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Dr. Lars Hancke über fühlbare Produkte und Haptik-Lacke

Sie sind Referent in Osnabrück. Was hat Sie bewogen, der Einladung von Innoform zu folgen?

Einerseits bietet sich mir die Möglichkeit, unsere neuen Erkenntnisse zur Gestaltung von haptischen Lacken vorzustellen und mit Anwendern zu diskutieren. Dadurch erhoffe ich mir weitere Anregungen für die Fortsetzung unserer Entwicklungsaktivitäten auf diesem Gebiet. Darüber hinaus bietet der Expertentreff eine ideale Möglichkeit, sich mit Teilnehmern aus den verschiedenen Bereichen der Verpackungsindustrie über aktuelle Trends auszutauschen.

Ihr Thema gehört zu einer Reihe von verschiedenen Blickwinkeln auf den Fokus 1st time right bzw. im ersten Anlauf klappt schon alles. Was ist Ihre Kernaussage, bezogen hierzu?

Haptische Lacke bieten eine Möglichkeit, eine zusätzliche sensorische Komponente in die Verpackung zu integrieren und sie so (möglichst) auf Anhieb erfolgreich im Markt zu platzieren.

Sie referieren über „Fühle Dein Produkt!“ Was bewegt Sie besonders in diesem Zusammenhang?

Wir haben in den letzten Jahren einen verstärkten Trend zur Integration haptischer Elemente in die Verpackung verzeichnet. Matt-/Glanz-Strukturen waren hier der Anfang, es folgten Lacke mit papierähnlichen Strukturen. Unsere Kunden sind interessiert an weiteren haptischen Strukturen, können aber häufig noch nicht genau spezifizieren, welche Effekte sie konkret anstreben. Daher haben wir einen systematischen Ansatz entwickelt, um gezielt haptische Lacke zu entwickeln und zu präsentieren, der es uns ermöglicht, den reinen Trial and Error Ansatz  zu ergänzen.

Verpackungen stehen immer mehr am Pranger, andererseits wird sehr viel Aufwand beim Design betrieben. Multisensorisches Marketing beeinflusst Wahrnehmung, Verhalten und Beurteilung. Ist der Erfolg an den Verkaufszahlen der entsprechenden Produkte ablesbar?

Hinsichtlich der Verkaufszahlen fertiger Verpackungen können wir als Druckfarbenhersteller natürlich keine konkrete Aussage machen. Wir sehen aber am Erfolg unserer etablierten haptischen Lacke im Bereich Mattlacke und Paper Touch Lacke, dass das Konzept sehr erfolgreich ist. Diese Lacksysteme gehören zu den am meisten verkauften lösungsmittelbasierten Lacken der hubergroup.

Wo sehen Sie für die Verpackungsdrucker momentan besonderen Handlungsbedarf?

Einer der am meisten diskutierten Trends in der Branche ist sicherlich das Thema Nachhaltigkeit. Die öffentliche Wahrnehmung der flexiblen Verpackung wandelt sich, und die gesetzlichen Rahmenbedingungen werden sich in Kürze signifikant verändern. Verpackungsdrucker wie auch die gesamte Branche werden sich darauf einstellen müssen, auch wenn momentan in vielen Fällen noch nicht klar erkennbar ist, in welche Richtung sich das Thema entwickelt.

Was erwarten Sie persönlich von der Zuhörerschaft?

Im Hinblick auf mein Thema erhoffe ich mir eine rege Diskussion über unsere neuen haptischen Lacke mit Anregungen für die weiteren Entwicklungsaktivitäten auf diesem Gebiet. Im Allgemeinen erhoffe ich mir einen Austausch über aktuelle Trends in der Verpackungsindustrie.

Konferenzen zum Thema Drucken erfreuen sich größerer Beliebtheit als noch vor einigen Jahren. Woher kommt Ihrer Meinung nach dieses gesteigerte Interesse an Wissen und Kontakten?

Die Notwendigkeit, sich ständig an wechselnde Marktanforderungen anpassen zu müssen, erfordert es, über die aktuellen Entwicklungen in unserer Industrie immer auf dem Laufenden zu bleiben. Hierfür bieten derartige Konferenzen und Branchentreffs eine gute Möglichkeit.

Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach das Zusammenwachsen von verschiedenen Druckverfahren – nicht nur in einem Unternehmen oder einer Marke – sondern sogar in einer Maschine?

Die traditionellen Druckverfahren sind weitgehend ausgereift und die Vor- und Nachteile bekannt. Häufig gibt es nicht das eine optimal passende Druckverfahren. Daher werden, je nach Anforderungsprofil, verschiedene Verfahren kombiniert. Ein Beispiel ist der Einsatz von Tiefdruckwerken in Flexodruckmaschinen, um die höhere Farbübertragungsmenge des Tiefdruckes bei weiß, Metallicfarben oder auch Haptiklacken mit der Flexibilität des Flexodruckes zu kombinieren.

Und dann noch eine private Frage: Was begeistert Sie außerhalb Ihrer beruflichen Tätigkeit?

Als Ausgleich gehe ich vorwiegend sportlichen Hobbies nach wie Radfahren oder Bergsteigen. Daneben betätige ich mich als Hobbyfotograf.

 

Nach seinem Studium der Organischen Chemie in Hamburg war Dr. Lars Hancke 12 Jahre in verschiedenen Positionen im technischen Service und in der Entwicklung für die Trierenberg Holding tätig. Dort sammelte er Erfahrungen im Bereich Tief- und Flexodruck sowie in der Konvertierung von bedruckten Papieren und Folien für die Zigarettenindustrie.

2005 wechselte er zur hubergroup als Leiter der Anwendungstechnik für lösungsmittel- und wasserbasierte Farbsysteme. 2015 wechselte er als Manager R&D Projects Liquid in den Bereich der Entwicklung von Flüssigfarben für den Verpackungsdruck.
Seit April 2018 ist er als Manager Business Development Flexible Packaging vor allem für die Betreuung technischer Projekte mit Key Account Kunden verantwortlich.

Am liebsten identifiziert er Trends im Verpackungsdruck,  um diese gemeinsam mit Kunden in die Entwicklung von Farben für den Verpackungsdruck einfließen zu lassen.