereich sollte dringend vom Gesetzgeber geregelt werden, um die Verpackungsindustrie stärker zu motivieren, Kreislaufwirtschaft zu betreiben?
Zunächst einmal setzen wir alles daran, dass die Zentrale Stelle mehr Transparenz und damit auch mehr Gerechtigkeit in das System bringt. Wir helfen mit, die ehrgeizigen Quoten des neuen Gesetzes erfüllbar zu machen! Allen Marktteilnehmern ist daran gelegen, dass die Verbraucher, die allgemeine Öffentlichkeit und nicht zuletzt die Politiker in den Kommunen, im Land und im Bund darauf vertrauen, dass die Entsorgung funktioniert und nachvollziehbar ist. Bei Glas, Papier und Einweggetränken ist die Sammelleidenschaft der Deutschen ungebrochen. Aber für den gelben Sack oder die gelbe Tonne können sowohl Hersteller, als auch Verbraucher noch mehr tun, um die Wertstoffe in einen besseren Kreislauf zu bringen.

Achten Sie auf eine rezyclierbare Verpackung, wenn Sie privat einkaufen? Was raten Sie als Fachmann dem Konsumenten und Ihren direkten Kunden?
Sicher kann ich privat nicht mehr einkaufen, ohne auf die Verpackungen zu achten. Verbraucher sollten vor allem dabei helfen, Verpackungen zu wählen, die gut zu recyceln sind und sie einer entsprechenden Sammlung zuführen.

Alle Beteiligten der gesamten Wertschöpfungskette (Verpackungshersteller, Abfüller/Abpacker, Handel, Recycler) müssen Anstrengungen zur stofflichen Wiederverwertung möglichst aller Verpackungsrohstoffe unternehmen. Wo fängt da die Kommunikation an?
Aus meiner Sicht sollten für die Kommunikation alle verfügbaren Kanäle genutzt werden: die Verpackungen selbst, das Internet, die Medien und natürlich das persönliche Gespräch. Und das ist gar nicht so schwer: Jüngere Generationen interessieren sich sehr für alle Fragen der Nachhaltigkeit; sie wollen beispielsweise sichergestellt wissen, dass sie mit ihrem Einkauf keinen weiteren Plastikmüll im Meer verursachen. Das ist in Deutschland mit dem dualen System längst umgesetzt. Dennoch kann dieses lebendige Interesse noch mehr für intelligente, zukunftsfähige Lösungen genutzt werden.

Und dann noch eine private Frage: Was begeistert Sie außer Ihrem Beruf?
Eiskunstlaufen und ins Kino gehen.

 

 

Okt 172017
 
Barth_Peter

Herr Dr. Peter Barth promovierte im Anschluss an sein Biologie-Studium im Zuge einer Forschungs- und Lehrtätigkeit an der Universität Hannover, wo er 1988 promovierte. Im gleichen Jahr wechselte er zu einer bekannten Unternehmensgruppe der grafischen Industrie. Dort übte er verschieden Funktionen und Aufgaben aus, die teilweise parallel durchgeführt wurden:

. Leiter Abt. Qualität und Umwelt, Qualitäts- und Umweltmanagementbeauftragter
. Leiter Anwendungstechnik, Reklamationsbearbeitung und mitverantwortlich für den technischen Einkauf
. Innovationsmanager
. Mitverantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit, inkl. Messe- und Verbandsaktivitäten
. Geschäftsführender Gesellschafter einer Tochtergesellschaft

Seit dem 01.01.2010 ist er selbstständiger Unternehmensberater in den Bereichen ganzheitliche Organisations- und Prozessberatung, inkl. Innovationsentwicklung und Coaching. In seinem Netzwerk sind Klebstoff-, Lackhersteller und Folienhändler sowie Sondermaschinenbauer und ein Rechtsanwalt vertreten. Gemeinsam mit seiner Frau bietet er Kommunikationsseminare, Personalcoaching etc. an.

Besonders gern beschäftigt er sich bei Innovationsprojekten mit der Entwicklung neuer, zukunftsweisender Technologien und Materialien sowie ganzheitlichem Organisations- und Prozessmanagement.

Was hat Sie bewogen, der Einladung von Innoform zu folgen?
Das Thema der Tagung.

Ihr Thema gehört zu einer Reihe verschiedener Blickwinkel auf den Fokus, den Innoform dieses Jahr gesetzt hat:  Veredelung. Was ist Ihre Kernaussage, bezogen auf diesen Themenkomplex?
Die Veredelung muss zum Produkt und zur Aussage passen.

Sie referieren über „Sind Veredelungstechnologien aus der grafischen Industrie auf Verpackungen zu übertragen?“ Was bewegt Sie besonders in diesem Zusammenhang?
Die Veredelungstechnologien, die heute eingesetzt werden, passen technologisch wie auch von Seiten der Marktanforderungen nicht mehr. Hier muss ein Wandel hin zu mehr Flexibilität, zu ganzheitlichen Prozess- und Organisationsausrichtungen vollzogen werden, der auch in der Zukunft noch seine Anforderungen erfüllt.

Sofort im Anschluss an Ihre Promotion im Fach Biologie haben Sie zu einer Unternehmensgruppe der grafischen Industrie gewechselt. Was war Ihre Motivation? Haben Druck und Biologie etwas gemeinsam?
Die Aussichten für eine weitere langfristige Anstellung waren nicht gegeben und der Zufall hat mich dann in die grafische Industrie gebracht.

Wo sehen Sie für die Verpackungsdrucker momentan besonderen Handlungsbedarf?
In der Flexibilisierung bis hin zur Personalisierung – erhöhte Kunden- und Marktbezogenheit – Zeitmanagement.

Innoform ist bekannt für technisch orientierte Tagungen. Besucher sind in der Regel Fachleute aus der Branche, ihren Kunden und Lieferanten. Was erwarten Sie persönlich von der Zuhörerschaft?
Diskussionsbereitschaft und Offenheit für Neues.

Konferenzen zum Thema Verpackungsdruck erfreuen sich größerer Beliebtheit als noch vor einigen Jahren. Woher kommt Ihrer Meinung nach dieses gesteigerte Interesse an Wissen und auch Kontakten?
Die Vielfältigkeit in der Veredelung hat so zugenommen, dass sicherlich auch hier nach Orientierung und Informationen gesucht wird.

Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach das Zusammenwachsen von verschiedenen Druckverfahren – nicht nur in einem Unternehmen oder einer Marke – sondern sogar in einer Maschine?
Erfüllung der komplexen Anforderungen vom Markt.

Wie schätzen Sie auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (schlecht) die Zukunftschancen für den Verpackungsdruck im Vergleich zu anderen Druckbereichen ein und warum?
1 – Verpackung zum Produktschutz und zur Präsentation, inkl. Orientierung, ist mehr denn je gefragt.

Unsere Teilnehmer möchten die Referenten auch gern persönlich besser kennenlernen. Deshalb eine persönliche Frage: Wofür begeistern Sie sich neben Ihren beruflichen Aufgaben besonders?
Natur, klassische Musik, Familie und unsere Tiere.

Okt 162017
 
Busse_Stefan1_klein

Herr Dr. Stefan Busse ist Diplom-Chemiker und seit 17 Jahren für Siegwerk Druckfarben AG & Co. KGaA in Siegburg tätig. Als Regionaldirektor für Anwendungstechnik ist er für den Geschäftsbereich Flexible Verpackungen EMEA verantwortlich.
Ein Schwerpunkt seiner Arbeit sind strahlenhärtende und wasserbasierte Farbsysteme im Bereich der flexiblen Verpackung und lösemittelbasierte Systeme für den Tief- und Flexodruck.

Ihr Thema gehört zu einer Reihe verschiedener Blickwinkel auf den Fokus, den Innoform dieses Jahr gesetzt hat:  Veredelung. Was ist Ihre Kernaussage, bezogen auf diesen Themenkomplex?
Als Alternative zur Standardisierung kann eine differenzierende Veredlung zum unternehmerischen Erfolg beitragen.

Sie referieren über „Differenzierung oder Standardisierung – wie Druckfarbenkonzepte beides unterstützen können“. Was bewegt Sie besonders in diesem Zusammenhang?
Die Herausforderung, mit jedem einzelnen Kunden zusammen die beste Lösung zu erarbeiten.

Ist Differenzierung grundsätzlich mit steigenden Kosten und Standardisierung mit Kosteneinsparung gleichzusetzen oder gibt es auch Ausnahmen?
Gute Ideen im Design müssen nicht teuer sein. Darüber hinaus spielen mittelfristig Investitionen in günstigere Druckverfahren eine Rolle.

Wo sehen Sie für die Verpackungsdrucker momentan besonderen Handlungsbedarf?
Unabhängig von Standardisierung oder Differenzierung muss jeweils ein Optimum in der Effizienz der jeweiligen Prozesse erarbeitet werden.

Innoform ist bekannt für technisch orientierte Tagungen. Besucher sind in der Regel Fachleute aus der Branche, ihren Kunden und Lieferanten. Was erwarten Sie persönlich von der Zuhörerschaft?
Fragen zur Rolle der Druckfarben, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

Konferenzen zum Thema Verpackungsdruck erfreuen sich größerer Beliebtheit als noch vor einigen Jahren. Woher kommt Ihrer Meinung nach dieses gesteigerte Interesse an Wissen und auch Kontakten?
Wissen, d. h. das Verständnis von technischen und wirtschaftlichen Zusammenhängen bei der Fertigung von Verpackungsmaterial, ist sicherlich noch entscheidender, um im steigenden, internationalen Wettbewerb langfristig erfolgreich zu bleiben.

Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach das Zusammenwachsen von verschiedenen Druckverfahren – nicht nur in einem Unternehmen oder einer Marke – sondern sogar in einer Maschine?
Zur Erreichung des Optimums im Spannungsfeld aus Diversifizierung bei möglichst geringen Kosten werden hybride Druckverfahren weiter an Bedeutung zunehmen.

Wie schätzen Sie auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (schlecht) die Zukunftschancen für den Verpackungsdruck im Vergleich zu anderen Druckbereichen ein und warum?
Bei einer 1, da ansprechende und bezüglich der Gebrauchseigenschaften hochwertige Verpackungen über den Erfolg der Markenartikler entscheiden.

Unsere Teilnehmer möchten die Referenten auch gern persönlich besser kennenlernen. Deshalb eine persönliche Frage: Wofür begeistern Sie sich neben Ihren beruflichen Aufgaben besonders?
Winterurlaub in den Bergen und Sommerurlaub am Meer.

 

Okt 162017
 
heidelberger druckmaschinen ag
archivnummer hdm2007247

Martin Schmitt-Lewen  studierte Physik an der Universität Würzburg, wo er auch promoviert hat.
Seine Berufserfahrung umfasst Tätigkeiten in der chemischen Verfahrenstechnik, der experimentellen Versuchstechnik und vor allem in der grafischen Industrie, in der er breite Erfahrungen gesammelt hat. Von 1994 bis 1997 war er als Entwickler in der Tiefdruckformenherstellung (Gravur) bei der Firma MDC Max Dätwyler AG in der Schweiz tätig. Seit 1997 arbeitet er für die Firma Heidelberger Druckmaschinen AG. Dort hat er zunächst als Technologiescout und dann als Senior Manager „Technologies for Future Business“ gearbeitet. Seine Themen sind eng an der Technik orientiert, aber immer auch gepaart mit einem zusätzlichen Blick für neue Geschäftsmöglichkeiten (Business Development).
Heute sind seine Hauptthemen die Umsetzung neuer Applikationen, um den Kunden erweiterte Möglichkeiten mit der Druckmaschine aufzuzeigen und damit einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.
Er arbeitet eng mit technischen und grafisch orientierten Hochschulen und Universitäten zusammen, um dort von den frischen Ideen der Studenten zusätzlich zu profitieren.

Was hat Sie bewogen, der Einladung von Innoform zu folgen?
Die Themen der Veranstaltung decken sich in vielen Punkten mit meinen Arbeitsinhalten bei Heidelberger Druckmaschinen AG.

Ihr Thema gehört zu einer Reihe verschiedener Blickwinkel auf den Fokus, den Innoform dieses Jahr gesetzt hat:  Veredelung. Was ist Ihre Kernaussage, bezogen auf diesen Themenkomplex?
Meine Kernaussage ist, dass es noch viel Neues zu entwickeln und zu kommunizieren gibt, was im Markt noch nicht sehr bekannt ist oder nur wenig umgesetzt wird, obwohl die Technik dazu zum Teil schon verfügbar ist.

Sie referieren über „Inline-Druckveredelung: Haptik, Glanz und mehr“. Was bewegt Sie besonders in diesem Zusammenhang?
Mich bewegt das Thema Inline-Veredelung, weil Veredelung meist als „Offline-Finishing“ gedacht wird.

Sind Haptik, Glanz und mehr nur Marketinginstrumente für einen gesteigerten Umsatz oder werden auch Konsumentenwünsche bei der Druckveredelung berücksichtigt?
Das ist schwer zu trennen; Marketing ist nah am Konsumentenwunsch, oder sollte es zumindest sein. Auf der unbewussten Ebene spielt Emotionalität, die Haptik zum Beispiel vermitteln kann, bestimmt eine wichtige Rolle beim Konsumenten. Ich glaube, manchmal macht sich der Konsument das auch gar nicht wirklich bewusst, aber wie will man das außer mit professionellen Marketingmethoden messen. Ich arbeite aktuell mit einer Doktorandin an Veredelungsthemen und stelle in der Diskussion mit dieser jungen Frau fest, wie stark bei ihr die Emotionalität für Print vorhanden ist. „Passion for Print“ eben und das bei einer Jungingenieurin, die man sonst vielleicht eher als Digital Native sehen würde.

Wo sehen Sie für die Verpackungsdrucker momentan besonderen Handlungsbedarf?
Ich will diese Frage nicht generell beantworten, sondern nur für diejenigen, die sich als Qualitätsführer sehen. Für die habe ich folgende Antwort: die heute bekannten  Veredelungsmöglichkeiten sind schon sehr vielfältig, aber es ergeben sich doch immer wieder neue Möglichkeiten. Die Zitrone ist noch lange nicht ausgepresst. Wer also ganz vorne mitspielen will und das über Differenzierung erreicht, hat auch in Zukunft noch neue Möglichkeiten dazu.

Innoform ist bekannt für technisch orientierte Tagungen. Besucher sind in der Regel Fachleute aus der Branche, ihren Kunden und Lieferanten. Was erwarten Sie persönlich von der Zuhörerschaft?
Da bin ich sehr gespannt. Ich würde mich sehr freuen, wenn reges Feedback zu den vorgestellten Themen kommen würde.

Konferenzen zum Thema Verpackungsdruck erfreuen sich größerer Beliebtheit als noch vor einigen Jahren. Woher kommt Ihrer Meinung nach dieses gesteigerte Interesse an Wissen und auch Kontakten?
Ich denke, das liegt zum Teil daran, dass der Verpackungsdruck ein recht stabiles und wachsendes Marktsegment im Printumfeld darstellt.

Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach das Zusammenwachsen von verschiedenen Druckverfahren – nicht nur in einem Unternehmen oder einer Marke – sondern sogar in einer Maschine?
Das spielt eine große Rolle, aber nicht eine alleinig dominierende. Wir kennen das im Bereich des schmalbahnigen Etikettendrucks schon sehr lange. Im Bogenoffsetdruck ist ein Flexo-basiertes Lackierwerk heute Standard. Die Inline-Veredelung lebt davon.

Wie schätzen Sie auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (schlecht) die Zukunftschancen für den Verpackungsdruck im Vergleich zu anderen Druckbereichen ein und warum?
1 bis 2. Wenn ich als gelernter Physiker eine glatte 1 vergeben würde, würde ich mir unseriös vorkommen, weil mir das zu absolut ist. Schließlich kann man nicht alles vorhersehen, insbesondere wenn es um die Zukunft und die noch unbekannten Trends und Strömungen geht.  Warum? Weil die Banane krumm ist, von Natur aus gut verpackt und trotzdem ein Chiquita Label bekommt.

Unsere Teilnehmer möchten die  Referenten auch gerne persönlich besser kennenlernen. Deshalb eine persönliche Frage: Wofür begeistern Sie sich neben Ihren beruflichen Aufgaben besonders?
Fotografieren beim „Kurpfalzen“ = rund um Heidelberg die Natur, die Kultur und die Genüsse von dort erleben.

 

 

 

 

 

Okt 122017
 
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Mit dem Vortrag „Mehr Produktsicherheit durch perfekten Folieneinsatz“ wird Karsten Schröder von Innoform einige typische Fehlerbilder bei Folienverpackungen darstellen, Abhilfemaßnahmen vorschlagen und gelungene Verpackungen zeigen. Der Vortrag beleuchtet typische Fehler im Produktionsprozess, die zu Produktverderb führen können.

Im zweiten Teil werden gelungene Verpackungsbeispiele gezeigt, die zu einer reibungslosen Verarbeitung und optimalen Produktsicherheit führen. Der Fokus liegt auf Folienwissen und Tipps für den Praktiker. Wie es für Innoform mit seinen Impuls-Vorträgen üblich ist, setzt Karsten Schröder das Ganze noch in einen gesamtwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kontext.

Sollten Sie Interesse an dem Gesamtthema „Verpacken und Verpackungstechnik“ haben, sind Sie herzlich zu GEA Verpackungstechnik nach Wallau eingeladen.

Das Tagungsprogramm finden Sie hier »
Jetzt online anmelden! »
Oder per Fax/E-Mail mit diesem Formular anmelden »

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Sep 282017
 
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Herr Dr. Wolfgang Jeschke (Dr. oec. publ., Dipl.-Kfm.) wurde in Landshut geboren. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. An der Ludwig-Maximilians-Universität in München studierte er BWL. Im Anschluss an seine Promotion sammelte er Erfahrungen bei Bain & Company als Berater und bei BMW als Gruppenleiter. Seit 1998 ist er als Management Consultant und später auch als Geschäftsführer bei der GC Graphic Consult GmbH tätig.
Darüber hinaus engagiert er sich als Lehrbeauftragter an der Hochschule München, Druck- und Medientechnik.

Was hat Sie bewogen, der Einladung von Innoform zu folgen?
Wir wollen gern einen Beitrag zu diesem interessanten Event leisten.

Sie referieren über „Erfolgskonzepte in einem enger werdenden Verpackungsdruckmarkt“. Was bewegt Sie besonders in diesem Zusammenhang?
Der Verpackungsmarkt verändert sich seit einiger Zeit deutlich. Dieses beeinflusst die Erfolgsrezepte der Verpackungsunternehmen. Es ist weiterhin möglich, erfolgreich zu sein – aber sicherlich mit neuen Rezepten.

Was sind für Sie die drei Grundpfeiler einer erfolgreichen Druckerei?
Exzellente Kundenbeziehungen
Schlanke effiziente Produktion
Aussagekräftige Steuerungsinstrumente

Von Haus aus sind Sie Betriebswissenschaftler. Was war Ihre berufliche Motivation, in die Druckindustrie einzusteigen?
Der Reiz, als selbststständiger Unternehmensberater tätig zu sein.

Konferenzen zum Thema Verpackungsdruck erfreuen sich größerer Beliebtheit als noch vor einigen Jahren. Woher kommt Ihrer Meinung nach dieses gesteigerte Interesse an Wissen und auch Kontakten?
Der Markt verändert sich, neue Erfolgskonzepte sind erforderlich, Input dafür kann man sich auf Konferenzen holen.

Wie schätzen Sie auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (schlecht) die Zukunftschancen für den Verpackungsdruck im Vergleich zu anderen Druckbereichen ein und warum?
1: Weil der Markt wächst (im Gegensatz zur Akzidenz). Verpackung wird immer gebraucht und kann nicht substituiert werden.

Unsere Teilnehmer möchten die Referenten auch gern persönlich besser kennenlernen. Deshalb eine persönliche Frage: Wofür begeistern Sie sich neben Ihren beruflichen Aufgaben besonders?
Meine Familie und Sport.

 

Sep 222017
 
Stark_Kurt_Blog

Herr Dr. Kurt Stark studierte Chemie an der Universität Bayreuth, mit den Schwerpunkten Polymer- und Kolloidchemie.

1999 begann er seine berufliche Laufbahn bei Wacker Polymer Systems in Burghausen. Als Laborleiter war er für die Entwicklung neuer Polymerprodukte, für die Optimierung bestehender Produkte und für die Produktionsunterstützung verantwortlich.

Von März 2005 bis September 2011 arbeitete Herr Dr. Stark bei Huhtamaki in Forchheim, einem Hersteller und Veredler von Polymerfolien. In seiner Funktion als Leiter der Abteilung Forschung & Entwicklung für die Marktsegmente Technische Folien und Verpackungsfolien befasste sich Herr Dr. Stark dort unter anderem mit erneuerbaren und biologisch abbaubaren Folien, in erster Linie basierend auf PLA. Er entwickelte komplett neue Blas- und Gieß-PLA-Foliensysteme für maßgeschneiderte Kundenlösungen.

Seit Oktober 2011 bekleidet Herr Dr. Kurt Stark bei BUERGOFOL GmbH, Siegenburg, die Positionen des Leiters der Produktentwicklung Technischer Folien und des Business Development Directors. In dieser Funktion wird er auch die Entwicklung neuer Verpackungslösungen und technischer Folien der nächsten Generation bei BUERGOFOL vorantreiben.

Was hat Sie bewogen, der Einladung von Innoform zu folgen?

Die Innoform-Veranstaltungen zählen inzwischen zu den bekanntesten und insbesondere qualitativ hochwertigsten in Deutschland. Was Karsten Schröder hier aufgebaut hat, ist erstklassig! Die Themen der Innoform Tagungen und Meetings sind stets aktuell und sehr interessant. Gern nimmt man da teil oder wirkt mit einer Präsentation sogar aktiv mit. Zudem ist das Rahmenprogramm hervorragend: Beste Möglichkeiten zum Netzwerken und Austausch mit Kollegen der Branche, abgerundet von dem fantastischen Beisammensein im Rampendahl bei Grünkohl und Pinkel.

Ihr Thema gehört zu einer Reihe verschiedener Blickwinkel auf den Fokus, den Innoform dieses Jahr gesetzt hat:  Veredelung. Was ist Ihre Kernaussage, bezogen auf diesen Themenkomplex?

Im Wort Veredelung steckt das Wort „edel“. Das hat mich auch einst, seit der allerersten Chemiestunde in der 9. Klasse, dazu bewogen, Chemie zu studieren. Aus einfachen Rohstoffen und Materialien etwas Hochwertiges, Edles zu schaffen, ist nicht nur meine Berufung, es erfüllt mich auch mit viel Freude. Da passe ich ein Zitat von Goethe gern wie folgt an: „Edles schaffe der Mensch, es sei hilfreich und gut.“

Sie referieren über „Veredelung im Spannungsfeld zwischen Mehrwert und Kostendruck“. Was bewegt Sie besonders in diesem Zusammenhang?

Das ist irgendwo das Dilemma, dass man auf Veredelung heutzutage gar nicht mehr verzichten kann, doch man muss sich eben auch im globalen Wettbewerb behaupten können, da man ja nicht der einzige Veredler auf der Welt ist. Also gilt es, die Prozesse zu optimieren, möglichst kostengünstig zu produzieren und dabei höchste Qualität zu liefern. Das gelingt einerseits durch langjähriges Know-how, andererseits muss man bei den Anlagen und Technologien stets auf dem Laufenden sein und gewillt sein, flexibel zu sein und zu investieren.

So viel Aufwand für ein Produkt, das irgendwann im Abfall landet. Wird es mit der Veredelung vielleicht ein bisschen übertrieben? Wo sehen Sie die Vorteile?

Übertrieben, ja, manchmal, aber man kann ja eigentlich alles übertreiben, wenn man will. Die Verpackungskultur ist ein Spiegel unserer Gesellschaft, insbesondere  aber auch der Flexibilität des Einzelnen. Die Verpackung muss immer komplexere Aufgaben erfüllen, von der Herstellung des Lebensmittels bis zum Point of Sale im Handel. All das zu erfüllen, ist nur mit Veredelung möglich. Anders geht das heute doch gar nicht mehr. Im Supermarkt ist man von der Vielfalt der Verpackungen inklusive derer Veredelungen regelrecht überwältigt.

Wo sehen Sie für die Verpackungsdrucker momentan besonderen Handlungsbedarf?

Besonderer Handlungsbedarf besteht im Bereich Personal und Mitarbeiter. Ausbildungsplätze können leider nicht mehr besetzt werden und kein Produktionsleiter kann heutzutage behaupten, genügend und ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu haben. Aber das wäre sehr erforderlich. Früher war das deutlich einfacher; da war der Beruf des Druckers attraktiv und damit beliebt. Man müsste heutzutage wieder verstärkt in Erinnerung rufen, dass die Veredelung etwas Künstlerisches und Kreatives hat und man hier auf äußerst vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten zurückgreifen kann.

Innoform ist bekannt für technisch orientierte Tagungen. Besucher sind in der Regel Fachleute aus der Branche, ihren Kunden und Lieferanten. Was erwarten Sie persönlich von der Zuhörerschaft?

Dass Interesse besteht, die Themen reflektiert werden, man sich eine Meinung dazu bildet und diese dann mit den Kollegen austauscht und bespricht. Oder dass man viele Fragen stellt und passendes Feedback erhält. Doch da habe ich – siehe oben – bei den Innoform-Veranstaltungen immer positive Erfahrungen gemacht.

Konferenzen zum Thema Verpackungsdruck erfreuen sich größerer Beliebtheit als noch vor einigen Jahren. Woher kommt Ihrer Meinung nach dieses gesteigerte Interesse an Wissen und auch Kontakten?

Der Verpackungsdruck wächst stetig und bekommt immer größere Bedeutung. Es wachsen damit auch die Erwartungen der Konsumenten (Verpackungskäufer) und die Anforderungen an die Verpackung selbst. Daher besteht auch die Notwendigkeit, weiteres Wissen aufzubauen. Mit anderen Worten, besonders in diesem Bereich wird sich der Stand der Technik ständig und schnell verbessern. Man muss einfach up-to-date bleiben.

Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach das Zusammenwachsen von verschiedenen Druckverfahren – nicht nur in einem Unternehmen oder einer Marke – sondern sogar in einer Maschine?

Hier sehe ich die Zukunft. Wo es heute Flexo-, Tief- oder Offsetdrucker gibt, wird es in Zukunft Verpackungsdrucker geben, die die verschiedenen Druckverfahren dort einsetzen, wo sie die meisten Vorteile bieten. Und das auch in einer Maschine. Weiter ist zu berücksichtigen, wie man auf sinkende Losgrößen reagiert oder wie man Funktionalitäten durch den Druck einbringt, etwa gedruckte Elektronik oder RFID-Chips etc. Wenn kombinierte Anlagen mit modularem System dieses erfüllen, so ist das für die Produkte sehr wertschöpfend.

Wie schätzen Sie auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (schlecht) die Zukunftschancen für den Verpackungsdruck im Vergleich zu anderen Druckbereichen ein und warum?

Sehr gut. Aber nur in Zusammenhang mit der notwendigen Wertschöpfung in der Prozesskette der Verpackungshersteller. Wie schon oben genannt, wächst die Anforderung an die Verpackung stetig. Dem kann bzw. muss man unter anderem mit dem Bedrucken bzw. dem Veredeln begegnen.

Unsere Teilnehmer möchten Referenten auch gern persönlich besser kennenlernen. Deshalb eine persönliche Frage: Wofür begeistern Sie sich neben Ihren beruflichen Aufgaben besonders?

Abgesehen von der Familie, die ja die größte Begeisterung bringt, „veredle“ bzw. verbessere ich in meiner Freizeit meine Modelleisenbahnanlage (Spur N), vervollständige und betrachte meine Münzsammlung oder spanne beim Lesen von Comics (Asterix, Lucky Luke, Tim & Struppi) aus. Wichtig ist mir auch, Musik zu hören oder spannende Filme zu schauen. Damit die Bewegung nicht zu kurz kommt, fahre ich gern Rad, spiele Fußball und Tischtennis.

Sep 182017
 
Rommel_Christian_1_Blog

Christian Rommel wurde 1965 in Verl, Ostwestfalen, geboren und studierte nach seiner Ausbildung zum Druckformhersteller Verpackungstechnik in Stuttgart, Tokyo und West-China. 1994 schloss er das Studium ab und war bis 1997 am Print-Projektmanagment in Süostasien und an einem Fabrikaufbau in China beteiligt. 1998 wanderte er nach Hongkong aus und gründete die ROX Asia Consultancy Ltd., eine Design- und Produktionsagentur und Unternehmensberatung für Druck und Verpackung.

Christian Rommel ist Organisator von 18 internationalen Ausstellungen für asiatisches Verpackungsdesign und ein gefragter Key Note Speaker auf internationalen Kongressen und Symposien (Thema Innovation, Design, Marke, Verpackung und Neue Medien). Mehr als 120 Publikationen sind in mehr als 20 internatinalen Fachzeitschriften veröffentlicht worden. Außerdem ist er als Autor, Co-Autor und Verleger für fünfzehn Fach-, Sach- und Lehrbücher tätig.

Was hat Sie bewogen, der Einladung von Innoform zu folgen?

Die Innoform-Veranstaltungen sind sehr professionell organisiert und prominent besetzt. Die Qualität der Vorträge ist hoch und die Themen immer aktuell. Berichterstattung im Vorfeld samt Live-Interviews während der Events sind vorbildlich. Die räumliche Nähe zum Standort Osnabrück ist für mich zudem von großem Vorteil. Dadurch lernt man auch Teilnehmer und Referenten aus der Region kennen, die man vorher nicht auf dem Radar hatte. In der Masse der Fachveranstaltungen liegt Innoform klar im oberen Drittel.

Ihr Thema gehört zu einer Reihe verschiedener Blickwinkel auf den Fokus, den Innoform dieses Jahr gesetzt hat:  Veredelung. Was ist Ihre Kernaussage, bezogen auf diesen Themenkomplex?

Veredelung ist mehr als nur die Applikation von zusätzlichen Farben, Lacken, Folien oder Prägungen. Es geht um Multisensorik. Wie können wir möglichst viele Sinne des Verbrauchers ansprechen, um eine Verbindung zwischen ihm und dem Produkt herzustellen. Die gedruckte Elektronik in und auf Verpackungen bietet hier ungeahnte Möglichkeiten. Wir stehen erst am Anfang einer ganz neuen Generation von intelligenten Verpackungen. Mein Interesse gilt der kritischen Auslotung aller Möglichkeiten und Grenzen neuester Technologien, die die Qualität der Verpackung insgesamt voranbringt.

Sie referieren über eine Weltpremiere: „OLED-Technologie im Verpackungsmarkt“. Was bewegt Sie besonders in diesem Zusammenhang?

Mich begeistert immer der Blick über den Tellerrand. Was können wir von anderen Ländern und Kulturen lernen? Seit zwanzig Jahren beschäftige ich mich intensiv mit dem chinesischen Markt und den fantastischen Chancen, die sich dort bieten. Mit gewisser Sorge konstatiert man jedoch auch die zunehmende Abhängigkeit vom Reich der Mitte als Werkbank der Welt. Mit der OLED-Technologie hat man seit langer Zeit erstmals wieder eine bahnbrechende Lösung, die in Deutschland entwickelt wurde und auch hierzulande gefertigt wird.

Bislang gewannen Sie über 20 Branchenpreise mit einer selbstleuchtenden Gin-Verpackung, die innerhalb weniger Tage weltweit über 50.000 Mal verkauft wurde. Solche Verpackungen braucht doch eigentlich kein Mensch, oder?

Der Wunsch nach Individualität ist in uns allen verankert. Um Begehrlichkeit zu wecken, muss sich die internationale Markenartikelindustrie klar abheben. Intelligente Technik aktiviert den Spieltrieb und garantiert einen hohen Spaßfaktor. Das ehrgeizige Ziel, eine solche Packung zu kreieren, wurde in allen Bereichen sogar übertroffen. Der Erfolg gab uns recht und wir sind stolz auf dieses gelungene Ausnahmeprodukt. Trotzdem wird Mies van der Rohes berühmter Ausspruch, „Weniger ist mehr!“ auch im Verpackungsdesign immer seine Gültigkeit behalten.

Und inwieweit rechtfertigen solche Applikationen das Kosten-Nutzen-Verhältnis?

Die Bombay-Gin-Packung vereint alle Aspekte, die man sich als Verpackungshersteller, Markenartikler und Endverbraucher nur wünschen kann: geniales Design, tolle Optik, technische Innovation mit WOW-Effekt und dazu brillant umgesetzt. Es ist eine bisher so nie dagewesene Verpackung mit extrem hohem Wiedererkennungswert, die die Menschen begeistert. Die vergleichsweise hohen Produktionskosten rechtfertigen in jeder Hinsicht den unglaublichen Imagegewinn für die Marke.

Avancieren diese Verpackungen irgendwann zu Sammelobjekten?

Obwohl es nicht unser Ziel war, ist diese Bombay-Packung tatsächlich zu einem extrem begehrten Objekt avanciert, das auf Sammlerbörsen dreistellige Beträge erzielt. Interessiert daran sind nicht nur kreative Produktdesigner. Das Beispiel zeigt, wie auch Menschen außerhalb der Verpackungsindustrie der Faszination derartiger Innovationen erliegen. Das sollte als Ansporn dienen, weiter in dieser Hinsicht zu denken und ein klares Marktbedürfnis zu befriedigen, selbst wenn es nur ein Nischenmarkt ist und immer bleiben wird.

Wo sehen Sie für die Verpackungsdrucker momentan besonderen Handlungsbedarf?

Das größte Potential sehe ich im Zusammenwachsen standardisierter Druckverfahren wie Offset- oder Tiefdruck mit dem Digitaldruck. Der Wunsch nach Individualisierung und Personalisierung ist tief in uns verwurzelt. Bei der Wahl des Druckverfahrens steht man heute überwiegend vor der Frage des „entweder – oder“. Ziel der Verpackungsdrucker muss lauten, ein „sowohl – als auch“-Angebot im Portfolio zu haben.

Innoform ist bekannt für technisch orientierte Tagungen. Besucher sind in der Regel Fachleute aus der Branche, ihren Kunden und Lieferanten. Was erwarten Sie persönlich von der Zuhörerschaft?

Ein Fachmann sollte wissen, was für Produkte, Technologien und Veredelungsarten in seiner Branche möglich sind. Um seine Kunden adäquat beraten zu können, sollte er die Möglichkeiten und Grenzen sowie die Vor- und Nachteile derartiger Innovativen zumindest rudimentär kennen. Ein solches Interesse erwarte ich von den Teilnehmern dieser Konferenz, ungeachtet dessen, ob sie bestimmte Produkte oder Technologien nun gut finden oder nicht, sie selbst anbieten können oder wollen oder nicht.

Konferenzen zum Thema Verpackungsdruck erfreuen sich größerer Beliebtheit als noch vor einigen Jahren. Woher kommt Ihrer Meinung nach dieses gesteigerte Interesse an Wissen und auch Kontakten?

Die Welt wird immer komplexer und die Informationsdichte nimmt zu. Eine Konferenz bietet den unschlagbaren Vorteil des persönlichen Austausches, um sich auf den aktuellen Stand zu bringen. Es geht um Kompetenz, Erfahrung und um Glaubwürdigkeit. Was muss man heute wissen oder können, um auch zukünftig am Markt bestehen zu können? Man kann sich nicht um alle Innovationen kümmern, sondern muss Prioritäten setzen. Als wertvolle Hilfe zur Orientierung und Entscheidungsfindung bieten Konferenzen ein hervorragendes Forum.

Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach das Zusammenwachsen von verschiedenen Druckverfahren – nicht nur in einem Unternehmen oder einer Marke – sondern sogar in einer Maschine?

Wachsender Kostendruck war und ist immer ein entscheidender Faktor in der Notwendigkeit technologischer Weiterentwicklung. Die Inline-Fertigung hat zeitlich und damit finanziell entscheidende Vorteile. Eine Entscheidung zugunsten einer zusätzlichen Veredelung, wie z. B. Hybrid-Lack, fällt damit leichter. Hier geht es um die sinnvolle Kombination von Optik und Haptik in einem Fertigungsschritt. Modular aufgebaute Maschinen mit multiplen Druck- und Veredelungsverfahren werden von daher eine zunehmend bedeutendere Rolle einnehmen.

Wie schätzen Sie auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (schlecht) die Zukunftschancen für den Verpackungsdruck im Vergleich zu anderen Druckbereichen ein und warum?

Ich sehe den Verpackungsdruck nicht isoliert an, sondern als elementaren Teil der äußerst dynamischen Druckbranche, die sich im fortwährenden Wandel befindet. Genau das macht unsere Arbeit auch so interessant. Wir müssen und werden uns der Herausforderung stellen, auch in Zukunft immer neue Impulse zu setzen und die hohen Chancen zu nutzen, die uns der Verpackungsdruck in vielerlei Hinsicht bietet.

Wofür begeistern Sie sich neben Ihren beruflichen Aufgaben besonders?

Seit 30 Jahren führen mich Expeditions- und Abenteuerreisen in die entferntesten Winkel unserer Erde. Ob Wüsten, Dschungel oder Hochgebirge – per Jeep, zu Fuß oder im Kanu besuche ich am liebsten ethnische Minderheiten, die ihr Leben fernab unserer sogenannten Zivilisation meistern. Diese physischen und psychischen Herausforderungen und manchmal sehr grenzwertigen Erfahrungen haben meinen Charakter und meine Persönlichkeit geprägt. Aus diesen Reisen ziehe ich zusätzlich große Energie, die für die Qualität und den Erfolg meiner Arbeit hier in Deutschland von großer Bedeutung sind.

 

Kontakt:

www.roxasia.com sowie www.christianrommel.com.