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Dr. Isolde Bachert über Wasserfarben, Nachhaltigkeit und Gewinn

Das Inno-Meeting gilt mittlerweile als deutschsprachiger Branchentreff für Entscheider der Flexpack-Industrie. Was versprechen Sie sich persönlich von einem Beitrag zu dieser Veranstaltung?

Eine Übersicht über aktuelle Trends und Treiber der Branche sowie Kennenlernen der Meinungsführer.

Woran denken Sie bei unserem diesjährigen Fokus Neustart?

An die Art und Weise, was unterschiedliche Unternehmen unter Neustart verstehen und wie sie damit umgehen.

Ihr Thema lautet „Mit Wasserfarben Nachhaltigkeit und Gewinn steigern“. Was wird Ihre Kernaussage sein und wo sehen Sie für den Zuhörer in erster Linie den Nutzen?

Technologische Einsatzbreite und kommerzielle Hürden sind genommen – wir benötigen aber eine konkretere Positionierung zu Nachhaltigkeit.

Ihr Unternehmen stellt unter anderem wasserbasierte Druckfarben speziell für flexible Verpackungen her. In Ihrem Vortrag sprechen Sie unter anderem von „Anwendungsszenarien“. Mit dem Wort „Szenario“ wird auch Wagnis assoziiert. Was sind die Motivationen für Ihre Kunden, sich auf dieses „Wagnis“ einzulassen?

Tatsächlich zeigen wir Beispiele kommerzialisierter Anwendungen auf – mit Szenarien sind also unterschiedliche Materialien und Einsatzgebiete gemeint.

Welche Konsequenzen kann ein Zurückdrängen oder sogar Verbot von bestimmten Verpackungen für die breite Masse und sogar für unsere Industrie haben?

Zunächst eine Steigerung der Innovationskraft und Veränderungsbereitschaft, denn der Leidensdruck steigt. Ich denke, der Aufwand für Neuentwicklungen wird steigen, da über den Einfluss der Händler und Brand Owner der Aufwand für Belege für Nachhaltigkeit steigen wird.

Wie schätzen Sie persönlich die Zukunft von Kunststoffverpackungen ein? Muss das Rad zurückgedreht werden? Arbeiten Sie an alternativen Systemen?

Ich denke, dass ein Anteil an Kunststoffverpackungen durch andere Materialen, wie z. B. Papier, ersetzt werden wird. Das Rad komplett neu zu erfinden, sehe ich nicht, da Kunststoffe enorm viele Vorteile bieten. Allerdings wird z. B. beim Thema Verpackungssteuer vermutlich ein Kostendruck entstehen, da manche Unternehmen die Steuer in Kauf nehmen, dafür jedoch die zusätzlichen Kosten durch Einsparungen an anderer Stelle kompensieren möchten.

Und dann noch eine private Frage: Was begeistert Sie außer Ihrem Beruf sonst noch?

Auf Menschen zu treffen, die mir neue Erfahrungen oder Kenntnisse vermitteln.

 

Dr. Isolde Bachert studierte Chemie an der Universität Würzburg und promovierte in Strasbourg (F). Sie arbeitete in den Unternehmen BP, Clariant und Altana in verschiedenen Funktionen in Forschung und Entwicklung, technischem Service und Vertrieb im Bereich Kunststoffe und Kunststoffadditive. Zudem entwickelte sie einen neuen Geschäftsbereich für Premiumadditive beim Unternehmen BYK Chemie (Altana Gruppe).

Knapp 10 Jahre war sie als Unternehmensberaterin tätig und begleitete Unternehmen wie Ardex, Chemetall/BASF, Merck und Thyssenkrupp bei der Entwicklung und Umsetzung von Wachstumsstrategien. Besonders gut kennt sie sich mit thermoplastischen Kunststoffen, Kunststoffadditiven –  (Antioxidantien, Lichtschutzmittel, Netz- und Dispergiermittel …) sowie mit der Entwicklung von Druckfarben, Klebstoffen und Mikrokapseln aus.

Am liebsten beschäftigt sie sich mit der Entwicklung von Produkten, die quantifizierten Mehrwert für die Kunden darstellen.