Sep 182017
 
Rommel_Christian_1_Blog

Christian Rommel wurde 1965 in Verl, Ostwestfalen, geboren und studierte nach seiner Ausbildung zum Druckformhersteller Verpackungstechnik in Stuttgart, Tokyo und West-China. 1994 schloss er das Studium ab und war bis 1997 am Print-Projektmanagment in Süostasien und an einem Fabrikaufbau in China beteiligt. 1998 wanderte er nach Hongkong aus und gründete die ROX Asia Consultancy Ltd., eine Design- und Produktionsagentur und Unternehmensberatung für Druck und Verpackung.

Christian Rommel ist Organisator von 18 internationalen Ausstellungen für asiatisches Verpackungsdesign und ein gefragter Key Note Speaker auf internationalen Kongressen und Symposien (Thema Innovation, Design, Marke, Verpackung und Neue Medien). Mehr als 120 Publikationen sind in mehr als 20 internatinalen Fachzeitschriften veröffentlicht worden. Außerdem ist er als Autor, Co-Autor und Verleger für fünfzehn Fach-, Sach- und Lehrbücher tätig.

Was hat Sie bewogen, der Einladung von Innoform zu folgen?

Die Innoform-Veranstaltungen sind sehr professionell organisiert und prominent besetzt. Die Qualität der Vorträge ist hoch und die Themen immer aktuell. Berichterstattung im Vorfeld samt Live-Interviews während der Events sind vorbildlich. Die räumliche Nähe zum Standort Osnabrück ist für mich zudem von großem Vorteil. Dadurch lernt man auch Teilnehmer und Referenten aus der Region kennen, die man vorher nicht auf dem Radar hatte. In der Masse der Fachveranstaltungen liegt Innoform klar im oberen Drittel.

Ihr Thema gehört zu einer Reihe verschiedener Blickwinkel auf den Fokus, den Innoform dieses Jahr gesetzt hat:  Veredelung. Was ist Ihre Kernaussage, bezogen auf diesen Themenkomplex?

Veredelung ist mehr als nur die Applikation von zusätzlichen Farben, Lacken, Folien oder Prägungen. Es geht um Multisensorik. Wie können wir möglichst viele Sinne des Verbrauchers ansprechen, um eine Verbindung zwischen ihm und dem Produkt herzustellen. Die gedruckte Elektronik in und auf Verpackungen bietet hier ungeahnte Möglichkeiten. Wir stehen erst am Anfang einer ganz neuen Generation von intelligenten Verpackungen. Mein Interesse gilt der kritischen Auslotung aller Möglichkeiten und Grenzen neuester Technologien, die die Qualität der Verpackung insgesamt voranbringt.

Sie referieren über eine Weltpremiere: „OLED-Technologie im Verpackungsmarkt“. Was bewegt Sie besonders in diesem Zusammenhang?

Mich begeistert immer der Blick über den Tellerrand. Was können wir von anderen Ländern und Kulturen lernen? Seit zwanzig Jahren beschäftige ich mich intensiv mit dem chinesischen Markt und den fantastischen Chancen, die sich dort bieten. Mit gewisser Sorge konstatiert man jedoch auch die zunehmende Abhängigkeit vom Reich der Mitte als Werkbank der Welt. Mit der OLED-Technologie hat man seit langer Zeit erstmals wieder eine bahnbrechende Lösung, die in Deutschland entwickelt wurde und auch hierzulande gefertigt wird.

Bislang gewannen Sie über 20 Branchenpreise mit einer selbstleuchtenden Gin-Verpackung, die innerhalb weniger Tage weltweit über 50.000 Mal verkauft wurde. Solche Verpackungen braucht doch eigentlich kein Mensch, oder?

Der Wunsch nach Individualität ist in uns allen verankert. Um Begehrlichkeit zu wecken, muss sich die internationale Markenartikelindustrie klar abheben. Intelligente Technik aktiviert den Spieltrieb und garantiert einen hohen Spaßfaktor. Das ehrgeizige Ziel, eine solche Packung zu kreieren, wurde in allen Bereichen sogar übertroffen. Der Erfolg gab uns recht und wir sind stolz auf dieses gelungene Ausnahmeprodukt. Trotzdem wird Mies van der Rohes berühmter Ausspruch, „Weniger ist mehr!“ auch im Verpackungsdesign immer seine Gültigkeit behalten.

Und inwieweit rechtfertigen solche Applikationen das Kosten-Nutzen-Verhältnis?

Die Bombay-Gin-Packung vereint alle Aspekte, die man sich als Verpackungshersteller, Markenartikler und Endverbraucher nur wünschen kann: geniales Design, tolle Optik, technische Innovation mit WOW-Effekt und dazu brillant umgesetzt. Es ist eine bisher so nie dagewesene Verpackung mit extrem hohem Wiedererkennungswert, die die Menschen begeistert. Die vergleichsweise hohen Produktionskosten rechtfertigen in jeder Hinsicht den unglaublichen Imagegewinn für die Marke.

Avancieren diese Verpackungen irgendwann zu Sammelobjekten?

Obwohl es nicht unser Ziel war, ist diese Bombay-Packung tatsächlich zu einem extrem begehrten Objekt avanciert, das auf Sammlerbörsen dreistellige Beträge erzielt. Interessiert daran sind nicht nur kreative Produktdesigner. Das Beispiel zeigt, wie auch Menschen außerhalb der Verpackungsindustrie der Faszination derartiger Innovationen erliegen. Das sollte als Ansporn dienen, weiter in dieser Hinsicht zu denken und ein klares Marktbedürfnis zu befriedigen, selbst wenn es nur ein Nischenmarkt ist und immer bleiben wird.

Wo sehen Sie für die Verpackungsdrucker momentan besonderen Handlungsbedarf?

Das größte Potential sehe ich im Zusammenwachsen standardisierter Druckverfahren wie Offset- oder Tiefdruck mit dem Digitaldruck. Der Wunsch nach Individualisierung und Personalisierung ist tief in uns verwurzelt. Bei der Wahl des Druckverfahrens steht man heute überwiegend vor der Frage des „entweder – oder“. Ziel der Verpackungsdrucker muss lauten, ein „sowohl – als auch“-Angebot im Portfolio zu haben.

Innoform ist bekannt für technisch orientierte Tagungen. Besucher sind in der Regel Fachleute aus der Branche, ihren Kunden und Lieferanten. Was erwarten Sie persönlich von der Zuhörerschaft?

Ein Fachmann sollte wissen, was für Produkte, Technologien und Veredelungsarten in seiner Branche möglich sind. Um seine Kunden adäquat beraten zu können, sollte er die Möglichkeiten und Grenzen sowie die Vor- und Nachteile derartiger Innovativen zumindest rudimentär kennen. Ein solches Interesse erwarte ich von den Teilnehmern dieser Konferenz, ungeachtet dessen, ob sie bestimmte Produkte oder Technologien nun gut finden oder nicht, sie selbst anbieten können oder wollen oder nicht.

Konferenzen zum Thema Verpackungsdruck erfreuen sich größerer Beliebtheit als noch vor einigen Jahren. Woher kommt Ihrer Meinung nach dieses gesteigerte Interesse an Wissen und auch Kontakten?

Die Welt wird immer komplexer und die Informationsdichte nimmt zu. Eine Konferenz bietet den unschlagbaren Vorteil des persönlichen Austausches, um sich auf den aktuellen Stand zu bringen. Es geht um Kompetenz, Erfahrung und um Glaubwürdigkeit. Was muss man heute wissen oder können, um auch zukünftig am Markt bestehen zu können? Man kann sich nicht um alle Innovationen kümmern, sondern muss Prioritäten setzen. Als wertvolle Hilfe zur Orientierung und Entscheidungsfindung bieten Konferenzen ein hervorragendes Forum.

Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach das Zusammenwachsen von verschiedenen Druckverfahren – nicht nur in einem Unternehmen oder einer Marke – sondern sogar in einer Maschine?

Wachsender Kostendruck war und ist immer ein entscheidender Faktor in der Notwendigkeit technologischer Weiterentwicklung. Die Inline-Fertigung hat zeitlich und damit finanziell entscheidende Vorteile. Eine Entscheidung zugunsten einer zusätzlichen Veredelung, wie z. B. Hybrid-Lack, fällt damit leichter. Hier geht es um die sinnvolle Kombination von Optik und Haptik in einem Fertigungsschritt. Modular aufgebaute Maschinen mit multiplen Druck- und Veredelungsverfahren werden von daher eine zunehmend bedeutendere Rolle einnehmen.

Wie schätzen Sie auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (schlecht) die Zukunftschancen für den Verpackungsdruck im Vergleich zu anderen Druckbereichen ein und warum?

Ich sehe den Verpackungsdruck nicht isoliert an, sondern als elementaren Teil der äußerst dynamischen Druckbranche, die sich im fortwährenden Wandel befindet. Genau das macht unsere Arbeit auch so interessant. Wir müssen und werden uns der Herausforderung stellen, auch in Zukunft immer neue Impulse zu setzen und die hohen Chancen zu nutzen, die uns der Verpackungsdruck in vielerlei Hinsicht bietet.

Wofür begeistern Sie sich neben Ihren beruflichen Aufgaben besonders?

Seit 30 Jahren führen mich Expeditions- und Abenteuerreisen in die entferntesten Winkel unserer Erde. Ob Wüsten, Dschungel oder Hochgebirge – per Jeep, zu Fuß oder im Kanu besuche ich am liebsten ethnische Minderheiten, die ihr Leben fernab unserer sogenannten Zivilisation meistern. Diese physischen und psychischen Herausforderungen und manchmal sehr grenzwertigen Erfahrungen haben meinen Charakter und meine Persönlichkeit geprägt. Aus diesen Reisen ziehe ich zusätzlich große Energie, die für die Qualität und den Erfolg meiner Arbeit hier in Deutschland von großer Bedeutung sind.

 

Kontakt:

www.roxasia.com sowie www.christianrommel.com.

 

 

Dez 152016
 
Daffner_Maren

Maren Daffner startete ihren beruflichen Werdegang 1990 in ihrer Heimatstadt Hamburg bei repro68.

Nach Abschluss ihrer Ausbildung zur Lithografin war Frau Daffner als Operator und später als Teamleiterin mit zuständig für das Inhouse-Colormanagement.

Als aktives Mitglied in der European Color Initiative war sie an der ersten Standardisierung im Offsetdruck (Prozess Standard Offset) beteiligt und hat Fachvorträge gehalten.

Seit 2007 ist Frau Daffner bei abc Packmedia und der Albertson Markenbande im Vertrieb tätig und betreut internationale Kunden im Bereich Verpackungsreproduktion und Design.

Frau Daffner ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und den Kindern in München.

Das Inno-Meeting gilt mittlerweile als deutschsprachiger Branchentreff für Entscheider der Flexpack-Industrie. Was versprechen Sie sich persönlich von einem Beitrag zu dieser Veranstaltung?

Fachlichen und persönlichen Austausch mit Experten und Teilnehmern.

Ihr Thema lautet: „Optimal verpackt aus Sicht der Markeninhaber und des Handels“.
Was wird Ihre Kernaussage sein und wo sehen Sie für den Zuhörer in erster Linie den Nutzen?

Zusammenspiel von Design und technischen Machbarkeiten, der Weg zur fertigen Verpackung, Anforderungen vom Kunden an die Designagentur und Zentralrepro.

Was bieten Sie in besonderem Maße im Vergleich zu Marktbegleitern Ihren Kunden?

Als Teil der Albert Bauer Companies gehören abc packmedia und die Albertson Markenbande zu einem Firmennetzwerk, das alle Disziplinen in der Verpackungserstellung eng verzahnt unter einem Dach beherbergt. Mit Know-how vom Design bis zur fertigen Druckform sind wir mit Herzblut und Engangement nah an unseren Kunden.

Und dann noch eine private Frage: Was begeistert Sie außer Ihrem Beruf sonst noch?

Rennradeln, Aktivitäten in der Gemeinde und die Zeit mit der Familie.

 

Okt 192016
 
Leithaeuser_Oliver_klein

Oliver Leithäuser ist gelernter Tief- und Flexodrucker und studierte nach der Lehrzeit an der FH Stuttgart Drucktechnik. Anschließend hat er über 10 Jahre für einen namhaften Zulieferer der Druckindustrie im Bereich Rasterwalzen in verschiedenen Positionen gearbeitet.

Seit über vier Jahren ist er jetzt für den Druckmaschinenbauer Comexi/Spanien als Business Development Manager für neue Kunden und Produkte weltweit tätig. Auf der Innoform-Drucktagung am 24./25. November referiert er über „Hochwertige Verpackungen durch Spezialeffekte und Materialkombinationen“

Innoform: Sie Sind Referent in Osnabrück. Was hat Sie bewogen, der Einladung von Innoform zu folgen?

Oliver Leithäuser (OL): Die Innoform-Veranstaltungen sind ein wichtiger Teil der Verpackungsbranche. Das Publikum besteht aus Experten ihrer Abteilungen. Durch die einzelnen Vorträge werden der Branche nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch immer wieder Denkanstöße, auch einmal quer zu denken.

Innoform: Ihr Thema gehört zu einer Reihe von verschiedenen Blickwinkeln auf den Fokus, den Innoform dieses Jahr gesetzt hat – Das Ergebnis zählt. Was ist Ihre Kernaussage, bezogen auf diesen Fokus?

OL: Bleib flexibel und produktiv, ohne dabei Effizienz und Zukunftstrends zu verpassen.

Innoform ist bekannt für technisch orientierte Tagungen. Besucher sind in der Regel Fachleute aus der Branche, ihren Kunden und Lieferanten. Was erwarten Sie sich persönlich von der Zuhörerschaft?

OL: Ich hoffe, Referenten und Zuhörer haben zwei tolle Tage mit vielen neuen Denkanstößen. Ich hoffe auf gute und kritische Diskussionen, auch bei den Abendtreffen.

Innoform: Konferenzen zum Thema Drucken erfreuen sich größerer Beliebtheit als noch vor einigen Jahren. Woher kommt Ihrer Meinung nach dieses gesteigerte Interesse an Wissen und auch Kontakten?

OL: Es ist richtig, dass es früher oft nur um „sehen und gesehen werden“ ging. Innoform hat einen großen Anteil daran, dass die Tagungen einen hohen Mehrwert haben. Wo sind die Trends? Welche Lösungen gibt es? Viele verschiedene Blickwinkel von unterschiedlichen Lieferanten machen die Branche stärker und zukunftsorientierter. Innoform ist hier klar der Vorreiter.

Innoform: Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach das Zusammenwachsen von verschiedenen Druckverfahren – nicht nur in einem Unternehmen oder einer Marke – sondern sogar in einer Maschine?

OL: Die Hybrid-Technik ist nicht neu. Im Etikettendruck ist diese schon seit Jahren gängige Praxis. Meist spielen aber hier Sonderveredelungen eine tragende Rolle. Für die verschiedensten Effekte haben sich unterschiedliche Druckverfahren als Lösung angeboten. Die Integration in eine Druckeinheit ist eher Folge für eine effiziente Produktion. COMEXI CI8 Offsetmaschine wird oft auch als Hybridmaschine verstanden. Die Möglichkeit besteht auch. In der Praxis hat sich aber nach 14 Druckmaschinen gezeigt, dass es sieben Farben Offset sind und ein Farbwerk Flexo für Weiss oder Lackierungen. Jedes Druckverfahren hat seine Stärken und Schwächen. Arbeit gibt es für alle, ein „Durchmischen“ der Drucktechnologien in einer Maschine sehe ich in der flexiblen Verpackung eher nicht.          

Innoform: Was erhoffen Sie sich persönlich und als Unternehmen nach dem Vortrag als Feedback und Wahrnehmung am Markt?

OL: Alle Vortragenden wollen Input und Ideen in die Branche bringen. Wir wollen in den Dialog mit der Branche kommen, um gemeinsam Lösungen für die Verpackungsherstellung von morgen gemeinsam zu erarbeiten.